Zum Hauptinhalt springen
Bennie Lindberg beim Ironman Hawaii 1994

Genieße die Schmerzen

Wir haben wieder Hawaii Woche 

Priskas Team im Ziel bei Inferno Triathlon

und alte Erinnerungen kommen hoch!

Meine beste Trainingskumpel und Partner von den schon weit zurück liegenden Profijahren Pauli Kiuru sagte immer vor Hawaii: Genieße die Schmerzen!

In Hawaii sind die Bedingungen hart, es sind die tatsächliche Weltmeisterschaften, und wenn du Erfolg haben möchtest musst du an deinen Grenzen gehen.

Das tut weh und manchmal sogar mehr weh als was wir erwartet haben. Jetzt passiert etwas spannendes und das hat nichts damit zu tun wie schnell der Athlet am Ende ist sondern damit zu tun wie nahe an sein Grenze der Athlet gehen kann.

Siehst du dich selber als Opfer, wo die bösen Schmerzen dein „perfekten“ Plan zerstören möchten und du fängst an dagegen zu kämpfen, ja dann hast du schon verloren. Diesen Satz liebe ich:

Schmerzen sind nur Schmerzen! Erst wenn du gegen die Schmerzen kämpfst, statt die einfach nur wahr zu nehmen (oder sogar zu genießen), fängt das Leiden an!

Schmerzen ist hier nur eine Metapher für viele verschiedene Arten von unangenehme Gefühle während den Triathlon.

 Auch in unseren alltäglichen Leben können wir „Schmerzen“ mit viele andere Faktoren ersetzen, dann verstehen wir wie viel Kraft in diese Satz vorhanden ist!

Im diesen Sinne wünsche ich alle meine Athleten in Hawaii starke Arme, gute Beine und Gelassenheit einfach „nur“ sein Bestes zu geben!

Weiterlesen

Priskas Team im Ziel beim Inferno Triathlon

Inferno Triathlon Bericht

Ich habe es geschafft

Priskas Team im Ziel bei Inferno Triathlon

Wie ich zum Inferno Triathlon kam 

Vor ca. 5 Jahren hatte ich ein Burnout wegen der Arbeit. Nachdem ich das Burn Out einigermassen überwunden hatte, kam der Wunsch auf, etwas für mich zu tun, wie eine Selbstbestätigung, dass ich auch jemand bin. Ich bin jemand der gerne Abwechslung hat, da kam mir die Idee eine Triathlon zu machen. Ich habe zuerst einfach für mich etwas trainiert. Irgendwann dachte ich, es wäre besser, mal ein Gesundheits- oder Leistungstest beim Arzt zu machen, weil ich keine normale Triathlon Figur habe. Durch ein Gespräch mit einer Ärztin, kam ich zu Bennie Lindberg. Mit Ihm an meiner Seite, habe ich den ersten Volkstriathlon erfolgreich absolviert. 

Ich arbeite in Lauterbrunnental, da wo der Inferno Triathlon durch geht, und da kam der Wunsch in mir auf, irgendwann möchte ich den im Team auch einmal bestreiten. Ich wandte mich an Bennie mit dem Wunsch und er sagte mir, kein Problem, er kenne Leute, die das mit mir in der Staffel machen würden. So weit so gut, also habe ich uns als Team Willisika angemeldet. Dann stand trainieren auf dem Plan. Der innere Schweinehund war manchmal so stark, dass ich das ganze Projekt absagen wollte. Aber Bennie hat mich immer wieder aufgefangen und mir einen Tritt in den Allerwertesten gegeben, den ich auch dringend gebraucht habe. 

Einen Tag vor dem Wettkampf habe ich die verschiedenen Teamkollegen kennengelernt bei einem feinen Pasta-Abend. Nach einigen Gesprächen mit Ihnen wurde klar, dass jeder einzelne einfach nur Spass haben möchte und es keinem auf Leistung ankommt. Jeder macht in seiner Disziplin das Beste, aber der Spass und das Team steht im Vordergrund. Diese Gespräche nahmen mir enormen Druck weg. 

Nun kam der grosse Tag. Der Tag war nicht so schön, es war windig und es wurde auch Regen gemeldet. Geschlafen habe ich aber gut, auch auf dem Weg zum Wettkampfort ging es mir noch gut aber wo ich da angekommen bin wurde ich nervös. Ich dachte mir nur «boah all diese Topathleten». Als ich auf dem Weg war, den Chip zu holen und das wellige Wasser sah, dachte ich mir «ohhh das wird nichts». Als es dann an den Start ging, habe ich darauf geachtet das ich mich zuhinterst einreihe. Dann kam der Startschuss. Am Anfang versuchte ich zu crawlen aber die Wellen brachten mich total aus dem Konzept, also war Brustschwimmen angesagt. Ich wusste das ich mit Brustschwimmen nicht in der Zeit auf die andere See Seite kommen werde. Ich war die best bewachteste Schwimmerin von allen, weil ich zuhinterst war. Der Gedanke aufzugeben ging mir mehrmals durch den Kopf. Ich sagte mir aber immer wieder «Nein, aufgeben ist keine Option, ich möchte einfach ins Ziel kommen». Gegen den Schluss meiner Schwimmstrecke fuhr ein Schiff an mir vorbei mit den Athleten die den Schwimmteil schon erledigt hatten, und die Applaudierten mir zu und das gab mir nochmals Kraft. Als ich dann aus dem Wasser stieg, standen zwei Herren da, die mir aus dem Wasser halfen und ebenfalls noch verbleibende Zuschauer, die mir auch applaudiert und zugejubelt haben. Dies gab mir ein super Gefühl, alle Emotionen kamen hoch. Ich war super stolz auf mich dies geschafft zu haben. 

Als wir als Team ins Ziel gelaufen sind, hätte ich die ganze Welt umarmen können. Es kamen alle Gefühle zusammen, stolz, Glück, Zufriedenheit das ich es auch durchgezogen habe, dass ich mich nicht aufgegeben habe. Ein super stolzes Gefühl, dass ich diesen Wettkampf mit mir selber und auch mit einem super tollen Team geschafft habe. Ein Dauer grinsen habe ich heute noch, wenn ich an den Tag denke. Und einfach auch das Gefühl «Ich habe es geschafft»

  • Matrin Wittmal läuft in Inferno Triathlon

  • Markus Fuchs velo beim Inferno triathlon

Weiterlesen

Treppentraining als Trendsport in Finnland

Treppentraining

Aus Alt mach Neu!

Kürzlich waren wir wieder in Finnland zur Familienbesuch,  das ich auch mit ein Arbeitsauftrag für mein Heimatverein (Helsinki Triathlon) kombinieren könnte. Seit ein paar Jahren gibt es einen neuen Outdoor-Sport-Trend: TREPPENTRAINING.

Überall wo es eine kleine Hügel gibt werden von den Kommunen Konditionstreppen gebaut.

Dabei ist ja Treppentraining nichts Neues. Schon als Heranwachsender haben wir Treppentraining in der Eishockey-Sommertraining  gemacht. Praktisch so lange wenn es Leichtathletik-Stadien gibt, trainieren die Leichtathleten (egal welche Disziplin) an den Treppen. Skispringer, Langläufer, Alpinskifahrer, Fußballer, Handballer, Radfahrer…Alle kennen Treppentraining.

Eigentlich war es ja nur eine Zeitfrage wann diese Trainingsform auch Otto-Normal-Athleten erreicht.

Hier in Deutschland ist Treppentraining noch relativ unbekannt aber ich schätze das könnte auch bald hier kommen und zum neuen Mode-Sportart werden.

Der Treppe als „Trainingsgerät“ ist super vielfältig.

Du kannst unterschiedliche Gang/Lauf-Arten wählen wie du die Treppen hoch gehst, du kannst sogar Übungen wie Ausfallschritte, Liegestütze, auf allen Vier hoch gehen, Burpies ja, fast alles einbauen. Du kannst Intensitäten variieren, die Erholung,  die Wiederholungen. Im Video oben siehst du ein paar Beispiele.

So kannst du Ausdauer, Schnelligkeit, Rhythmus, Gleichgewicht, Koordination, Kraft und vor Allen auch Elastizität trainieren.

Alles kostengünstig und außen in die frische Luft. Einmal die Treppe bauen und die Nutzung ist kostenlos (jedenfalls in Finnland) und verbessert der Gesundheit und der Zufriedenheit der Bevölkerung.

Das Treppentraining wirklich für jeder geeignet ist und Spaß macht, zeigt meine Onkel und Tante hier auf diese Bilder (Tack Marja-Leena och Håkan!).

Treppensteigen in Finnland

Sicher gibt es schon irgendwo extra für Training gebaute Treppen in Deutschland, ich habe aber bis jetzt keine gesehen. Wäre toll wenn diese Trend auch hier kommt!

Warum Elastizität für uns Triathleten wichtig ist kannst du HIER lesen!

Weiterlesen

Ist Ironman elitär geworden?

Woche € 15.000,- 

Eine Woche Ironman in Kona für € 15.000,- 

Ist Ironman elitär geworden?

Ist Triathlon als Sportart elitär geworden?

Triathlon besteht aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Einfache ehrliche Sportarten.

Ist Triathlon jetzt plötzlich elitär geworden?

Vor  44 Jahren haben sich ein paar „Verrückte“ zusammengetan und ein Wettkampf erfunden und es Ironman genannt. Es ist einfach so aus den damaligen Zeitgeist entstanden, ohne viel Tamtam. Nur Schwimmen, Radfahren und Laufen insgesamt 226 Kilometer.

Ironman als Begriff, war und ist, ja nichts Neues. Es gab Ironman in Australien (Ein Wettkampf bei den Life Guards) und es gab Ironman als Begriff bei den Body Buildern. (Darum kann man auch Ironman als Begriff nicht schützen nur in Kombination mit das rote „M-Dot“ und den Schriftstil).

Für mich sind alle die den Langdistanz machen oder schaffen einfach Ironmänner.

Was der Sport Industrie und die Veranstalter mit den Sport machen ist in sich gut! Das bringt der Sport vorwärts – KEINE WENN UND ABER!

Ohne Industrie und Veranstalter hätten wir einfach keine Sportart „Triathlon“.

Wie weit jede einzelne Person mitgehen möchte ist ja letztendlich ihn überlassen.

Das Viele tausende von Dollar oder Euros für etwas zahlt, das du auch gratis haben kannst, das ist nichts Elitäres – das ist eher dumm.

Schwimmen, Radfahren und Laufen kann man überall und jederzeit und das ist kostenlos. Ich bin nicht mehr oder weniger Ironman nur weil ich eine bestimmte Veranstaltung unter ein bestimmtes Label gemacht habe. Hier zahle ich für den Image, ich zahle um ein Teil von diese Show zu sein! Viele möchten und brauchen das, und das ist ja auch völlig OK!

Ein Mindestmaß an Ausrüstung ist natürlich erforderlich aber egal was du machst alles kostet heutzutage etwas. Ob du dann für wirkliche Funktion zahlst oder für Image das ist wiederum eine andere Frage. Hip zu sein, und Up to Date zu sein, hat immer einiges gekostet.

Wenn du Wert darauf legst das gleiche Material zu haben wie der Ironman Hawaii Sieger, spricht ja nichts dagegen. Du kannst aber auch mit 10-20 Jahre alte Ausrüstung (praktisch) genauso schnell sein, der kostet aber nur ein Zehntel davon was ein modernes Ausrüstung kosten würde, also auch nichts Elitäres!

Du kannst auch für dich ein Ironman machen. Einfach nur die Strecken machen, vielleicht sogar mit ähnliche Material und Selbstverpflegung wie vor 44 Jahren.

Das ist sicher auch nicht elitär, das ist ganz sicher nicht weniger Wert als eine Veranstaltung mit „Brand“, das ist sogar deutlich schwieriger zu machen aber gleichzeitig umso (aus meiner Sicht) cooler!

Wie geil wäre es nicht mit ein paar Kumpels nach Kona zu fliegen und dort in der Eigenregie den Ironman zu machen! WOW! Eben eine richtige IRONMAN!

Wenn du deine Endzeit  in ein Ironman/Langdistanz vergleichen und in Relation zu tausende von Anderen betrachten möchtest, vielleicht sogar in Kona ist es natürlich völlig in Ordnung!

Nur, das möchten viele, dieses Jahr sogar sehr viele, darum kostet es eben!

Und zum Schluss: Ein bisschen elitär war Triathlon schon immer (auch wenn es anders geht)  Ausrüstung, Trainingslager, Wettkampfreisen und man brauch viel Freizeit für Training.

Das muss man sich erst irgendwie leisten können!

Weiterlesen

Elastisch wie eine Känguru - Laufökonomie in Triathlon

Elastizität im Triathlon

Elastizität im Triathlon: Warum sie beim Laufen wichtig ist

Beim Ausdauersport zählt nicht nur der Motor, sondern auch, wie ökonomisch der Körper seine Energie in Bewegung umsetzt.

Triathlon Training auf der Promenade in Playitas

Kängurus sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie elastische Strukturen Energie speichern und wieder freigeben können. Mit vergleichsweise geringem Energieaufwand schaffen sie wiederholt große Sprünge.

Beim Menschen funktioniert das natürlich anders. Trotzdem nutzen auch wir beim Laufen elastische Energie. Muskeln, Sehnen und Faszien bilden gemeinsam ein System, das bei jedem Schritt belastet wird und einen Teil dieser Energie wieder zurückgeben kann.

Je besser dieses System funktioniert, desto ökonomischer kann sich das Laufen anfühlen.

Warum Laufen im Alter häufig schwerer wird

Beim Schwimmen und Radfahren kann die Form nach einer Pause oft relativ schnell zurückkommen. Beim Laufen merke ich persönlich deutlich stärker, dass Geschwindigkeit und Leichtigkeit mit dem Alter schwieriger zurückzugewinnen sind.

Ein Grund liegt darin, dass Laufen hohe Anforderungen stellt an:

  • reaktive Kraft
  • Koordination
  • Sehnenfunktion
  • Muskelkraft
  • kurze Bodenkontaktzeiten
  • das Zusammenspiel von Spannung und Entspannung

Mit zunehmendem Alter können Muskelmasse, Maximalkraft und neuromuskuläre Leistungsfähigkeit abnehmen. Auch Sehnen verändern ihre Eigenschaften. Das bedeutet nicht, dass schnelles oder ökonomisches Laufen unmöglich wird. Es braucht aber mehr gezielte Pflege als früher.

Der Körper als Pogo-Stick

Ein Pogo-Stick veranschaulicht die Grundidee gut.

Beim Aufsetzen wird die Feder gespannt. Anschließend gibt sie einen Teil der gespeicherten Energie wieder zurück.

Ähnlich geschieht es beim Laufen. Beim Bodenkontakt werden insbesondere Sehnen und Muskeln belastet. Ein Teil dieser Energie kann für den nächsten Abdruck genutzt werden.

Funktioniert dieses System gut, entsteht bei gleichem Tempo ein geringerer Energiebedarf.

Funktioniert es schlechter, muss die Muskulatur mehr aktive Arbeit leisten. Dann kann bei gleichem Energieeinsatz das Tempo sinken – oder für dasselbe Tempo mehr Energie benötigt werden.

Genau darum geht es bei der Laufökonomie.

Warum das auf der Langdistanz zählt

Nach mehreren Stunden Wettkampf nimmt die muskuläre Leistungsfähigkeit ab. Die Lauftechnik verändert sich, die Bodenkontaktzeit wird länger und der Schritt verliert häufig an Spannung.

Dann kann Folgendes passieren:

  • Das Tempo sinkt bei ähnlichem Energieverbrauch.
  • Für dasselbe Tempo steigt der Energiebedarf.
  • Die Wärmeproduktion nimmt zu.
  • Die Laufbewegung wird schwerer und weniger effizient.

Für den Ironman-Marathon reicht es deshalb nicht, nur eine hohe Ausdauer zu besitzen.

Der Athlet braucht auch genügend Kraft und muskuläre Widerstandsfähigkeit, um seine Lauftechnik und Ökonomie möglichst lange zu erhalten.

Krafttraining verbessert die Laufökonomie

Gut geplantes Krafttraining kann die Laufökonomie und Ausdauerleistung verbessern. Besonders wirksam erscheinen in Studien schweres Krafttraining, explosive Übungen und sinnvoll kombinierte Programme. Die Wirkung entsteht vor allem durch neuromuskuläre Anpassungen, eine bessere Kraftentwicklung und effizientere Kraftübertragung.

Für Triathleten können beispielsweise sinnvoll sein:

  • Kniebeugen oder Beinpresse
  • Ausfallschritte
  • Banksteigen
  • einbeinige Kraftübungen
  • Wadenheben
  • Übungen für Hüfte und Rumpf
  • später ergänzend explosive Bewegungen

Entscheidend ist ein langsamer Aufbau. Krafttraining soll das Ausdauertraining unterstützen und nicht durch starken Muskelkater oder Überlastung behindern.

Sprungtraining und Lauf-ABC

Plyometrisches Training nutzt schnelle Dehnungs-Verkürzungs-Bewegungen. Dazu gehören verschiedene Sprünge, kurze Bodenkontakte und reaktive Laufübungen.

Solches Training kann die Laufökonomie verbessern. Die Effekte hängen jedoch stark von Trainingsniveau, Dosierung und Übungsauswahl ab. Schweres Krafttraining zeigt in einigen Übersichten sogar stabilere Effekte als ausschließlich plyometrisches Training.

Mögliche Übungen sind:

  • Steigerungsläufe
  • kurze Bergsprints
  • Hopserlauf
  • Sprungläufe
  • Seilspringen
  • kleine beidbeinige oder einbeinige Sprünge

Dabei gilt: wenig, sauber und regelmäßig ist besser als seltene extreme Sprungprogramme.

Sprungtraining belastet Sehnen, Muskeln und Knochen stark. Es sollte deshalb erst eingesetzt werden, wenn eine ausreichende Grundkraft vorhanden ist und keine akuten Beschwerden bestehen.

Lauf-ABC ist nur dann sinnvoll, wenn es richtig ausgeführt wird

Lauf-ABC wird häufig routinemäßig absolviert, ohne dass klar ist, welche Fähigkeit damit trainiert werden soll.

Die Übungen sollten nicht nur irgendwie durchgeführt werden. Sie benötigen:

  • aktive Körperhaltung
  • stabile Hüfte
  • kurze und kontrollierte Bodenkontakte
  • saubere Fußposition
  • ausreichende Spannung
  • vollständige Erholung zwischen schnellen Übungen

Langsames, müdes oder technisch unsauberes Springen trainiert nicht automatisch die gewünschte reaktive Kraft.

Qualität ist wichtiger als Umfang.

Was Triathleten konkret tun sollten

Für viele Triathleten reicht eine einfache Kombination:

  • ein- bis zweimal pro Woche Krafttraining
  • regelmäßig kurze Steigerungsläufe
  • vorsichtig dosiertes Lauf-ABC
  • später kleine Mengen Sprungtraining
  • ausreichend lockeres Lauftraining zur technischen Festigung

Diese Inhalte müssen an Alter, Verletzungsgeschichte, Trainingsstand und Wettkampfziel angepasst werden.

Ein älterer Athlet oder Laufanfänger braucht einen deutlich vorsichtigeren Einstieg als ein junger, belastbarer Läufer mit langjähriger Sprungerfahrung.

Trainingsplanung im Triathlon: Talent, Ziel und Alltag

Faszienpflege allein reicht nicht

Faszienrollen, Massage und Beweglichkeitsübungen können sich angenehm anfühlen und die Beweglichkeit kurzfristig beeinflussen.

Sie ersetzen aber kein Kraft- oder Reaktivtraining.

Wer seine Laufökonomie langfristig verbessern möchte, braucht vor allem:

  • regelmäßiges Laufen
  • ausreichende Muskelkraft
  • koordinative Qualität
  • angemessene reaktive Belastungen
  • Erholung
  • schrittweise Progression

Die entscheidenden Anpassungen entstehen durch Training, nicht allein durch Rollen oder Dehnen.

Fazit: Laufökonomie braucht mehr als Ausdauer

Triathlon verlangt vielseitige Fähigkeiten.

Umfang und Intensität bleiben wichtig. Für gutes Laufen gehören jedoch auch Kraft, Koordination und reaktive Fähigkeiten in den Trainingsplan.

Die Quintessenz lautet:

Ein starker Ausdauermotor hilft nur dann vollständig, wenn der Körper die vorhandene Energie ökonomisch in Vortrieb umsetzen kann.

Krafttraining, Steigerungsläufe und vorsichtig aufgebautes Sprungtraining können dabei helfen. Besonders mit zunehmendem Alter sollten diese Inhalte nicht dem Zufall überlassen werden.

Denn auch im Triathlon gilt:

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Der nächste Schritt

Du möchtest Kraft, Laufökonomie und Ausdauer sinnvoll miteinander verbinden?

Auf Ad Extremum findest du weitere Informationen zu meinem individuellen Triathlon Coaching und zur persönlichen Trainingsplanung.

Zum persönlichen Triathlon Coaching

Passende Beiträge zum Thema

Weiterlesen

Schwimmen ist der Grundstein für Triathlontraining

Die schnellsten Triathleten

Wie entstehen die schnellsten Triathleten?

Das Niveau in Triathlon ist in den letzten 20 Jahren extrem gestiegen. Wissenschaftliche Prinzipien, viel Erfahrung und professionelles Training haben es ermöglicht.

Momentan haben wir zwei absolute Überflieger in der Sport. Der „Altmeister“ Jan Frodeno (ich denke das „Altmeister“ kann man schon benutzen) und der Shooting Star Kristian Blummenfelt.

Schwimmen ist der Grundstein für Triathlontraining

Beide kommen aus „Schwimmen“ dabei hat Frodeno wenn ich es richtig verstanden habe nur eine kurze Schwimmkarriere hinter sich und hat damit zu spät angefangen um als Schwimmer sich behaupten zu können,  während Blummenfelt  ambitioniert bis 16 Jahren mit den besten norwegischen Schwimmern versucht hat mitzuhalten, erfolglos.

Kurze Anmerkung noch zu Blummenfelt: Es freut mich ENORM zu sehen das auch gesund aussehende  und relativ kräftige Athleten Erfolg auf sowohl Olympischen wie Ironman Distanz immer noch haben kann.

2016 habe ich einen Blogeintrag „Durch Kinder Triathlon Training zum Olympiasieger?“ geschrieben wo ich in kurze schreibe das ich Triathlon Training vor einen Alter von etwa 16 Jahren für falsch halte. Meine Meinung hat sich nicht geändert.

Bis diesem Alter sollte man versuchen von den Kindern und Jugendlichen möglichst gute Schwimmer zu machen.

Ich möchte jetzt nicht wiederholen was ich schon geschrieben habe aber warum könnte man nicht die Wettkampfdistanzen und Formate für Kinder und Jugendliche ändern?

Schwimmen sollte im Idealfall etwa 50% von der Wettkampfdauer ausmachen!

Radfahren und Laufen sollte wenn möglich als Cross-Format angeboten werden wo die technische Ansprüche und auch der Spaßfaktor hoch wäre.

Mit 12 Jahren könnte es also z.B. 400m Schwimmen + 2 km Radfahren + 1 km Laufen sein.

Mit 14 Jahren schon 1000m Schwimmen + 5 km Radfahren + 2 km Laufen und

mit 16 Jahren 1500m Schwimmen + 10 km Radfahren + 3 km Laufen.

Begründung:

Talentierte Athleten die bis jetzt nur Schwimmen gemacht haben könnten leicht und wahrscheinlich sehr erfolgreich Triathlon ausprobieren. Um erfolgreich auf Olympianiveau in Schwimmen zu sein musst du bestimmte mentale und physische Eigenschaften haben. Wenn du mit 15 Jahren und nach 6-8 Jahren guten Schwimmtraining die 400m nicht schneller als 4.20 schwimmen kannst ist es unwahrscheinlich dass du noch einen erfolgreichen Schwimmer werden kannst. Für Triathlon wäre es eine gute Ausgangslage.

Triathlon Vereine sollten bei Kinder und Jugendarbeit sich auf Schwimmen konzentrieren. Kinder und Jugendliche sollten viel mehr als die Erwachsene schwimmen, erfahrungsgemäß mindestens zwei bis drei Mal so viel. Dann entsteht natürlich ein Kampf um die Schwimmzeiten zwischen den ehrgeizigen AK Triathleten und den Jugendabteilungen was sicher schwierig zu lösen ist.

Hier sind natürlich die DTU Triathlon Stützpunkte eine schöne Lösung und natürlich müsste dann auch die Triathleten fleißig bei verschiedenen Schwimmwettkämpfen mitmachen und in erster Linie sich mit Schwimmer vergleichen. Wenn dann z.B. eine 15 Jährige „Triathlet“ die 400m in 4 Minuten schwimmen kann, dann könnte er wählen: Mache ich jetzt Vollgas Schwimmen oder weiter Triathlon?

Ab das Alter 15/16 hat man dann in Triathlon etwa 10 Jahre Zeit um aus diesen „Material“ den nächsten Olympiasieger oder Ironman Sieger zu machen.

Weiterlesen

Aufgusseimer im Holz für Sauna

Saunieren wie ein Finne

Saunieren wie ein Finne

Es gibt wenige Sachen die so leidenschaftlich diskutiert werden wie Sauna in Finnland. Ich als Trainer und Coach möchte ja mein Natur treu bleiben und hier meine Empfehlungen und Erfahrungen weiter geben. Viele Athleten egal ob von Radfahren, Triathlon, Leichtathletik oder von Kraftsport fragen mir:

Was bringt saunieren?

Jetzt könnte ich natürlich anfangen zu suchen nach Studien die belegen was Saunieren für positive Effekte hat, interessiert mich nicht und das ist mir auch ziemlich egal.

Ich gehe in die Sauna da ich hinterher total entspannt bin. Für mich ist das ist der einzige Grund.

Es ist ein Wohlfühlfaktor der ich nicht vermissen möchte wann ich es genießen kann. Es ist wie Kaffee am Morgen. Ja ich kann ohne es leben, möchte aber nicht! Es kommt nicht oft vor aber fast immer wenn ich selber nicht trainieren kann versuche ich mindestens in die Sauna zu gehen. In Finnland sagen wir du kannst aktiv oder passiv schwitzen hinterher bist du auf jeden Fall entspannt!

Jetzt ist aber die Hürde in der Sauna zu gehen hier in Deutschland ziemlich hoch. In Finnland gibt es mehr Saunas als Autos. Siebzig Prozent von alle Menschen haben die Möglichkeit in eine eigene Sauna zu saunieren. Weiterhin findest du auch Saunas überall.

Ein große Unterschied gibt es noch zu Deutschland: Alle öffentliche Saunas sind immer getrennt Männer/Frauen. Auch bei privaten Feiern ist es auch immer so (wenn es nur eine Sauna gibt): Erst gehen die Frauen in der Sauna, dann die Männer.

In eine öffentliche Sauna siehst du auch niemanden in Finnland der während saunieren in der Sauna liegt. Das finde ich auch ziemlich doof in den deutschen Saunas. Es braucht viel Platz und na ja es schaut ja in 99 von 100 Fälle so was von unästhetisch aus!

Es gibt erstaunlich wenige Regeln wie man saunieren soll, im Grunde gibt es keine! Das ist das was mich immer wurmt wenn ich hier in Deutschland alle diese Regeln lese „wie“ man saunieren soll.

Alles muss nicht reglementiert werden in diese Welt, am wenigsten Saunieren!

Darum ist es ja auch OK wie „die Deutschen“ saunieren, aber mit finnische Saunakultur hat das wenig zu tun!

Gerade habe ich schnell auf Finnisch gegoogelt nach „wie saunieren“ (miten saunoa), aber Ich habe nichts gefunden! Nur Anleitungen wie man Saunas selber bauen kann!! Ist das nicht GEIL!! Keine oder kaum Anleitungen wie man saunieren soll!!

Hier ein paar Ideen / Anregungen und Tipps falls du in Finnland saunieren darfst/musst:

  1. Sauna ist immer Entspannung, bedeutet aber auch nicht dass es immer mehrere Stunden dauern muss.
  2. Die Saunatemperatur beträgt zwischen 70 und 130 °C.
  3. Eine „trockene“ Sauna ist ein No Go für eine Finne. Falls nicht jede 2-3 Minuten ein kleiner Aufguss (100-300 ml reines Wasser) gemacht wird wirst du schnell als „Schwede“ beschimpft. Je heißer die Sauna ist je weniger Wasser wird für den Aufguss verwendet.
  4. Nur Wasser kommt auf den Steinen! Die Sauna ist mehr oder weniger ein heiliger Ort die immer sauber gehalten werden muss. Dementsprechend gehören nie Honig, Salz oder andere Sachen in eine finnische Sauna.
  5. Das einzige was traditionell erlaubt ist, ist junge Birken Zweigen, wird aber sehr, sehr selten verwendet.
  6. Wenn es nicht deine eigene Sauna ist, solltest du aus hygienischen Gründen eine Sitzunterlage benützen. Normalerweise sind die aus Papier und werden nach jede Saunagang weg geworfen. Ein kleines Handtuch, traditionell aus Leinen, wäre auch möglich. Große Handtücher wie in Deutschland wären total unpraktisch da die sofort total nass werden. Die öffentlichen Saunas werden auch mehrmals pro Tag einfach mit ein Schlauch sauber gespült und die hohe Temperatur deifiziert dann wieder alles, also kein Grund zum Hygiene-Panik.
  7. In der Sauna sollte immer ein Eimer mit Wasser stehen, im greifweite, von einer der Badegäste. Wenn es jemand zu kalt ist sagt man: „Lisää löylyä kiitos“ (bitte mehr Aufguss). Wenn jemand schreit: „Lisää Löylyä – Perkele“ (mehr Aufguss – verdammt noch Mal) solltest du den ganzen Inhalt von den Wassereimer auf den Steinen schmeißen. Und sofort selber ganz nach unten gehen.
  8. Der der Aufguss macht sitzt immer auf die höchste Stufe. Wenn es dir zu warm wird, gehst du in der Sauna eine Stufe weiter nach unten. Wenn es dir immer noch zu warm ist einen weiteren Stufe nach unten. Wenn auch das nicht reicht gehst du raus aus der Sauna, kühlst dich ab, und versuchst das nächste Mal ob du nicht länger aushalten kannst.
  9. Wenn du das Aufgusswasser leer gemacht hast, bitte auffüllen. Eine trockene Sauna ist eine Horrorvorstellung für ein Finne!
  10. Du bleibst genauso lange in der Sauna wie du dich wohlfühlst. Normal ist 5-7 Minuten, sehr selten sitz jemand länger als 10 Minuten in der Sauna. Wenn du das Gefühl hast das es dir zu warm wird ->RAUS und abkühlen. Kein Tag ist den anderen gleich, manchmal brauchst du viel Wärme manchmal reicht auch wenig.
  11. Abkühlen: Erstmals den Schweiß abzuduschen ist immer eine gute Idee nach Saunieren. Schnelle Extreme Temperatur Unterschiede sind nicht nur unangenehm sind auch ungesund. Erst eine kurze kühle (nicht eisige) dusche ist immer eine gute Idee…dann ausdampfen, ab ins Eisbad, Eisloch, Kühlbecken, See, Meer, Pool oder was auch immer. Wenn es dir dann wieder langsam kühl wird kannst du schon zuhause gehen (aktive Sportler, mitten in Training reicht es oft mit einen Saunagang) oder du machst noch einen Saunagang.
  12. Wiederholen so oft du Lust hast und nicht vergessen zu trinken.
  13. EGAL was alle „offiziell“ sagen: Wenn der Situation und der Zeitpunkt passt schmeckt ein kühles Bier nach einen Saunagang besonders gut!
  14. Saunieren kann anstrengend sein wenn du mehrere Saunagänge machst, also solltest du das nur dann machen wenn dein Training nicht zu hart ist. Kurze Saunagänge kannst du täglich machen!

Viel Spaß bei saunieren, wo auch immer!

Weiterlesen

Faszientraining mit Angela Lindberg

Angela Lindberg: Faszien

Faszien

Gastbeitrag Angela Lindberg

Jeder spricht davon… Sie werden gerollt, trainiert, gedehnt – aber was Faszien wirklich sind, wissen die wenigsten.

In der Physiotherapie sind sie schon lange fester Bestandteil der Behandlung, in den Sportbereich hielten sie jedoch erst vor kurzem Einzug.

Wie so oft heutzutage wurden die Faszien nicht plötzlich entdeckt; die waren natürlich schon immer da, aber sie wurden mit anderen Namen bezeichnet: Bindegewebe, Muskelhaut, Knochenhaut, Bänder, Sehnen, Fett-Wasserspeicher usw. Erst kürzlich wurde schließlich alles unter einem Oberbegriff zusammengefasst: Faszie!

Der Begriff Faszie entstammt dem Lateinischen und bedeutet Band oder Bündel, was auf die Struktur hinweist. Fasziale Strukturen sind bandartiges, sehr reißfestes kollagenreiches Gewebe. Sie bestehen hauptsächlich aus Kollagen, Elastan und Wasser.

Wenn mich meine Patienten über Faszien befragen, erkläre ich sie meist so: Wenn man ein Stück Fleisch betrachtet, sind da milchig-weiße Häute zu sehen, dies sind die Faszien, und so sehen sie auch im menschlichen Körper aus.

Faszien haben viel verschiedene Aufgaben im menschlichen Körper, ihre Wichtigkeit wurde sicher lange unterschätzt.

Faszien umhüllen u.a. die einzelnen Muskeln, alle unsere Organe sowie die Knochen. Zum faszialen Gewebe zählen außerdem auch Sehnen und Bänder. So entsteht ein fasziales Netzwerk oder Geflecht, das alles in unserem Körper verbindet. Die einzelnen Muskeln, alle Organe, die Nerven und Knochen – sie alle werden von „der Faszie“ zusammengehalten.

Die Faszie ist also die Hülle des menschlichen Körpers – ohne Anfang und ohne Ende. Faszien formen nicht nur unseren Körper, sondern sind auch maßgeblich für unser Erscheinungsbild verantwortlich. Das bedeutet, würden wir alle Muskeln, Knochen und Organe unseres Körpers entfernen, so wäre immer noch ein individuelles Gerüst erkennbar, eine weiße milchige Hülle mit Taschen und Einbuchtungen, wo sich sonst Organe und Muskeln befänden.

Gleitfähigkeit

Durch die Faszie ist eine Abgrenzung einzelner Muskeln möglich. Nicht nur das Muskelbündel, auch jede einzelne Muskelfaser ist von einer Faszie umhüllt. Erst so wird es möglich die unterschiedlichen Muskeln zu bewegen. Stellen wir uns dies am Beispiel unseres Unterarms vor – ohne Faszien wären alle Muskeln miteinander verwachsen, und würden wir versuchen einzelne Finger zu bewegen, könnten wir dies nicht ohne die anderen Finger mitzubewegen. In diesem Zusammenhang könnte man sich die Faszien auch als „Ölfilm“ zwischen Muskeln, Knochen, Bändern und Organen vorstellen, bei dem Faszie gegen Faszie gleitet und so für ein perfektes Funktionieren sorgt.

Eine häufige und allgemeine Dysfunktion der Faszie ist ihre Verklebung oder Verhärtung. Dann hängt die Faszie an einem Punkt fest und zieht damit an der gesamten Faszienkette, wodurch Probleme/Schmerzen in anderen Körperregionen auftreten können. So lässt sich auch der Umstand erklären, dass bei Problemen der Lendenwirbelsäule beispielsweise die Wade oder die Schulter behandelt werden muss.

Auch Atmungsprobleme beim Sport können auf Verhärtungen von Faszien zurückführen lassen. Denn beim Einatmen dehnt sich die Lunge aus und die Organe im Bauchraum werden nach unten verschoben. Diese dürfen dabei aber nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Dies lässt sich nur durch ein reibungsloses Gleiten der Faszien gewährleisten.

Spannung und Elastizität

Die Faszien spielen auch eine wichtige Rolle in der Kraftentwicklung. Faszien erzeugen durch Dehnspannung Kraft und leiten diese im Körper weiter. Wir erinnern uns, auch Sehnen gehören zu den Faszien. Wird die Achillessehne beim Laufen gedehnt, gibt sie wie ein Gummiband die Energie an den Muskel zurück, wenn sich dieser zusammenzieht und unterstützt dabei die Muskelkraft. Das geschieht nicht ausschließlich in der Achillessehne, sondern im ganzen faszialen Apparat, womit eine Kraftspirale entsteht.

Anhand der Achillessehne ist das Prinzip leichter zu verstehen, doch auch die Faszie die den Muskel umhüllt ist bei der Kraftentwicklung beteiligt. Wenn wir uns die Faszien als Gummibänder vorstellen, so verhält sich eine verhärtete Faszie wie ein altes Gummiband, das sich nicht gut dehnt und nur wenig Kraft zurückgibt.

Je elastischer die Faszien sind, desto mehr Kraft kann erzeugt und übertragen werden. Auch die Feinabstimmung wird von einem gut funktionierenden Fasziennetz beeinflusst.

Es ist kein Zufall, dass Sprinter und Turner, die eine hochkomplexe Bewegung ausführen, und dabei gleichzeitig viel Kraft und Geschwindigkeit aufbringen müssen, einen Großteil ihres Trainings mit Faszien Training verbringen. Wenn man das Faszien Training mit anderen Worten bezeichnen würde, könnte man es Beweglichkeits-, Kraft-, Koordinations- oder Sprungtraining nennen. Auch die konkreten Trainingsmethoden kennt fast jeder: Dehnen, Zirkeltraining, Yoga, Sprungkrafttraining wie z.B. Lauf ABC sind nichts Anderes als Faszien-Trainingseinheiten.

Muskeln und Faszien können nicht getrennt trainiert werden. Meist sind es nur kleine Änderungen bereits bekannter Übungen mit einem bewussten Fokus auf die Faszien, die große Wirkungen haben.

Ein Beispiel hierzu wäre das Verwenden von Wackelbrettern oder Trainingskissen bei Kniebeugen im Krafttraining. Hier entsteht ein anderer Reiz, der eine koordinative Herausforderung für Muskeln und Nerven, aber auch Faszien darstellt. Dabei kann nur ein Bruchteil des Gewichts hochgestemmt werden obwohl der Einsatz gleich hoch bleibt. So entsteht ein perfektes Faszien-Training, ähnlich dem Functional Training, das aber nicht mit dem reinen Krafttraining zu verwechseln ist, wo Hypertrophie, Maximalkraft oder hormonelle Reize das Ziel sind.

Unsere gesamte Beweglichkeit hängt von den Faszien ab. Man kann sagen, wir sind so alt wie unser Bindegewebe. Wer das Altwerden hinauszögern möchte, tut gut daran, dieses Lebensnetz elastisch zu halten. Es gibt mehrere Faktoren, die die Elastizität aber auch die Gleitfähigkeit des Bindegewebes beeinflussen:

  • Operationen
  • Schonhaltungen
  • Bewegungsmangel
  • nichtphysiologischer Gebrauch des Körpers
  • falsche Ernährung, Übersäuerung
  • und vor allem Stress

Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Faszien im Körper umgebaut werden. Der gut dehnbare Anteil an Elastan nimmt ab und wird innerhalb der Faszie durch das zähe, kaum dehnbare Kollagen ersetzt.

Die Folge: Der Grundtonus erhöht sich um ein Vielfaches und die Faszie wird starr und unbeweglich. Auch die Gleitfähigkeit geht verloren und das führt dazu, dass Muskeln und Gelenke in ihrer Funktion eingeschränkt werden. So entstehen typische Faszien-Beschwerden, die schmerzhaft und natürlich auch leistungsmindernd sind.

Lymphe

Durch die sogenannte Muskelpumpe, also, wenn sich die Muskeln zusammenziehen und wieder entspannen, wird die Lymphe zwischen den Faszien in den Lymphbahnen abgeleitet. Die Faszie kann verkleben, wenn es z.B. auf Grund von Verspannungen zu einem Lymphstau kommt. Oft merken wir das z.B. bei langen Autofahrten oder im Flugzeug, wenn wir lange Zeit in derselben Position sitzen müssen. Um ein Verkleben der Faszien zu verhindern hilft lockere Bewegung um die Muskelpumpe zu aktivieren, ein Hochlagern der Beine oder eine leichte Massage.

Die Psyche steuert die Spannung der Faszien

Was die meisten nicht wissen ist, dass die Faszien mit Nervenendigungen durchzogen sind. Dadurch wirken sie auf unser vegetatives Nervensystem und sind gleichzeitig der Außenposten unseres autonomen Nervensystems. Über dieses haben wir keine bewusste Kontrolle, es regelt lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Verdauung. Hier entsteht eine Wechselwirkung die nicht zu unterschätzen ist.

Wenn wir im inneren Gleichgewicht sind, senkt sich unsere Körperspannung und die Faszien bleiben frei und gleitfähig, was einen entscheidenden Punkt im Sport bzw. Wettkampf darstellt. Mit zu viel Spannung verkleben die Faszien und hindern dadurch den Muskel optimal zu arbeiten und bestmögliche Leistung zu bringen.

Kurz gesagt: Stress fördert hohe Faszienspannung, aber umgekehrt führt eine hohe Faszienspannung zu Stress und wir fühlen uns unwohl und finden keine Ruhe. Wenn wir nie gelernt haben uns wirklich zu entspannen wird irgendwann die Tonuserhöhung zu unserem Problem. Es ist wie eine Spirale: Stress führt zu hoher Spannung, dadurch zu Unwohlsein und noch mehr Stress, weil man nicht zur Ruhe kommt. Dies führt dann wiederum zu noch mehr Spannung im Faszienapparat.

Der typische Triathlet legt normalerweise keinen Wert auf Entspannung. Er denkt, lieber fahre ich eine Stunde mehr Rad als mich zu entspannen. Dabei kommt es immer auf die richtige Mischung an. Training ohne Erholung ist nur Stress, und was Stress für die Faszien bedeutet wissen wir ja schon.

Gerade wenn wenig Zeit da ist, auf Grund von Job, Familie, Training und sonstigen Verpflichtungen wird die Zeit lieber aktiv als passiv genutzt. Solange das nicht in Stress ausartet und das innere Gleichgewicht bestehen bleibt ist das auch kein Problem. Wenn dieses jedoch ins Wanken gerät, hat man den typischen unbeweglichen, grobmotorischen, oft erst 30 Jahre alten Athleten, der sich schnell bei selbst scheinbar normalen Bewegungen verletzt. Zerrungen und Faszienrisse sind seine ständigen Begleiter.

Zusammenfassung

Bevor wir nun alle zum nächstbesten Faszien-Training losstürmen und noch mehr Stress in unseren bereits überfüllten Triathlon Trainingstag einbauen, hier eine Empfehlung:

Das Training sollte möglichst vielseitig aufgebaut sein. Mit Krafttraining, Dehnen, verschiedenen Übungen zur Stabilisierung, Koordination und Sprungkraft. Damit kann man schon einen Großteil des Faszien-Trainings abdecken.

Sehr effektiv, jederzeit machbar, und dadurch stressarm ist auch das sog. Fascial Release Training, auch bekannt unter dem kommerziellen Namen des Black Roll Trainings. Darum geht es kurzgesagt um eine Eigenbehandlung der Faszien. Sie funktioniert schnell und spürbar (schmerzhaft). Die Bindegewebsstrukturen werden abgerollt und geben unter diesem Druck nach. So können sich Verklebungen der Faszien lösen und zurück bleibt nicht nur ein besseres Körpergefühl, sondern auch erheblich mehr Beweglichkeit und Schmerzfreiheit.

Jeder ist individuell und jeder hat seinen eigenen Trainingsplan. Einige profitieren mehr von Black Roll Training, andere weniger, was auch von der jeweiligen Zusammensetzung von Kollagen und Elastan im Gewebe abhängig ist. Vergessen sollte man auch nicht die Therapiemöglichkeiten von Physiotherapeuten.

Text: Angela Lindberg
Erschienen im: Tritime Magazin

Weiterlesen

Genuß am Strand

Möglichkeiten oder Hindernisse

Siehst du Möglichkeiten oder Hindernisse?

Schwimmen ist der Grundstein für Triathlontraining

Mir fällt oft als Triathlon Trainer auf  wie leicht manche aufgeben. Es ist ähnlich wie das Marathonlaufen in Triathlon. Aufzugeben das Tempo zu drosseln, gehen oder sogar auszusteigen das sind in diese Moment schöne Alternative.

Ein Moment ist aber nur eine Definitionssache. Eine Million Jahre ist nur ein Moment wenn wir an die Entstehung von das Universum denken. Eine Woche ist ein Moment wenn wir an das Triathlon Jahr denken, ein oder ein paar Monate sind auch ein Moment wenn wir an den eigenen Triathlon Karriere denken.

Wenn es schwierig wird sollten wir diesen Moment erkennen, gleichzeitig verstehen das es nach diesen Moment wieder weiter geht. Wir sollen versuchen das Momentum aufrecht zu halten, zu kämpfen, nicht nachgeben bis die Zeiten wieder besser werden. Nur wegen ein Moment lohnt es sich ja nicht das ganze Arbeit was wir vorher gemacht haben auf Spiel zu setzen. Genauso ist es ja auch in der Langdistanz Marathon. Ein ständiges auf und ab von den Gefühlen und Schmerzen bis der Situation sich nach den Zieleinlauf sich verbessert.

Wir Triathleten sind jetzt in den glücklichen Situation das wir vielseitig sind. Wenn es um unsere Entwicklung geht gibt es immer Möglichkeiten besser zu werden.

Du kannst jetzt nicht schwimmen? So what! Arbeite an deine Flexibilität, informiere dich so dass du weißt wie Kraulschwimmen geht, oder MINDESTEN so dass du deinen eigenen  Kraulstil definieren kannst und dann kannst du tiefer in der Wissenswelt von Kraulschwimmen eintauchen.

Du bist Profi und frustriert da diese Saison praktisch nicht stattgefunden hat. Jetzt hast du eine super Möglichkeit dich um dein Profigeschäft zu kümmern. Wie komme ich ohne Wettkämpfe zu Geld? Habe ich ein Konzept? Was muss ich investieren?  Im Profisport geht es darum Geld mit der Sport zu verdienen. Sehr gut in der Sport zu sein schafft nur wenige aber viele können damit eine gute Basis für ein Leben schaffen.

Egal ob du jetzt Profi oder Amateur bist, diese kleine Coronaepisode wo wir uns jetzt befinden, bietet dir eine einmalige Möglichkeit Sachen Anders zu machen als bis her, das kann auch wunderschön sein!

Auf geht´s! Es gibt immer was zu tun!

Weiterlesen

Breitensportler Bilder

Breitensport

Breitensport: Breit, spitz oder richtig scharf?

Breitensport. Für mich hört sich dieses Wort so richtig doof an. Breit … langsam … und irgendwie ziemlich „schwabbelig“! Also ganz, ganz weit weg von dem, wie ein Großteil der Breitensportler sich selbst gerne sehen möchte oder definieren würde.

Aber lassen wir uns davon nicht in die Irre führen. An dieser Stelle möchte ich einmal die Resultate einer bedeutenden Veranstaltung analysieren. Wo finden wir das „breiteste Feld“?

 Ein Blick auf die Ergebnisliste des Ironman Kärnten aus dem Jahr 2009 zeigt, dass 62,1 Prozent aller Teilnehmer mit einer Endzeit zwischen 10:00:00 und 12:59:59 Stunden finishen, knapp 25 Prozent erreichten das Ziel mit „einer 11 davor“. Und elf Stunden sind für eine Langdistanz nicht gerade langsam. Ein Großteil der Triathleten investiert in aller Regel pro Woche sogar weit mehr Zeit in ihr Training als Fußballprofis oder Weltklasseleichtathleten. Dürfen wir in diesem Zusammenhang dann also überhaupt noch den Begriff Breitensportler verwenden?

Ziehen wir einfach mal bei 11:00 Stunden bei den Herren und 11:30 Stunden bei den Frauen eine Trennlinie und definieren all diejenigen, die schneller sind, als ambitionierte Hobbysportler und diejenigen, die mehr Zeit bis zur Ziellinie benötigen, als Gesundheits- und Lebensstilsportler. Athleten, die eine Sub 9 ½ beziehungsweise Sub 10 schaffen, definiere ich dagegen bereits als sehr leistungsorientierte Hobbysportler.

Zeitmanagement

Aber warum diese Einteilung? Erfahrungsgemäß liegen leistungsorientierte Hobbysportler in ihrer Einstellung, Trainingsaufwand, Ehrgeiz und vor allem in ihrem Talent sehr nahe an den Profisportlern. Teilweise sind sie – verglichen mit den schlechteren oder mittelmäßigen Profis – sogar schneller. In aller Regel sind sie auch wahre Meister im effektiven Zeitmanagement. Es ist erstaunlich, immer wieder zu erfahren, welch anspruchsvolle Berufe manch einer von ihnen ausübt. Schwimmen um 6:00 Uhr in der Früh vor der Arbeit, danach den ganzen Tag im Büro und am Abend wird noch eine Radeinheit absolviert. Ganz zu schweigen von dem kurzen Dauerlauf, den viele in die Mittagspause unterbringen. Persönliche und familiäre Bedürfnisse und Verpflichtungen einmal ganz außen vor gelassen. So ein Tagesablauf ist nicht nur sehr hart für den Körper, sondern auch für den Geist. Fakt ist, unser Körper ist nicht in der Lage, zwischen mentaler und körperlicher Beanspruchung zu unterscheiden: Stress ist Stress und dient keinesfalls der Erholung, denn Letztere ist neben Talent, Wille und Fleiß eine der wesentlichen Säulen für eine erfolgreiche Karriere. Aus diesem Grund sind auch extrem hohe Trainingsumfänge für im Berufsleben stehende Triathleten selten sinnvoll, auch wenn sie theoretisch sogar möglich wären.

Altersklasse oder Profi?

Während man in anderen Sportarten für die Erteilung einer Profilizenz neben seinen sportlich herausragenden Leistungen auch nachweisen muss, dass man seinen Lebensunterhalt mit dem Sport finanzieren kann, sieht das im Triathlon ganz anders aus. Jeder kann gegen Zahlung einer Gebühr eine Profilizenz erwerben. Unabhängig davon, welche Resultate bislang erzielt wurden. Obwohl sich ein Sieg in der AK30 für die meisten besser anhört als ein Platz 8 im Profifeld, entscheiden sich viele für das Profitum, obwohl sie – abgesehen von Materialzuwendungen – zum Beispiel keine 24.000 Euro an festen Einkünften aus Werbeverträgen oder Preisgeldern pro Jahr auf der Habenseite verbuchen können. Die Folge ist das Phänomen der sich im Profifeld tummelnden Altersklassenathleten. Es wäre sicherlich eine Überlegung wert, entsprechende Regelungen hinsichtlich Resultate und oder Einnahmen zu diskutieren.

Genusssportler

Aber wie sieht es dann jenseits der von mir gezogenen „Trennlinie 11 Stunden“ aus? Ich bin ganz ehrlich. Ich bewundere die eher langsameren Athleten und zolle ihnen allerhöchsten Respekt. Warum? Ein Großteil der dieser Leistungsklasse angehörigen Sportler könnte nicht nur deutlich mehr, sondern auch weitaus härter trainieren. Sie tun es aber nicht, weil – für viele unverständlich – die erzielte Zeit für sie nicht ganz oben auf der Prioritätsliste steht. Dort finden sich stattdessen Aspekte wie gesunder Lebensstil, Naturerlebnisse, die Motivation, aktiv zu bleiben oder einfach nur einmal im Leben eine Langdistanz zu finishen. Die Grundeinstellung ist bei ihnen eher in dem „wir schaffen es zusammen“ zu finden als schneller zu sein als der Nachbar oder Arbeitskollege. Bei jedem Wettkampf kann man das herrlich beobachten. Während die einen Kilometer für Kilometer verbissen und ohne jedwede Gesichtsregung runterspulen und dabei ständig Pulsuhr und Konkurrenz im Blick haben, entdeckt man insbesondere im hinteren Feld viele fröhliche Gesichter, die sich miteinander unterhalten, stehen bleiben, Familienmitglieder umarmen oder sich mit Freunden fotografieren zu lassen. Viele fragen ihre Mitstreiter, ob es ihnen gut geht und manche verbünden sich sogar, indem sie die letzten Kilometer gemeinsam und sich gegenseitig Mut zusprechend angehen.

Materialschlacht

Auch die Einstellung zum Material ändert sich. Während bei den schnelleren Triathleten kaum Zeitfahrräder unter 3.000 Euro zu finden sind, entdeckt man beim Rest nicht nur viele ältere Rennräder aus den Achtzigern und Neunzigern, sondern auch richtig teure „Maschinen“ mit einem Wert von weit über 6.000 Euro. Dies hat zur Folge, dass sich einige über die langsameren Athleten ziemlich lustig machen: Schau mal der da, fährt mit Scheibe und Tropfenhelm und musste den Berg hochschieben oder schafft noch nicht einmal einen 25-er Schnitt. In meinen Augen handelt es sich hierbei um furchtbares Gelaber. Der Neid springt diesen Zeitgenossen förmlich aus den Gesichtern. Wenn jemand sich teures Material leisten kann, Spaß daran hat und sich gut fühlt, dann soll er das doch machen. Andere kaufen sich schicke Leichtmetallfelgen für ihr Auto und fahren auf der Autobahn auch auf der rechten Spur und nicht auf der Überholspur oder so schnell wie Michael Schumacher. Wir Triathleten möchten einfach mit schönem Material trainieren und Wettkämpfe bestreiten. PUNKT.

Einstellungssache

Nachdem ich in den vorherigen Absätzen auf die verschiedenen Ausprägungen der Breitensportler eingegangen bin, möchte ich mit ein paar Sätzen zur Einstellung der Athleten zum Triathlonsport schließen. Jeder (Breiten-)Sportler sollte für sich herausfinden, warum und mit welcher Ambition er diesen Sport betreibt. Bei der Umsetzung seiner Passion gilt es dann, dieser Linie treu zu bleiben. Ansonsten besteht die Gefahr, sich in Widersprüche zu verrennen. Anhand von zwei Beispielen möchte ich Ihnen diese Thematik etwas näher bringen:

Frau X, eine leistungsorientierte Hobbyathletin, hat sich in diesem Jahr vorgenommen, ihre persönliche Bestzeit in einem Triathlon zu verbessern. Es ist März, ziemlich kühl, es regnet und keine Wetterbesserung in Sicht. Auf dem Trainingsplan stehen drei Stunden Radfahren. Dies gefällt Frau X aber gar nicht. Sie überlegt, wie sie den Tag retten könnte. Als Alternativen kommen drei Stunden auf der Rolle, das Training ausfallen lassen oder es zu verkürzen infrage. Was folgt, ist der klassische Interessenskonflikt: Einerseits möchte Frau X eine neue Bestzeit aufstellen, anderseits ist sie jedoch nicht dazu bereit, alles dafür Erforderliche zu tun.

Herr X, ein gesundheitsorientierter Sportler, hat das ganze Jahr über sein Training genossen und die verschiedenen Jahreszeiten in der freien Natur intensiv erlebt. Er war immer motiviert und fühlte sich auch nie überfordert. Triathlon macht er, weil ihm die Kombination der drei Sportarten unheimlich viel Spaß macht und er sich dadurch fit und gesund fühlt. Und endlich ist er da. Der Tag der Tage: Er steht an der Startlinie seines ersten Triathlonwettkampfes. Schwimmen? Ein Genuss! Radfahren? Ein Traum! Und das Laufen? Auch …, bis dieser Schnösel aus seinem Büro, den er nicht ausstehen kann, kurz vor dem Ziel zu ihm aufläuft und überholt. Auf einmal macht es Klick und aus einem genussorientierten Wettkampf wird ein Ausscheidungsrennen. Im Ziel ist er dann total am Boden zerstört. Der Schnösel war schneller, er ist völlig ausgepumpt und irgendwie hat er den Wettkampf in ganz schlechter Erinnerung. Er verschwendet sogar Gedanken darüber, ob er überhaupt noch einmal an einer weiteren Veranstaltung teilnehmen möchte. Schließlich besteht ja die Gefahr, dass sein Kollege ebenfalls angemeldet ist. Sie sehen, auch in der Kategorie Genießer können typische Interessenskonflikte auftreten.

Schlussfolgerung

Finden Sie also heraus, warum Sie diesen herrlichen Sport ausüben. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Wettkampf. Nur wenn Sie sich darüber im Klaren sind, was Ihre Antriebe und Ihre Ziele sind, können Sie daran arbeiten, diese zu erreichen und auch an Ihre Grenzen gehen. Stehen Sie auch dazu, gegebenenfalls „nur“ ein Genusssportler zu sein. Setzen Sie sich dann aber auch mit Unverständnis und möglichen „Anfeindungen“ oder dem soeben beschriebenen unerwarteten Ausscheidungsrennen auseinander. Beantworten Sie sich immer wieder die Frage: Was möchten Sie erreichen? Schreiben Sie sich Ihre Zielsetzungen auf und stecken Sie den Zettel in ihre Brieftasche. Und wenn Sie ein schlechtes Gewissen haben, weil die anderen so viel oder hart trainieren oder Ihre Motivation einmal ganz unten im Keller ist, so können Sie jederzeit Ihre Ziele nachlesen.

Natürlich ändern sich mit der Zeit auch Ihre Gründe, warum Sie Triathlon machen. Auch wenn Sie von einer zur anderen Sekunde Ihre Ziele mental verändern können, bedenken Sie dabei, dass Ihr Körper eine Anpassungszeit über viele Monate benötigt, um das Niveau Ihrer Vorstellungskraft zu erreichen. Machen Sie sich deshalb in der trainingsarmen Zeit zum Jahreswechsel Gedanken über das „Warum“ und die daraus resultierenden Konsequenzen.

May the motivation be with you!

 Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im: Tritime Magazin

Weiterlesen