Zum Hauptinhalt springen
Krafttraining für Triathleten

Triathlon und Hormone

Triathlon Training und Hormon-ausschüttung: Wie Krafttraining die Regeneration beeinflussen kann

Krafttraining für Triathleten

Warum Hormone im Triathlon Training eine zentrale Rolle spielen

Im Triathlon Training entscheidet nicht nur die Trainingsbelastung über Fortschritt, sondern vor allem die hormonelle Reaktion des Körpers. Zwei Hormone stehen dabei im Mittelpunkt: Testosteron und Wachstumshormon (GH= Growth Hormone). Beide steuern Reparaturprozesse, Muskelaufbau und Anpassung an Trainingsreize. Während Testosteron vor allem die Muskelregeneration unterstützt, fördert Wachstumshormon die Gewebeerneuerung und spielt eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel.

Was im Körper nach intensivem Ausdauertraining passiert

Längere oder harte Ausdauereinheiten – wie sie im Triathlon Training üblich sind – führen häufig zu einer vorübergehenden Absenkung anaboler Hormone. Besonders Testosteron sinkt nach langen Läufen oder Radausfahrten spürbar ab. Das ist ein normaler Teil der Trainingsanpassung, bedeutet aber auch, dass die Regeneration hormonell zunächst gedämpft ist.

Krafttraining als hormoneller Gegenpol

Mehrere Studien zeigen, dass intensives Krafttraining die Ausschüttung von Testosteron und Wachstumshormon deutlich stärker anregt als ein Ruhetag. Besonders Hypertrophie‑orientiertes Training mit hohen Lasten und moderatem Volumen erzeugt eine messbare hormonelle Reaktion. Wachstumshormon steigt dabei besonders stark an, abhängig von Intensität, Satzpausen und der eingesetzten Muskelmasse. Diese hormonelle Umgebung kann die Regeneration nach Ausdauerbelastungen unterstützen und beschleunigen.

Warum die Studienlage zur Hormon-
ausschüttung so schwierig ist

Die Hormonausschüttung ist extrem sensibel und schwankt über den Tag in Wellen. Schlaf, Ernährung, Stress, Tageszeit und die Belastung des Vortags beeinflussen die Werte stark. Deshalb ist es wissenschaftlich enorm schwer, eindeutige Aussagen zu treffen. In der Praxis zeigt sich jedoch: Athletinnen und Athleten profitieren häufig von gezielt eingesetztem Krafttraining an Tagen, die eigentlich als Ruhetage geplant wären – vorausgesetzt, die Gesamtbelastung bleibt im Gleichgewicht.

Anpassung ist entscheidend: Warum Timing und Trainingsstand eine Rolle spielen

Damit Krafttraining die Regeneration unterstützt, muss der Körper bereits an Kraftreize gewöhnt sein. Wer zum ersten Mal schwere Gewichte bewegt, bekommt Muskelkater – und das hilft der Erholung natürlich nicht. Auch direkt nach einem Ironman ist schweres Krafttraining nicht sinnvoll. Interessanterweise gab es jedoch schon in den 90ern Trainer, die Athleten am Tag nach einem Ironman ins Fitnessstudio schickten – ohne negative Effekte (ich war eins davon). Entscheidend ist der Trainingsstand und die individuelle Belastbarkeit.

Triathlon Training und Hormonausschüttung bei Frauen: Ein eigener Mechanismus

Viele Studien basieren auf männlichen Probanden, doch Frauen reagieren hormonell anders. Testosteron spielt bei ihnen eine kleinere Rolle, da die Werte nur etwa 5–10 % der männlichen Werte betragen. Trotzdem steigt Testosteron auch bei Frauen nach Krafttraining an – nur weniger stark. Dafür ist Wachstumshormon bei Frauen ein wesentlich wichtigerer Regenerationsfaktor, und hier reagieren sie oft sogar stärker als Männer. Grund dafür ist Östrogen, das die GH‑Antwort verstärkt und gleichzeitig zellschützend, entzündungshemmend und reparaturfördernd wirkt.

Östrogen als unterschätzter Regenerationsfaktor

Östrogen beeinflusst im Triathlon Training mehrere entscheidende Prozesse:

  •  es schützt Muskelzellen vor Schäden
  • es reduziert Entzündungen
  • es unterstützt die Kollagensynthese in Sehnen und Bindegewebe
  • es verstärkt die Wachstumshormon‑Ausschüttung

Frauen regenerieren dadurch teilweise effizienter – allerdings stark abhängig von der Zyklusphase.

Zyklusabhängige Hormonausschüttung im Triathlon Training

Die hormonelle Reaktion auf Training variiert über den Zyklus:

  • Hohe Östrogenphase (späte Follikelphase): stärkere GH‑Antwort, bessere Regeneration, höhere Kraft
  • Lutealphase (hohes Progesteron): höhere Ermüdung, schlechtere Thermoregulation

Das macht Forschung an Frauen komplex – und erklärt, warum viele Studienergebnisse nicht 1:1 übertragbar sind.

Praktische Bedeutung für Triathletinnen und Triathleten

Ein Ruhetag nach einem Ausdauerblock führt hormonell zu einer eher passiven Phase. Ein gezieltes Krafttraining kann dagegen die Ausschüttung anaboler Hormone anregen und so Reparaturprozesse beschleunigen. Das gilt für Männer und Frauen – aber über unterschiedliche hormonelle Wege. Wichtig bleibt: Die Gesamtbelastung muss stimmen, sonst droht Übertraining.

Summa sumarum: Krafttraining als strategisches Werkzeug im Triathlon Training

Die aktuelle Datenlage deutet darauf hin, dass ein Hypertrophie‑Krafttraining anstelle eines klassischen Ruhetags die hormonelle Regeneration unterstützen kann. Ruhetage bleiben wichtig, aber Krafttraining kann eine strategisch wertvolle Option sein, um Anpassungen zu maximieren und die Hormonausschüttung gezielt zu beeinflussen – sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Weiterlesen

Mentaltraining in Triathlon Sport

Die goldenen Coaching-Regeln

Die goldenen Coaching-Regeln im Triathlon

Gesund trainieren, Leistung sinnvoll entwickeln und den Sport langfristig in das eigene Leben integrieren

Mentaltraining in Triathlon Sport

Im Triathlon Coaching gibt es für mich einige Grundsätze, die wichtiger sind als Trainingsstunden, Wattwerte oder Platzierungen.

Die erste Regel lautet:

Gefährde niemals deine Gesundheit für sportlichen Erfolg.

Die zweite Regel steht damit unmittelbar in Verbindung:

Versuche, mit dem geringstmöglichen Aufwand den größtmöglichen sinnvollen Trainingseffekt zu erzielen.

Das bedeutet nicht, dass man immer wenig trainieren sollte. Es bedeutet, dass jede Einheit einen Zweck haben und zum Athleten, zum Ziel und zum restlichen Leben passen muss.

Nach mehr als 30 Jahren als Trainer und über 40 Jahren im Ausdauersport haben sich für mich daraus einige goldene Coaching-Regeln entwickelt.

Mehr über mein Triathlon Coaching

Regel 1: Gesundheit steht immer an erster Stelle

Sport soll die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität fördern.

Natürlich kann leistungsorientiertes Training den Körper zeitweise stark beanspruchen. Müdigkeit, Muskelkater und vorübergehende Erschöpfung gehören manchmal dazu. Sie dürfen aber nicht zum dauerhaften Normalzustand werden.

Warnzeichen wie anhaltende Schmerzen, ungewöhnliche Erschöpfung, wiederkehrende Infekte oder deutliche Leistungseinbrüche sollten ernst genommen werden.

Ein guter Coach muss deshalb nicht nur wissen, wann ein Athlet mehr trainieren kann. Er muss ebenso erkennen, wann weniger Training, zusätzliche Erholung oder eine medizinische Abklärung sinnvoll sind.

Sportlicher Ehrgeiz darf niemals wichtiger werden als die langfristige Gesundheit.

Regel 2: Doping ist ein absolutes No-Go

Doping jeglicher Art ist für mich weder sportlich noch menschlich akzeptabel.

Es widerspricht dem Gedanken eines fairen Wettkampfs und kann erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Ein sportlicher Erfolg, der durch unerlaubte Mittel entstanden ist, besitzt für mich keinen wirklichen Wert.

Eine sportliche Karriere ist immer nur ein begrenzter Abschnitt des Lebens. Die möglichen gesundheitlichen, persönlichen und gesellschaftlichen Folgen können dagegen weit darüber hinausreichen.

Erfolg darf nicht um jeden Preis angestrebt werden.

Ein Athlet sollte später mit Stolz auf seine Leistungen zurückblicken können – ohne Zweifel daran, wie sie entstanden sind.

Regel 3: So viel Training wie nötig – nicht so viel wie möglich

Triathleten neigen häufig dazu, Trainingsumfang mit Trainingsqualität gleichzusetzen.

Mehr Kilometer, mehr Stunden und mehr Einheiten wirken auf den ersten Blick wie der sichere Weg zu besseren Leistungen. In der Praxis führt zusätzliches Training aber nur dann zu Fortschritten, wenn der Körper es verarbeiten kann.

Training setzt einen Reiz. Die eigentliche Anpassung entsteht in der Erholung.

Deshalb lautet eine meiner wichtigsten Fragen bei der Trainingsplanung nicht:

Wie viel kann dieser Athlet maximal trainieren?

Sondern:

Wie viel Training braucht dieser Athlet, um sein Ziel sinnvoll zu erreichen?

Unnötige Einheiten kosten nicht nur Zeit. Sie können auch:

  • die Regeneration verschlechtern
  • die Qualität wichtiger Einheiten reduzieren
  • Motivation und Freude mindern
  • beruflichen oder familiären Stress verstärken
  • das Risiko von Überlastungsproblemen erhöhen

Effizientes Training bedeutet nicht automatisch leichtes Training. Es bedeutet, Belastung bewusst und zielgerichtet einzusetzen.

individuelle Trainingsplanung im Triathlo

Regel 4: Der Sport muss zum Leben des Athleten passen

Wir sind nicht nur Sportler.

Wir sind gleichzeitig Partner, Eltern, Freunde, Arbeitnehmer, Unternehmer oder Menschen mit weiteren Interessen und Verpflichtungen.

Eine sportliche Karriere oder eine besonders leistungsorientierte Phase ist im Verhältnis zum gesamten Leben meist relativ kurz. Deshalb sollte gut überlegt werden, welche Opfer für ein bestimmtes Ziel sinnvoll und vertretbar sind.

Fragen, die dabei eine Rolle spielen:

  • Wie viel Zeit bleibt für Familie und Freunde?
  • Welche beruflichen Verpflichtungen bestehen?
  • Wie viel Schlaf ist realistisch möglich?
  • Welchen Stellenwert soll der Sport einnehmen?
  • Welche Einschränkungen ist der Athlet freiwillig bereit zu akzeptieren?
  • Ist das Ziel den notwendigen Aufwand tatsächlich wert?

Es gibt darauf keine allgemeingültige Antwort.

Ein Profi mit internationalen Zielen wird andere Prioritäten setzen als ein Age-Grouper, der gesund bleiben und neben Beruf und Familie einen Ironman finishen möchte.

Beide Wege sind legitim. Entscheidend ist, dass Ziel und Lebenssituation zusammenpassen.

Regel 5: Wissenschaft nutzen – den Menschen nicht vergessen

Trainingswissenschaft liefert wertvolle Grundlagen.

Sie hilft uns, Belastungen zu strukturieren, Trainingsbereiche zu bestimmen und Zusammenhänge zwischen Training, Anpassung und Erholung besser zu verstehen.

Doch wissenschaftliche Modelle beschreiben häufig Durchschnittswerte. Ein Coach arbeitet dagegen mit einem konkreten Menschen.

Zwei Athleten können denselben Trainingsplan absolvieren und völlig unterschiedlich darauf reagieren.

Deshalb müssen wissenschaftliche Erkenntnisse immer mit folgenden Faktoren verbunden werden:

  • persönlicher Erfahrung
  • genauer Beobachtung
  • Rückmeldungen des Athleten
  • Leistungsentwicklung
  • Erholungsfähigkeit
  • Alltag und Stress
  • individuellen Stärken und Schwächen

Daten sind wichtig. Sie ersetzen aber weder Kommunikation noch Erfahrung.

Kommunikation

Regel 6: Verletzungsprävention gehört zum Training

Viele Sportler kümmern sich erst um Beweglichkeit, Stabilität oder muskuläre Schwächen, wenn bereits Beschwerden entstanden sind.

Für mich gehören diese Themen von Anfang an in eine langfristige Trainingsplanung.

Dazu können je nach Athlet gehören:

  • Krafttraining
  • Mobilisation
  • Stabilisation
  • technische Arbeit
  • ausreichende Erholung
  • sinnvoller Belastungsaufbau
  • passende Ausrüstung
  • frühzeitiges Reagieren auf Beschwerden

Nicht jede Verletzung lässt sich verhindern. Das Ziel sollte aber sein, vermeidbare Risiken möglichst früh zu erkennen und zu reduzieren.

Gerade mit zunehmendem Alter wird deutlich, dass langfristige Leistungsfähigkeit nicht nur durch Ausdauertraining entsteht.

Ein starker, beweglicher und belastbarer Körper ist die Grundlage dafür, den Sport über viele Jahre ausüben zu können.

Regel 7: Extrembelastungen brauchen eine langfristige Vorbereitung

Ein Langdistanz-Triathlon, ein Ultrawettkampf oder ein anderes extremes Ausdauerereignis stellt für den Körper eine außergewöhnliche Belastung dar.

Das bedeutet nicht automatisch, dass solche Ziele grundsätzlich falsch sind. Entscheidend ist, wie man sich darauf vorbereitet und wie häufig man solche Belastungen absolviert.

Eine sinnvolle Vorbereitung sollte:

  • langfristig aufgebaut sein
  • den aktuellen Leistungsstand berücksichtigen
  • ausreichend Erholung enthalten
  • gesundheitliche Voraussetzungen beachten
  • realistisch in den Alltag passen
  • nach dem Wettkampf genügend Regeneration ermöglichen

Der Wettkampf selbst ist nur die Spitze des Eisbergs.

Der gesundheitliche und sportliche Wert entsteht vor allem durch den strukturierten Weg dorthin: regelmäßige Bewegung, bessere Ausdauer, zunehmende Belastbarkeit und das Erreichen eines persönlichen Ziels.

Extreme Ziele brauchen deshalb keine extreme Ungeduld, sondern besonders viel Geduld.

Regel 8: Freude am Sport ist kein Luxus

Nicht jede Trainingseinheit muss Spaß machen.

Manchmal gehört es zum Training, Dinge zu tun, die anstrengend, monoton oder unbequem sind. Langfristig kann ein Athlet aber nur dann erfolgreich trainieren, wenn der Sport insgesamt als sinnvoll und positiv erlebt wird.

Wenn jede Einheit nur noch als Pflicht empfunden wird, geht irgendwann etwas Entscheidendes verloren.

Freude am Sport unterstützt:

  • Motivation
  • Beständigkeit
  • Lernbereitschaft
  • mentale Gesundheit
  • langfristige Entwicklung

Ein guter Coach muss deshalb nicht nur fragen, was physiologisch wirksam wäre.

Er muss auch prüfen, ob der Athlet bereit und motiviert ist, diesen Weg über längere Zeit zu gehen.

Regel 9: Ziele dürfen verändert werden

Ein Ziel ist kein unveränderbarer Vertrag.

Lebensumstände können sich ändern. Gesundheit, Beruf, Familie oder Motivation können dazu führen, dass ein ursprünglich passendes Ziel nicht mehr sinnvoll ist.

Das ist kein Scheitern.

Manchmal ist es die klügste Entscheidung, ein Ziel anzupassen, zu verschieben oder durch ein neues zu ersetzen.

Gutes Coaching bedeutet nicht, einen Athleten um jeden Preis an einem alten Ziel festzuhalten. Es bedeutet, gemeinsam zu beurteilen, welcher Weg unter den aktuellen Bedingungen sinnvoll ist.

Ziele anzupassen

Regel 10: Nachhaltige Entwicklung ist wichtiger als kurzfristiger Erfolg

Ein einzelner guter Wettkampf kann vieles überdecken.

Ein Athlet kann trotz falscher Trainingssteuerung, zu hoher Belastung oder unzureichender Erholung kurzfristig erfolgreich sein. Das macht den eingeschlagenen Weg aber noch nicht automatisch richtig.

Für mich ist Coaching dann erfolgreich, wenn ein Athlet:

  • sich langfristig entwickelt
  • gesund und belastbar bleibt
  • seine Ziele realistisch erreicht
  • sein Training versteht
  • selbstständiger wird
  • Freude am Sport behält

Kurzfristiger Erfolg ist schön.

Nachhaltige Entwicklung ist wertvoller.

Fazit: Gutes Coaching schützt den Menschen hinter der Leistung

Die wichtigste Aufgabe eines Coaches besteht nicht darin, möglichst viele Trainingseinheiten zu planen.

Ein Coach trägt Verantwortung dafür, Belastung, Zielsetzung und Lebenssituation sinnvoll miteinander zu verbinden.

Meine goldenen Coaching-Regeln lassen sich deshalb auf wenige Grundgedanken reduzieren:

  • Gesundheit vor kurzfristigem Erfolg
  • fairer Sport ohne Doping
  • Qualität vor unnötiger Quantität
  • Training passend zum Alltag
  • Wissenschaft verbunden mit Erfahrung
  • Prävention statt spätem Reparieren
  • Geduld bei großen Zielen
  • Freude als Grundlage der Beständigkeit
  • flexible Zielsetzung
  • langfristige Entwicklung statt kurzfristiger Effekte

Ein guter Trainingsplan soll nicht nur schneller machen.

Er soll dem Athleten helfen, sich sportlich weiterzuentwickeln, ohne dabei die Gesundheit und das restliche Leben aus den Augen zu verlieren.

Der nächste Schritt

Du suchst ein Triathlon Coaching, bei dem nicht nur Trainingsstunden und Leistungswerte zählen, sondern auch Gesundheit, Alltag und langfristige Entwicklung?

Auf Ad Extremum findest du weitere Informationen zu meinem individuellen Triathlon Coaching für Einsteiger, Age-Grouper und leistungsorientierte Athleten.

Zum persönlichen Triathlon Coaching

Passende Beiträge zum Thema

Weiterlesen

Triathlon-Training und Triathlon Trainingspläne

Krafttraining für Langdistanz?

Viel Trainieren oder Clever Trainieren?

Kommentar: Diesen Blogeintrag habe ich in 2018 geschrieben! Es war also genau wenn „der norwegische Speed-Train“ angefangen hat zu beschleunigen! Mittlerweile weiß man ja schon einiges über das Training von Ideen und Blummenfelt,  es gehört ja so zu sagen zum skandinavischen Tradition ziemlich offen darüber zu sprechen wie man trainiert und wie viel. Sie trainieren viel (Jahresdurchschnitt inkl. Ruhe- und Übergangs-Perioden knapp 30 Stunden) und sie machen (außer es gibt definierte muskuläre Defizite) kein Krafttraining! Zwischen Kurz und Langdistanz haben die beiden den letzten zwei Jahren praktisch alles abgeräumt.


Mitte der 90er Jahre hatte ich die große Ehre und das Vergnügen Peter Snell bei einem Coaching-Seminar in Finnland zu erleben. Damals war Snell schon ein älterer Gentleman mit grauem Haar und ein paar zusätzlichen Kilo auf den Rippen, als noch zu Zeiten seiner aktiven Karriere. Augenscheinlich also nicht sofort als Olympia-Goldmedaillen-Gewinner zu erkennen (1960 auf 800m in 1.46!!!!!).

Aber bei genauerem Hinsehen erkannte man sofort, dass dieser Herr Herausragendes geleistet hatte. Es ist schwer zu schildern was genau es war, aber er besaß eine Aura von „ich weiß was ich kann und ich weiß was ich erreicht habe und dementsprechend muss ich auch keinem mehr etwas beweisen“. Eine Ausstrahlung und Selbstsicherheit die alle herausragenden Sportler gemeinsam haben.

In seiner Vorlesung schilderte er, wie er unter Arthur Lydiard trainierte und wie er später als Mediziner herauszufinden versuchte, warum diese Trainingsmethodik bei ihm und den anderen so gut funktioniert hatte. Was war es also?

Wie Sie vielleicht schon wissen, gibt es verschiedene Arten von Muskelfasern. Es gibt schnell kontrahierende Muskelfasern die auch als weiße Muskelfasern bezeichnet werden, und es gibt langsam kontrahierende Muskelfasern die als rote Muskelfasern bezeichnet werden. Des Weiteren gibt es noch einen Rest von Muskelfasern, die sich durch entsprechendes Training anpassen, entweder zu langsame oder schnell kontrahierende Muskelfasern werden.

Die Verteilung der verschiedenen Muskelfasern ist individuell und kann nicht von uns beeinflusst werden. Das ist auch der Grund warum einige das Talent besitzen schnell zu laufen, da sie zu einem größeren Teil auf schnell kontrahierende Muskelfasern zurückgreifen, aber andere dafür das Talent besitzen lang und etwas langsamer zu laufen. Diesbezüglich ist der 800 Meter Lauf eine sehr interessante Laufstrecke, da hierbei eine hohe Anforderung an die Geschwindigkeit, aber auch an die Ausdauer des Läufers gestellt wird. Man sagt das der 800m Lauf der Distanz ist wo der Energiebereitstellung zu 50% anaerob ist und zu 50% aerob. Dementsprechend gibt es im Training verschiedene Möglichkeiten sich dieser 800 Meter Distanz anzunähern. Entweder über Geschwindigkeit, wo selten Umfänge über 60-70 km in der Woche gelaufen werden, oder dann über Ausdauer, wie Lydiard und Peter Snell es getan haben, mit sehr hohen Umfängen. Peter Snell hat damals zusammen mit den Marathonläufern von Lydiard trainiert und regelmäßig Wochen Umfänge von über 160 km absolviert.  Bei einem solchen Training, fand Snell damals in seinen Untersuchungen heraus, in dem der Athlet so viel läuft, trainiert er effektiv sämtliche Muskelfasern, sowohl die langsamen als erstaunlicherweise auch die schnellen.

Snell erzählte: „Damals, wenn ich in einer Trainingseinheit  32 km gelaufen bin, „locker“ mit 3:20-3.40 min/km, ließ mein Körper erst die langsamen Muskelfasern arbeiten, da sie für eine solches Training ausgelegt sind. Nach einer Weile aber, etwa nach 20-25 km, begannen die langsamen Muskelfasern zu erschöpfen  und der gespeicherte Energie war verwendet, die schnellen Muskelfasern aber, die bis dahin vom Körper geschont und nicht zur Arbeit hinzugezogen wurden, waren dementsprechend noch einsatzbereit und wurden vom Körper nun zusätzlich aktiviert.“ (Die letzten 8 Wochen vor den Hauptwettkampf stand dann zwei Mal wöchentlich harte 200 Meter Intervalle im Plan, und der Vorbereitung für diese letzten harten 8 Wochen geschah mit verschiedene Formen von Berg oder Sanddünen Training)

Fazit: Wenn ein Athlet nun also sehr umfangreich trainiert, kann er letztendlich sowohl die langsamen als auch die schnell kontrahierende Muskelfasern trainieren.

Meiner Erfahrung nach funktioniert diese Methodik bei Triathleten ab einem Umfang von etwa 30 Stunden Training pro Woche. Und dann können auch diese Athleten erstaunliche Leistungen auf sowohl kürzere Strecken wie auch am langen Strecken vollbringen. Wenn du also sehr viel trainieren kannst brauchst du nicht unbedingt Krafttraining!

Es gibt aber eine andere Seite. Wer von uns kann regelmäßig über 30 Std. in der Woche trainieren? Und sich davon noch regenerieren

Die weltbesten Marathonläufer trainieren selten oder nie mehr als 15 maximal 20 Std. in der Woche (200-230 km/Woche) und niemand würde sagen sie haben eine schlechte Ausdauer.

Also auch für Triathleten kann diese, relativ gesehen „niedrige“ Menge Training sehr, sehr weit führen (=in der Nähe von 8 Stunden auf der Langdistanz). Es erfordert nur Talent, Krafttraining und die richtige Mischung aus verschiedene Intensitäten. In meiner Meinung gehört dazu also ganz essenziell: Clever eingesetzte Krafttraining! Dadurch bekommen die Muskeln auch den benötigen Reitz da „nur“ 15-20 Std. VERTEILT auf Schwimmen, Radfahren und Laufen nicht ausreicht um muskulär ein Langdistanz im schnellen Tempo durchzustehen. Speziell hilfreich ist Krafttraining dann für den letzten Drittel im jeden Disziplin und speziell gilt das für laufen!

Das geile ist: Je weniger du trainierst also in Bereich von 5-15 Std. / Woche umso mehr profitierst du von der Krafttraining!

Weiterlesen

Treppentraining als Trendsport in Finnland

Treppentraining

Aus Alt mach Neu!

Kürzlich waren wir wieder in Finnland zur Familienbesuch,  das ich auch mit ein Arbeitsauftrag für mein Heimatverein (Helsinki Triathlon) kombinieren könnte. Seit ein paar Jahren gibt es einen neuen Outdoor-Sport-Trend: TREPPENTRAINING.

Überall wo es eine kleine Hügel gibt werden von den Kommunen Konditionstreppen gebaut.

Dabei ist ja Treppentraining nichts Neues. Schon als Heranwachsender haben wir Treppentraining in der Eishockey-Sommertraining  gemacht. Praktisch so lange wenn es Leichtathletik-Stadien gibt, trainieren die Leichtathleten (egal welche Disziplin) an den Treppen. Skispringer, Langläufer, Alpinskifahrer, Fußballer, Handballer, Radfahrer…Alle kennen Treppentraining.

Eigentlich war es ja nur eine Zeitfrage wann diese Trainingsform auch Otto-Normal-Athleten erreicht.

Hier in Deutschland ist Treppentraining noch relativ unbekannt aber ich schätze das könnte auch bald hier kommen und zum neuen Mode-Sportart werden.

Der Treppe als „Trainingsgerät“ ist super vielfältig.

Du kannst unterschiedliche Gang/Lauf-Arten wählen wie du die Treppen hoch gehst, du kannst sogar Übungen wie Ausfallschritte, Liegestütze, auf allen Vier hoch gehen, Burpies ja, fast alles einbauen. Du kannst Intensitäten variieren, die Erholung,  die Wiederholungen. Im Video oben siehst du ein paar Beispiele.

So kannst du Ausdauer, Schnelligkeit, Rhythmus, Gleichgewicht, Koordination, Kraft und vor Allen auch Elastizität trainieren.

Alles kostengünstig und außen in die frische Luft. Einmal die Treppe bauen und die Nutzung ist kostenlos (jedenfalls in Finnland) und verbessert der Gesundheit und der Zufriedenheit der Bevölkerung.

Das Treppentraining wirklich für jeder geeignet ist und Spaß macht, zeigt meine Onkel und Tante hier auf diese Bilder (Tack Marja-Leena och Håkan!).

Treppensteigen in Finnland

Sicher gibt es schon irgendwo extra für Training gebaute Treppen in Deutschland, ich habe aber bis jetzt keine gesehen. Wäre toll wenn diese Trend auch hier kommt!

Warum Elastizität für uns Triathleten wichtig ist kannst du HIER lesen!

Weiterlesen

Beispiel für Zirkeltraining, Bennie Lindberg

HIIT CrossFit Zirkeltraining

HIIT ODER CROSSFIT – WIR NANNTEN ES ZIRKELTRAINING

Hier ein Übung das wir (meine finnische Triathlon Profi-Team) früher das ganze Jahr gemacht haben. Sicher haben wir hier etwas richtig gemacht da wir alle mit etwas über 20 Std. Training in der Woche sehr schnell auf der Langdistanz waren.

Natürlich habe ich es auch hier in mein Coaching eingebunden und viele von euch haben es auch zu spühren bekommen! In der Gruppe – einfach eine geile Einheit!

Diesem Training empfehle ich für Athleten die über 35 Jahre alt sind, nicht Vollgas zu machen, dafür ist es einfach zu brutal aber wenn du jünger bist und es verkraftest -> try it!

Heutzutage nennt man so was HIIT Training oder Crossfit aber wir haben es damals einfach Zirkeltraining genannt.

Während den Wintermonaten war es unsere einzige anaerobe Einheit, während den Sommermonaten hat es uns die nötige muskuläre Ausdauer gegeben um den Ironman Marathon noch deutlich unter 3 Std. zu laufen!

Einsatzzweck heutzutage: Überall machbar, sogar in ein Hotelzimmer und nach 30 bis 50 Minuten bist zu garantiert durch!

Somit ist effektives Training überall und jederzeit machbar!

Merk: Es ist kein Krafttraining und kann Krafttraining nicht ersetzen… aber optimal ergänzen!

Weiterlesen

wie bekomme ich einen Sixpack?

Top 3 Fitness Irrtümer

wie bekomme ich einen Sixpack?

Top 3 Fitness Irrtümer

Jetzt in Corona Zeiten läuft „fitnessmäßig“ sehr viel über Internet und verschiedene Apps. Natürlich ist es hier wichtig die Aufmerksamkeit von den Menschen in den ersten 20-30 Sekunden zu fangen und Alles schmackhaft zu machen! Dennoch muss ich oft lachen oder weinen wenn ich immer wiederkehrenden Irrglauben sehe.

Hier sind meine Top drei!

Ein Sixpack bekommst du nicht von die eine oder andere Übung! Wenn du kein Sixpack hast bist du höchst wahrscheinlich zu Fett. Wenn die anderen Muskeln unter der Haut gut sichtbar sind, ist es aber wahrscheinlich das es bei dir anatomisch gar nicht möglich ist, egal welchen Übung du machst, einen Sixpack zu bekommen!
Du wirst nicht fit/unfit oder schlank/fett über Nacht oder in ein, zwei Wochen! Es dauert immer genau so lang außer Form zu kommen wie es gedauert hat in Form zu kommen! Das gleiche gilt für Zunehmen. Nur 50 kcal zu viel pro Tag macht in 10 Jahren 30 Kilogramm! Nur um nachzudenken: Einen Kilometer spazieren verbrennt etwa 0,75 kcal pro Kilogramm Körpergewicht, laufen nur ein bisschen mehr 0,85-0,95
Muskelmasse ist sehr viel schwieriger aufzubauen, und geht langsamer, als was die meisten glauben/denken. Es hört sich aber immer besser an wenn man sagt ich habe Muskelmasse aufgebaut als Fettmasse. Übrigens: Das Zusatzbedürfnis an Protein um 5 kg Muskelmasse aufzubauen ist 2,7 Gram pro Tag, also enthalten in weniger als 100 ml Milch! (1 kg Muskelmasse besteht aus etwa 20% Protein)
Und zum Schluss: Es ist egal was für Übungen oder Essverhalten du nachstreben möchtest! Es muss dir in die eine oder andere Form Spaß machen, oder wenn nicht Spaß, dann muss es dich jedenfalls motivieren – sonst ist es absolut sinnlos damit anzufangen, wenn du Veränderungen über eine lange Zeit erwartest!

Weiterlesen

Bennie Lindberg beim Bankdrücken

Fitness-Center

Das Fitness-Center: Die urbane Rettung im Winter?

Wir als Triathleten haben es in Europa über den Winter nicht so leicht. Während wir noch die Bilder von Hawaii, mit Sonnenschein, tropischen Temperaturen, top austrainierten Körpern im Kopf präsent haben, schaut die Realität spätestens nach der Umstellung auf die Winterzeit ganz anders aus.

In der Früh, wenn wir uns auf den Weg zur Arbeit machen, ist es immer noch dunkel beziehungsweise die Sonne geht gerade auf. Nach der Arbeit das gleiche Bild. Es dämmert und ohne künstliche Lichtquelle sieht man fast gar nichts mehr. Die „knusprige Luft“ kündigt bereits die ersten Schneefälle an und an Rennradfahren möchte niemand so wirklich einen Gedanken verschwenden. Das Freibad ist seit drei Monaten geschlossen und der Blick in den Spiegel verrät, dass die einst so schöne Hautfarbe mittlerweile wieder mehr in Richtung rosa wechselt. Erschwerend hinzu kommt, dass sich die ersten kleinen Fettpölsterchen bemerkbar machen.

Es ist also höchste Eisenbahn, etwas zu unternehmen. Aber was? Die Wochenenden sind in aller Regel unproblematisch. Schließlich haben die meisten frei und somit steht genügend Zeit zur Verfügung, sich an der frischen Luft zu bewegen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass selbst im tiefsten Winter die Außentemperaturen am frühen Nachmittag im schlimmsten Fall nur knapp unter null Grad Celsius liegen. Ideal also für längere Läufe oder sogar schöne Ausfahrten auf dem Mountainbike. An den Werktagen schaut es allerdings schwieriger aus. Ohne Sonnenschein vor und nach der Arbeit sind nicht nur die Temperaturen im Keller, sondern auch die Stimmung. Denn wer läuft oder radelt schon gerne dick eingemummelt und mit Stirnlampe über Stock und Stein? Erschwerend hinzu kommt, dass in dichtbesiedelten Gegenden mit viel Verkehr gerade das Radtraining nahezu lebensgefährlich ist. Somit kann das Radfahren in der freien Natur direkt vom Trainingsplan gestrichen werden. Bleibt also die Frage, wo und wann können wir an den Arbeitstagen das Training am besten in unseren Tagesablauf integrieren? Eine willkommende Abwechslung bietet für die meisten Ausdauersportler während der kalten und dunklen Jahreszeit das Fitness-Studio.

Wo und wann?

Fitness-Center. Fitness-Studio. Muckibude. Kraftraum. Ein beliebtes Kind hat viele Namen. Aber was muss ein Fitness-Center uns Triathleten eigentlich bieten und woran sollten Sie bei der Auswahl des passenden Studios achten, wenn Sie die Qual der Wahl haben und in der näheren Umgebung Ihres Arbeitsplatzes beziehungsweise Wohnortes mehrere Fitness-Center existieren? Idealerweise sollte die Anfahrt inklusive Parkplatzsuche nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. Wenn in unmittelbarer Nähe Ihres Wunschstudios auch noch eine schöne einigermaßen beleuchtete Laufstrecke existiert, umso besser. Denn wenn Sie unter der Woche ausschließlich Ihr Training im Warmen absolvieren, können Sie sich am Wochenende draußen in der Kälte schnell einen Infekt einfangen. Mit der richtigen Kleidung, einer guten Stirnlampe und in netter Begleitung bringt das Laufen vom Fitness-Studio aus noch mehr Freude. Außerdem stärkt das regelmäßige Draußenlaufen das Immunsysten. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Öffnungszeiten. Ein Fitness-Center, dessen Türen verschlossen sind, wenn Sie Zeit haben zum Trainieren haben, nützt Ihnen wenig. In den Ballungsgebieten haben die meisten Studios an den Werktagen zwischen 6.30 und 22.30 Uhr geöffnet. Welches Angebot für Sie das geeignetste ist, hängt von Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen ab. Wetterresistente Hardcore-Triathleten, die das ganze Jahr über draußen Radfahren und Laufen, reicht ein rudimentär ausgestattetes Studio mit den gängigsten Geräten oder Freihanteln. In aller Regel ist für diese Zielgruppe, die einmal wöchentlich die Gewichte stemmen, eine Zehnerkarte die günstigste Variante. Alle anderen sollten sich beraten lassen und sich ausführlich informieren, welche Leistungen und Services für ihre Anforderungen am ehesten zutreffen.

Ausstattung?

Moderne Fitness-Center bieten mittlerweile weitaus mehr als „nur“ Krafttraining in ihrem Produktportfolio an. Wer Glück hat, findet sogar ein Studio mit angeschlossenem Schwimmbad oder Ballsportmöglichkeiten. Sauna und Wellness-Bereich gehören mittlerweile bei fast allen Anbietern zur Grundausstattung. Achten Sie insbesondere auf die Ausstattung des Cardio-Bereiches. Je umfangreicher das Angebot ist, umso interessanter und abwechslungsreicher können Sie Ihr Training gestalten. Nichts ist langweiliger, als immer wieder auf das Laufband und den Ergometer angewiesen zu sein. Stepper, Rudergeräte und Elipsen-Crosstrainer sind passende Ergänzungen. TV-Geräte im Cardio-Bereich oder die Möglichkeit, an den Geräten verschiedene Radioprogramme zu empfangen, können für einen weiteren Motivationsschub sorgen. Auch wenn die Kommunikation mit anderen Clubmitgliedern darunter leidet. Berücksichtigen Sie aber auch, dass gerade neuere Hallenbäder Fitness-Bereiche mit den gängigsten Geräten integriert haben.

Trainingsinhalte?

Versuchen Sie gerade zu Beginn der anstehenden Saison möglichst abwechslungsreich zu trainieren. Nutzen Sie bei Ihren Trainingseinheiten alle zur Verfügung stehenden Geräte. Veranstalten Sie doch einfach Ihren ganz persönlichen Indoor-Triathlon auf drei beliebigen Cardio-Geräten. Starten Sie mit je zehn Minuten auf jeder Maschine. Nach einigen Wochen schaffen Sie bereits mehrere und leicht progressive Durchgänge bei denen die letzten dreißig Minuten die intensivsten sind. Je näher der Frühling naht, desto triathlonspezifischer können Sie diese Trainingsform gestalten. Steigen Sie auf Zugseilübungen, Fahrradergometer und das Laufband um. Halten Sie sich aber bitte nicht nur im Cardio- und Kraftbereich auf. Auch die Kurspläne haben einiges an Abwechslung zu bieten. Hot Iron, Aerobic, Pilates, Step, Fatburner, Tae Boe, Boxtraining, Bauch-Beine-Po, allgemeine Gymnastik und vieles mehr. Egal wie die Kurse auch heißen mögen, es gibt praktisch jedes Jahr einen neuen Fitnesstrend, den im Winter auszuprobieren sich lohnt. Die Mischung macht’s und letztendlich kann fast jeder Kurs in Kombination mit dem spezifischen Training uns Triathleten weiterbringen. Wie zum Beispiel die Stunde Aerobic zum „Aufwärmen“ vor der Krafttrainingseinheit. Manch einer hängt dagegen nach dem Krafttraining noch eine Spinningstunde an. Andere wiederum gehen vor dem Spinning draußen laufen oder zählen Kacheln, wenn ein Schwimmbad dem Studio angeschlossen ist.

Intensitäten?

Sie sehen, durch die Trainingsbausteine Laufen, Schwimmen, Krafttraining, Kardiotraining und den Kursangeboten gibt es unzählige Kombinationen, das Training den ganzen Winter über abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Solange Sie die Intensitäten (wie zum Beispiel auf den Kardiogeräten) selbst steuern können, ist es einfach, das Training im Fitnesscenter zu planen und zu kontrollieren. Problematisch wird es erst dann, wenn Sie zu viele Kurse besuchen, die Intensitäten vom Kursleiter vorgegeben werden und Sie immer mithalten möchten. Selbstbeherrschung ist hier das Schlüsselwort. Häufig hilft auch ein lockerer Dauerlauf vor einer Spinningeinheit, sich darin nicht völlig zu verausgaben. Wenn Sie sich dem allgemeinen Gruppenzwang nicht entziehen können, sollten sie nicht öfter als einmal wöchentlich einen hochintensiven Kurs besuchen.

But don’t forget!

Triathlon ist und bleibt eine klassische Outdoor-Sportart. Deshalb sollten Triathleten auch in der Lage sein, bei allen Witterungsbedingungen ihre Passion auszuüben und zu trainieren. Auch wenn bei Schnee und Kälte das Laufband oder das Spinningrad bequem erscheinen, so ist es keinesfalls vergleichbar und ersetzbar mit einer Trainingseinheit in der freien Natur. Spätestens im Frühjahr sollte die Zeit im Fitnesscenter auf die Krafteinheiten reduziert werden, um das restliche Training sportspezifisch auf der Straße, im Gelände und im See zu absolvieren!

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im: Tritime Magazin

Weiterlesen

Funktionelle- und Kraft-Training

Crossfit – Krafttraining

Core – Funktional – Crossfit – Zirkeltraining – Krafttraining?

Speziell in Triathlon aber auch mit Sportler von andere Extremausdauer Sportarten führe ich als Trainer oft folgende Diskussion:

BL: Machst du Krafttraining?

Athlet: Ja Coach, einmal in der Woche, dann mache ich Hot Iron!
(oder etwas anderes im Fitnessstudio: Core, Funktional Training etc.)

Dann wird es wieder Zeit die verschiedene Übungsformen zu definieren wie ich es sehe, was Lehrbücher oder Übungsleiter sagen ist egal, wichtig ist das wir die gleiche Sprache sprechen und hier gibt es immer sehr viel Aufklärungsbedarf.

Viele Athleten denken Krafttraining ist funktional Training, Core Training oder etwas anderes das du in Fitnessstudio oder was du zuhause machen kannst. Ganz falsch liegen die Athleten nicht, das bestätigt die goldene Regel der Sagt: „Use it or loose it“ ALSO locker für diese Zweck übersetzt: Alle Muskeln die du nicht benützt wirst du verlieren, na ja verlieren nicht aber die werden extrem schwach und kaum ansteuerbar!

Ich habe es selber auch nach viele Verletzungen und gebrochene Knochen erlebt. Nur den Arm heben zu können mit 1 kg Zusatzgewicht ist schon ein Krafttraining für diese Muskel. Wenn du 20 Jahre Stabi Übungen oder Core Training nicht gemacht hast, kann ein einzelner klassischer Situp für dich ein Kraftakt sein, wahrscheinlich schaffst du den nicht Mal.

ALSO um was geht es?

Core Training ist nichts anderes als Rumpf Training, oder Stabi! (also Übungen zu stabilisieren des Rumpfes). Hier baut man zur Stabilisierung, mit einfachen Übungen, ein Muskelkorsett um den Rumpf auf. Typische Übungen sind z.B. einen normalen Situp oder Plank. Ziel hier ist also Stärkung von den Muskeln die unseren Rumpf stabilisieren angesagt. Das ist wichtig um effektiv und ökonomisch vorwärts zu kommen und es ist wichtig um Verletzungen vorzubeugen.

JEDER Sportler der effektiv und verletzungsfrei länger als 3-5 Jahr Ausdauer Sport machen möchte sollte Core Training, Stabitraining, Rumpftraining oder Bauch- und Rücken-Gymnastik machen. Es gibt einfache Core Übungen die für Anfänger mit große Defizite zu empfehlen sind (z.B. Plank) aber auch schwierigere die dann in Richtung funktionelle Training gehen.

Der Ansatz für funktionelle Training ist wie der Name sagt eine Funktion in einer Übung einzubringen. Um es zu verdeutlichen: Eine normale Situp wird zu ein funktionelle Übung wenn du ein Ball zugeworfen bekommst und du wieder den Ball weg werft während du dein Situp machst. Bei funktionelle Training versucht man durch verschiedene Gewichte, Wiederstände oder Geräte zusätzliche Wiederstand zu erzeugen um ein vielfaltige Koordinative Reitz zu setzen. Liegestütze sind auch schöne Übungen aber wenn die z.B. auf ein Pezzi Ball gemacht wird oder mit die Füße in Schlingen hängend, verändert sich sofort der Anspruch.

Das funktionelle Training ist sehr gut und sehr abwechslungsreich. Normalerweise werden stabilisierende Muskulatur stark trainiert, und neue ungewohnte Bewegungsmuster gemacht. Für eine langfristige Ausdauerplanung kann funktionelles Training eine große Rolle haben wenn man die Übungen langsam aufbauen. Wenn man mit zu viel Kraft und eine schlechte Koordination ungewohnte Übungen macht ist die Verletzungsgefahr enorm. Darum gilt: erst möglich einfache Übungen wählen, wenn die beherrscht werden etwas schwierigere Übungen nehmen und als letztes Gewicht steigern. Auch für Funktionelle Training gilt der Regel: Ausdauer entwickelt sich relativ schnell, Muskeln brauchen doppelt so lang und Knochen, Sehnen, Bänder dreimal so lang! Oft ist es in funktionelles Training aber so dass die kleine untrainierte Muskeln und der Koordination den Gewicht der man stemmen kann so stark reduziert das ich es immer noch nicht als Krafttraining einstufen kann. Wenn du einen optimalen Gesundheitssport suchst würde ich hier bei funktionelle Training ansetzen.

Dann gibt es natürlich Variationen wie Crossfit wo verschiedene Übungen von Core, Funktionelle Training und Krafttraining zusammengesetzt werden in Serien so das ein HIIT (Hoch Intensives Intervall Training) entsteht und auch von der Dauer kommt es in Ausdauer Bereich rein. Früher hat man das Zirkeltraining genannt, jetzt werden nur die Übungen Intensiver und spektakulärer gestaltet und zusammengesetzt. Wenn du z.B. 20 x Strecksprünge + 20 x Liegestütze machst dann 20s Pause + 10 x Klimmzüge + 20 x Bankhüpfen und das wiederholst du dann 5 Mal, kannst du es Crossfit, HIIT oder Zirkeltraining nennen, mir eigentlich egal. Wenn wir dazu eine Langhantel nehmen und die Wiederholungen und Pausen anpassen können wir es auch z.B. Hot Iron nennen, und wenn wir dazwischen, da nach oder davor an den Box Sack schlagen „Boxtraining. Die Variationsmöglichkeiten hier sind enorm und fast jedes Jahr entsteht hier ein neuen Trend.

Diese Art von Training passt in einen Trainingsmix gut in Winter rein. Auch in Winter muss regelmäßig intensiv Trainiert werden und wenn es außen eisig und kalt ist passt sowas dann optimal als Indoor Training rein. Der Vorteil mit diese Art von Training ist, es macht das Training vielseitiger und es verbessert richtig gemacht den Lacktattoleranz, und den Abbaugeschwindigkeit von den entstandenen Laktat. Wenn zweckmässige Sprünge eingearbeitet werden, verbessert es auch die Elastizität und der Ökonomie beim z.B. Laufen.

KEINE von den oben genannten Trainingsformen würde ICH als Krafttraining bezeichnen. In Alle obengenannten Trainingsformen werden die Muskeln gestärkt, keine Frage aber mit Krafttraining verstehe ich etwas anderes: Du musst ran an den schweren SCHROTT!!

Du musst genug Wiederstand erzeugen. Wenn du den Muskel zum Erschöpfung bringst durch mehr Wiederholungen ist es intensives Ausdauertraining nicht Krafttraining. Wo setze ich die Grenze? Mehr als 20 Wiederholungen ist definitiv kein Krafttraining. Ich würde sogar runter auf 15 oder sogar 10 Wiederholungen gehen.

Ein typisches Krafttraining bei mir hat 6-10 Übungen für den größten Muskelgruppen, 1-3 Sätze mit 3 bis 10 Wiederholungen mit ein Gewicht das etwa 70-90% davon ist, was du einmal maximal stemmen kannst. Dazwischen ist eine Pause von 1-2 Minuten. Es ist also ein ganz gechillter Workout, viele Pausen und definitiv nicht etwas was du zuhause machen kannst, außer du hast Hanteln, Bänke etc. mit etwa 80-120 kg Gewicht zuhause!

Mit diese Form von Krafttraining kannst du dann die Nerven im Muskel aktivieren so dass die Muskeln besser funktionieren, du kannst günstige Hormonelle Veränderungen beisteuern (Testosteron Ausschüttung) und du kannst die Elastizität von der Muskel (oder eher Faszie, aber das wird jetzt zu lang zu erklären) verbessern und dadurch auch die Ökonomie wie der Muskel arbeitet.

Selten ist reines Kraftdefizit der Grund warum es sich lohnt Krafttraining zu machen. Untersuchungen haben ergeben dass in Ausdauersport, je länger die Distanzen sind (ultralauf, Ironman), je mehr profitiert der Athlet von Krafttraining. Einmal oder in Ausnahmefälle zweimal in der Woche gemacht entstehen auch bei ein Ausdauersportler keine befürchtete Muskelberge.

Quintessenz:

Niemand, Sportler oder nicht Sportler kann sich auf Dauer leisten auf Stabi oder Core Übungen zu verzichten.

Funktionelle Training bietet für viele Athleten neue Reizte und sollte nicht außer Acht gelassen werden. Vorsicht ist hier aber wichtig!

Crossfit, Zirkeltraining, Hot Iron, Boxtraining usw. können gute Intensive abwechslungsreiche Trainingseinheiten im Winter sein, ist aber klassisch gesehen kein Krafttraining da der Wirkung an die Nerven und Hormonen anders ausfällt. Auch hier langsam einsteigen sonst ist die Verletzungsgefahr enorm.

Wenn du Langdistanz oder Ultraläufe machst kannst du kaum auf Krafttraining verzichten (außer du trainierst 40 Std. in der Woche, das aber ist wieder ein anderes Thema.)

Mein Tipp: Mach dein Krafttraining an dein „Ruhetag“ und du hast doppelter „Erholung“!

Und zum Schluss noch: Bleib auch was diese Art von Training angeht flexibel. Wir gewöhnen uns an alles und irgendwann werden die Reize klein und uneffektiv. Wenn du ein großes Buffet bezüglich Übungen, Geräte und Trainingsformen vor dir hast findest du immer was Schönes, Spanendes und effektives zu machen!

Weiterlesen