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Elastisch wie eine Känguru - Laufökonomie in Triathlon

Elastizität im Triathlon

Elastizität im Triathlon: Warum sie beim Laufen wichtig ist

Beim Ausdauersport zählt nicht nur der Motor, sondern auch, wie ökonomisch der Körper seine Energie in Bewegung umsetzt.

Triathlon Training auf der Promenade in Playitas

Kängurus sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie elastische Strukturen Energie speichern und wieder freigeben können. Mit vergleichsweise geringem Energieaufwand schaffen sie wiederholt große Sprünge.

Beim Menschen funktioniert das natürlich anders. Trotzdem nutzen auch wir beim Laufen elastische Energie. Muskeln, Sehnen und Faszien bilden gemeinsam ein System, das bei jedem Schritt belastet wird und einen Teil dieser Energie wieder zurückgeben kann.

Je besser dieses System funktioniert, desto ökonomischer kann sich das Laufen anfühlen.

Warum Laufen im Alter häufig schwerer wird

Beim Schwimmen und Radfahren kann die Form nach einer Pause oft relativ schnell zurückkommen. Beim Laufen merke ich persönlich deutlich stärker, dass Geschwindigkeit und Leichtigkeit mit dem Alter schwieriger zurückzugewinnen sind.

Ein Grund liegt darin, dass Laufen hohe Anforderungen stellt an:

  • reaktive Kraft
  • Koordination
  • Sehnenfunktion
  • Muskelkraft
  • kurze Bodenkontaktzeiten
  • das Zusammenspiel von Spannung und Entspannung

Mit zunehmendem Alter können Muskelmasse, Maximalkraft und neuromuskuläre Leistungsfähigkeit abnehmen. Auch Sehnen verändern ihre Eigenschaften. Das bedeutet nicht, dass schnelles oder ökonomisches Laufen unmöglich wird. Es braucht aber mehr gezielte Pflege als früher.

Der Körper als Pogo-Stick

Ein Pogo-Stick veranschaulicht die Grundidee gut.

Beim Aufsetzen wird die Feder gespannt. Anschließend gibt sie einen Teil der gespeicherten Energie wieder zurück.

Ähnlich geschieht es beim Laufen. Beim Bodenkontakt werden insbesondere Sehnen und Muskeln belastet. Ein Teil dieser Energie kann für den nächsten Abdruck genutzt werden.

Funktioniert dieses System gut, entsteht bei gleichem Tempo ein geringerer Energiebedarf.

Funktioniert es schlechter, muss die Muskulatur mehr aktive Arbeit leisten. Dann kann bei gleichem Energieeinsatz das Tempo sinken – oder für dasselbe Tempo mehr Energie benötigt werden.

Genau darum geht es bei der Laufökonomie.

Warum das auf der Langdistanz zählt

Nach mehreren Stunden Wettkampf nimmt die muskuläre Leistungsfähigkeit ab. Die Lauftechnik verändert sich, die Bodenkontaktzeit wird länger und der Schritt verliert häufig an Spannung.

Dann kann Folgendes passieren:

  • Das Tempo sinkt bei ähnlichem Energieverbrauch.
  • Für dasselbe Tempo steigt der Energiebedarf.
  • Die Wärmeproduktion nimmt zu.
  • Die Laufbewegung wird schwerer und weniger effizient.

Für den Ironman-Marathon reicht es deshalb nicht, nur eine hohe Ausdauer zu besitzen.

Der Athlet braucht auch genügend Kraft und muskuläre Widerstandsfähigkeit, um seine Lauftechnik und Ökonomie möglichst lange zu erhalten.

Krafttraining verbessert die Laufökonomie

Gut geplantes Krafttraining kann die Laufökonomie und Ausdauerleistung verbessern. Besonders wirksam erscheinen in Studien schweres Krafttraining, explosive Übungen und sinnvoll kombinierte Programme. Die Wirkung entsteht vor allem durch neuromuskuläre Anpassungen, eine bessere Kraftentwicklung und effizientere Kraftübertragung.

Für Triathleten können beispielsweise sinnvoll sein:

  • Kniebeugen oder Beinpresse
  • Ausfallschritte
  • Banksteigen
  • einbeinige Kraftübungen
  • Wadenheben
  • Übungen für Hüfte und Rumpf
  • später ergänzend explosive Bewegungen

Entscheidend ist ein langsamer Aufbau. Krafttraining soll das Ausdauertraining unterstützen und nicht durch starken Muskelkater oder Überlastung behindern.

Sprungtraining und Lauf-ABC

Plyometrisches Training nutzt schnelle Dehnungs-Verkürzungs-Bewegungen. Dazu gehören verschiedene Sprünge, kurze Bodenkontakte und reaktive Laufübungen.

Solches Training kann die Laufökonomie verbessern. Die Effekte hängen jedoch stark von Trainingsniveau, Dosierung und Übungsauswahl ab. Schweres Krafttraining zeigt in einigen Übersichten sogar stabilere Effekte als ausschließlich plyometrisches Training.

Mögliche Übungen sind:

  • Steigerungsläufe
  • kurze Bergsprints
  • Hopserlauf
  • Sprungläufe
  • Seilspringen
  • kleine beidbeinige oder einbeinige Sprünge

Dabei gilt: wenig, sauber und regelmäßig ist besser als seltene extreme Sprungprogramme.

Sprungtraining belastet Sehnen, Muskeln und Knochen stark. Es sollte deshalb erst eingesetzt werden, wenn eine ausreichende Grundkraft vorhanden ist und keine akuten Beschwerden bestehen.

Lauf-ABC ist nur dann sinnvoll, wenn es richtig ausgeführt wird

Lauf-ABC wird häufig routinemäßig absolviert, ohne dass klar ist, welche Fähigkeit damit trainiert werden soll.

Die Übungen sollten nicht nur irgendwie durchgeführt werden. Sie benötigen:

  • aktive Körperhaltung
  • stabile Hüfte
  • kurze und kontrollierte Bodenkontakte
  • saubere Fußposition
  • ausreichende Spannung
  • vollständige Erholung zwischen schnellen Übungen

Langsames, müdes oder technisch unsauberes Springen trainiert nicht automatisch die gewünschte reaktive Kraft.

Qualität ist wichtiger als Umfang.

Was Triathleten konkret tun sollten

Für viele Triathleten reicht eine einfache Kombination:

  • ein- bis zweimal pro Woche Krafttraining
  • regelmäßig kurze Steigerungsläufe
  • vorsichtig dosiertes Lauf-ABC
  • später kleine Mengen Sprungtraining
  • ausreichend lockeres Lauftraining zur technischen Festigung

Diese Inhalte müssen an Alter, Verletzungsgeschichte, Trainingsstand und Wettkampfziel angepasst werden.

Ein älterer Athlet oder Laufanfänger braucht einen deutlich vorsichtigeren Einstieg als ein junger, belastbarer Läufer mit langjähriger Sprungerfahrung.

Trainingsplanung im Triathlon: Talent, Ziel und Alltag

Faszienpflege allein reicht nicht

Faszienrollen, Massage und Beweglichkeitsübungen können sich angenehm anfühlen und die Beweglichkeit kurzfristig beeinflussen.

Sie ersetzen aber kein Kraft- oder Reaktivtraining.

Wer seine Laufökonomie langfristig verbessern möchte, braucht vor allem:

  • regelmäßiges Laufen
  • ausreichende Muskelkraft
  • koordinative Qualität
  • angemessene reaktive Belastungen
  • Erholung
  • schrittweise Progression

Die entscheidenden Anpassungen entstehen durch Training, nicht allein durch Rollen oder Dehnen.

Fazit: Laufökonomie braucht mehr als Ausdauer

Triathlon verlangt vielseitige Fähigkeiten.

Umfang und Intensität bleiben wichtig. Für gutes Laufen gehören jedoch auch Kraft, Koordination und reaktive Fähigkeiten in den Trainingsplan.

Die Quintessenz lautet:

Ein starker Ausdauermotor hilft nur dann vollständig, wenn der Körper die vorhandene Energie ökonomisch in Vortrieb umsetzen kann.

Krafttraining, Steigerungsläufe und vorsichtig aufgebautes Sprungtraining können dabei helfen. Besonders mit zunehmendem Alter sollten diese Inhalte nicht dem Zufall überlassen werden.

Denn auch im Triathlon gilt:

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Der nächste Schritt

Du möchtest Kraft, Laufökonomie und Ausdauer sinnvoll miteinander verbinden?

Auf Ad Extremum findest du weitere Informationen zu meinem individuellen Triathlon Coaching und zur persönlichen Trainingsplanung.

Zum persönlichen Triathlon Coaching

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Bennie Lindberg beim radfahren in Ironman Roth 1992

Konsequenz als Erfolgsfaktor

Konsequenz im Triathlon: Kleine Schritte, große Wirkung

Erfolg entsteht selten durch eine einzelne große Entscheidung – sondern durch viele kleine Dinge, die über Jahre richtig gemacht werden.

Triathlon Bennie Lindberg im Jahr 1986

Vor einiger Zeit diskutierte ich über die Aerodynamik im Triathlon der 1980er- und 1990er-Jahre.

Dabei wurde mir wieder bewusst, dass viele Ideen, die heute als modern gelten, bereits damals bekannt waren:

  • enge Triathlonanzüge
  • Aerohelme
  • Überschuhe
  • Trinksysteme
  • aerodynamische Lenker
  • Scheibenräder
  • Tri-Spokes
  • hohe Felgenprofile
  • leichte Bauteile
  • leistungsorientierte Sitzpositionen

Auch Leistungsmessung, Laktatdiagnostik, Spiroergometrie und Windkanaltests existierten bereits. Sie waren allerdings deutlich weniger verbreitet und für viele Athleten kaum zugänglich.

Der große Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte liegt deshalb nicht nur in einzelnen Erfindungen.

Er liegt vor allem darin, dass Wissen, Material und Messmöglichkeiten heute konsequenter miteinander verbunden werden.

Genau darin steckt eine wichtige Trainingslektion:

Eine gute Idee wirkt erst dann, wenn sie dauerhaft und konsequent umgesetzt wird.

Mehr über mein Triathlon Coaching

Gute Ausrüstung allein macht noch nicht schnell

Eine aerodynamische Rennmaschine hilft wenig, wenn der Athlet aufrecht im Wind sitzt.

Ein Scheibenrad kann keine ungeeignete Position ausgleichen.

Der schnellste Helm bringt nur wenig, wenn Kleidung, Haltung und Bewegungsablauf nicht zusammenpassen.

Im modernen Triathlon werden Aerodynamik und Kraftübertragung deshalb als Gesamtsystem betrachtet:

  • Radposition
  • Bekleidung
  • Helm
  • Laufräder
  • Trinksystem
  • Beweglichkeit
  • Stabilität
  • Komfort
  • Fähigkeit, die Position lange zu halten

Nicht ein einzelnes Produkt macht den großen Unterschied.

Die Wirkung entsteht aus vielen kleinen Optimierungen, die konsequent aufeinander abgestimmt werden.

Konsequenz ist mehr als Disziplin

Konsequenz wird häufig mit Härte verwechselt.

Viele denken dabei an:

  • niemals eine Einheit auslassen
  • jeden Plan exakt erfüllen
  • trotz Müdigkeit weitermachen
  • immer noch etwas mehr tun

Das ist nicht automatisch konsequent.

Konsequenz bedeutet vielmehr, über längere Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Dazu kann gehören:

  • regelmäßig zu trainieren
  • lockere Einheiten wirklich locker zu absolvieren
  • harte Einheiten konzentriert umzusetzen
  • rechtzeitig zu regenerieren
  • technische Übungen nicht ständig wegzulassen
  • Beschwerden früh ernst zu nehmen
  • Verpflegung und Schlaf zu beachten
  • einen Plan nicht nach jeder schlechten Woche zu wechseln

Konsequenz ist keine blinde Sturheit.

Sie ist die Fähigkeit, einer sinnvollen Linie treu zu bleiben.

Genau dabei sehe ich eine meiner wichtigsten Aufgaben als Triathlontrainer: Athletinnen und Athleten nicht nur zu fordern, sondern ihnen zu helfen, über Monate und Jahre hinweg konsequent die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Kleine Abweichungen summieren sich

Eine einzelne verkürzte Einheit entscheidet keine Saison.

Auch eine ausgelassene Stabilisationseinheit oder ein ungeplanter Ruhetag sind normalerweise kein Problem.

Wenn aus kleinen Abweichungen jedoch eine dauerhafte Gewohnheit wird, entsteht über Monate und Jahre ein großer Unterschied.

Beispiele:

  • fünf Minuten weniger Aufwärmen bei fast jeder Einheit
  • regelmäßiges Weglassen des Auslaufens
  • Krafttraining nur dann, wenn gerade Zeit übrig ist
  • jede lockere Einheit etwas zu schnell absolvieren
  • Verpflegung bei langen Einheiten nie gezielt üben
  • Beweglichkeits- und Stabilitätsarbeit ständig verschieben
  • Schlaf dauerhaft dem Training unterordnen

Jede einzelne Entscheidung wirkt unbedeutend.

In der Summe prägt sie jedoch die sportliche Entwicklung.

Beständigkeit ist wichtiger als perfekte Einzelwochen

Viele Athleten trainieren in einzelnen Wochen hervorragend.

Sie schaffen hohe Umfänge, absolvieren harte Intervalle und sind vollkommen motiviert.

Danach folgen jedoch:

  • Erschöpfung
  • Beschwerden
  • beruflicher Stress
  • Trainingsausfälle
  • Motivationsprobleme

Eine außergewöhnliche Woche ist weniger wertvoll als viele solide Wochen hintereinander.

Langfristige Entwicklung entsteht durch:

  • Regelmäßigkeit
  • vernünftige Belastungssteigerung
  • passende Erholung
  • stabile Routinen
  • Geduld

Ein guter Trainingsplan muss deshalb nicht nur für eine Woche funktionieren.

Er muss über Monate in das echte Leben passen.

persönlicher Trainingsplan

Konsequenz bedeutet, den Zweck der Einheit einzuhalten

Eine Einheit ist nicht allein deshalb gut, weil sie vollständig absolviert wurde.

Entscheidend ist, ob sie ihren Zweck erfüllt hat.

Eine lockere Einheit soll Erholung ermöglichen und die aerobe Grundlage entwickeln. Wird sie jedes Mal zu schnell, fehlt möglicherweise die Frische für das nächste Qualitätstraining.

Eine harte Einheit soll einen klaren Reiz setzen. Wird sie aus Bequemlichkeit regelmäßig zu locker absolviert, bleibt der gewünschte Effekt aus.

Konsequenz bedeutet daher:

  • locker zu trainieren, wenn locker vorgesehen ist
  • hart zu trainieren, wenn ein harter Reiz geplant ist
  • aufzuhören, wenn der Körper deutliche Warnzeichen sendet
  • die Einheit nicht spontan nach Stimmung umzuschreiben
  • den Gesamtplan wichtiger zu nehmen als den Erfolg einer einzelnen Einheit

Nicht jede Einheit muss beeindruckend sein.

Sie muss zum gesamten Trainingsprozess passen.

Bennie Lindberg beim radfahren in Ironman Roth 1992

Auch Technik braucht Konsequenz

Viele Athleten wissen, dass ihre Technik verbessert werden könnte.

Trotzdem beschäftigen sie sich nur unregelmäßig damit.

Im Schwimmen wird lieber eine weitere lange Serie absolviert, statt grundlegende Bewegungen zu korrigieren.

Auf dem Rad wird neues Material gekauft, obwohl die Sitzposition nicht stabil gehalten werden kann.

Beim Laufen werden Umfänge erhöht, obwohl Kraft, Beweglichkeit oder Lauftechnik klare Schwächen zeigen.

Technische Verbesserungen entstehen selten durch eine einzelne Korrektur.

Sie brauchen:

  • Verständnis
  • langsame Wiederholungen
  • regelmäßige Rückmeldung
  • Geduld
  • viele saubere Bewegungen

Auch hier entscheidet nicht die spektakuläre Einzelmaßnahme.

Es entscheidet die konsequente Wiederholung.

Ernährung und Körpergewicht: Gewohnheiten zählen

Auch beim Körpergewicht bestimmen häufig kleine tägliche Gewohnheiten die langfristige Entwicklung.

Eine einzelne Praline macht niemanden übergewichtig.

Problematisch kann es werden, wenn kleine zusätzliche Mengen dauerhaft gegessen werden, ohne dass Hunger, Training oder Energiebedarf sie rechtfertigen.

Gleichzeitig ist auch eine kurzfristige radikale Diät selten die beste Lösung.

Sinnvoller sind konsequente Grundgewohnheiten:

  • überwiegend ausgewogene Lebensmittel
  • passende Portionsgrößen
  • ausreichend Eiweiß
  • Kohlenhydrate passend zur Trainingsbelastung
  • bewusster Umgang mit Snacks und Alkohol
  • regelmäßiges Essen statt ständiges Naschen
  • keine dauerhafte Unterversorgung

Körpergewicht verändert sich nicht immer mathematisch linear. Trotzdem gilt: Kleine Gewohnheiten können über lange Zeit eine große Wirkung entfalten.

Verletzungsprävention funktioniert nur regelmäßig

Viele Athleten beginnen mit Stabilisation, Mobilität oder Krafttraining erst dann, wenn bereits Beschwerden entstanden sind.

Dann wird einige Wochen intensiv gearbeitet. Sobald die Schmerzen verschwinden, verschwinden häufig auch die vorbeugenden Übungen.

Langfristige Verletzungsprävention funktioniert anders.

Sie besteht aus kleinen, regelmäßigen Maßnahmen:

  • Krafttraining
  • Stabilisation
  • Beweglichkeit
  • technischer Arbeit
  • sinnvoller Belastungssteigerung
  • ausreichender Erholung
  • frühzeitigem Reagieren auf Beschwerden

Unser Körper ist nur so belastbar wie sein schwächstes Glied.

Wir wissen nicht immer im Voraus, ob zuerst eine Sehne, ein Muskel, das Immunsystem oder die Motivation Probleme bereitet.

Deshalb sollte Prävention nicht nur an einer Stelle erfolgen. Sie muss Teil des normalen Trainings sein.

Interner Link: Die goldenen Coaching-Regeln im Triathlon

Konsequenz braucht Flexibilität

Ein konsequenter Athlet hält nicht zwanghaft an jedem Detail fest.

Er bleibt dem langfristigen Ziel treu und verändert den kurzfristigen Weg, wenn es notwendig ist.

Beispiele:

  • bei Krankheit pausieren
  • nach schlechtem Schlaf die Intensität reduzieren
  • bei Hitze Tempo und Leistung anpassen
  • nach einer Verletzung den Aufbau verlängern
  • bei beruflichem Stress den Umfang vorübergehend senken
  • ein unrealistisches Ziel neu definieren

Sturheit sagt:

Der Plan steht, also muss ich ihn um jeden Preis erfüllen.

Konsequenz sagt:

Ich halte an meinem langfristigen Ziel fest und treffe heute die Entscheidung, die mich gesund weiterbringt.

Das ist ein großer Unterschied.

Konsequenz heißt nicht Perfektion

Niemand trainiert über Jahre vollkommen fehlerfrei.

Es gibt:

  • Krankheiten
  • Familienpflichten
  • beruflichen Stress
  • schlechte Tage
  • Reisen
  • Verletzungen
  • Motivationsprobleme

Konsequenz bedeutet nicht, dass niemals etwas ausfällt.

Sie bedeutet, nach einer Unterbrechung wieder in den sinnvollen Rhythmus zurückzufinden.

Ein Athlet muss nicht perfekt sein.

Er muss über lange Zeit oft genug die richtigen Dinge tun.

Fazit: Viele kleine richtige Entscheidungen

Erfolg im Triathlon entsteht selten durch ein einzelnes Trainingslager, ein neues Fahrrad oder eine perfekte Woche.

Er entsteht durch viele kleine Entscheidungen:

  • regelmäßig trainieren
  • Belastung und Erholung abstimmen
  • technische Schwächen bearbeiten
  • Gesundheit ernst nehmen
  • Ernährung sinnvoll gestalten
  • den Alltag berücksichtigen
  • bei Rückschlägen weitermachen
  • langfristig geduldig bleiben

Konsequenz bedeutet nicht, immer mehr zu tun.

Sie bedeutet, das Richtige immer wieder zu tun.

Nicht Perfektion entscheidet.

Entscheidend ist, ob deine täglichen Entscheidungen über Monate und Jahre in die richtige Richtung führen.

Hau rein – aber mit System.

Der nächste Schritt

Du möchtest dein Training konsequent strukturieren, ohne Gesundheit, Alltag und Erholung aus den Augen zu verlieren?

Auf Ad Extremum findest du weitere Informationen zu meinem individuellen Triathlon Coaching und zur langfristigen Trainingsplanung.

Zum persönlichen Triathlon Coaching

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kURZFLOSSEN UND pULLBUOY ALS tRAININGSHILFMITTEL

Spaß und Abwechslung

Hier für die Teildisziplinen jeweils eine kurzweilige Trainingseinheiten die im Winter Sinn machen!

Die Tage werden wieder länger und vor wir es denken können fahren wir wieder kurz-kurz Rad! Im Januar lässt aber langsam der erste Begeisterung und Motivationsschub was der Jahrespause uns beschert hat nach und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen lassen noch auf sich warten!

Hier für die Teildisziplinen jeweils eine kurzweilige Trainingseinheiten die JETZT Sinn machen!

Schwimmen

Unbedingt jetzt Lagen mit Flossen schwimmen! Ob du jetzt kurze oder lange Flossen verwendest ->WURSCHT. Lerne erst Delfin Beinschlag, das kannst du optimal mit Brust-Armzug kombinieren. Dann Delfin schwimmen und denk daran dein Kopf steuert die Bewegung von dein Körper also gleich nach atmen Kinn wieder Richtung Brust drücken und diese schöne Delfin Bewegung entsteht fast von alleine. Pro Armzug immer zwei Mal Delfin-Beine machen. Im Lagen ist die Reinfolge (Del-Rü-Br-Kr) aber du kannst genauso gut „Negal“ schwimmen (Kr-Br-Rü-Del) beim Brustschwimmen machst du mit Flossen am besten Delfin Beinschlag auch hier 2 Mal Beine pro ein Mal Arme. Durch die Flossen gelingen Lagen zu schwimmen nach etwas Übung relativ schnell da die Flossen einiges auf Speed und dadurch Sicherheit im Wasser geben. Versuche dann ein bisschen zu fühlen wie kann ich alles schmeidiger machen, oder wie kann ich das Wasserwiederstand minimieren? Vielleicht „schleift“ noch ein Körperteil im Wasser? Mit 10 x 100 lagen oder 10 x 200 Lagen als (Teil?) Inhalt in ein Training entsteht ein SUPER Workout! Nicht nur Kondition und Kraft wird geübt du entwickelst auch Koordinative Fähigkeiten und lernst das Wasser anders wahrzunehmen!

Radfahren

Die meisten Triathleten haben noch im Garage oder Keller alte Laufradsätze stehen. Was wir jetzt brauchen ist nur das Hinterrad. Durch ein gezielte Schweiß Punkt am Freilaufkörper können wir diese Laufrad „starr“ machen, wie bei ein Singlespeed Fahrrad! (Leider können wir diese Laufrad dann nicht mehr „normal“ nützen aber in Ebay habe ich jetzt viele Laufräder inkl. Kassette für unter 50 € gesehen also die Investition hält sich im Grenzen!).

Wähle dann eine relativ kleine Übersetzung (im Relation zum Fitness) und benütze die Schaltung während das ganze Training NICHT. Trittfrequenzen zwischen 100 und 130 sind durchaus erwünscht und bei allen Jugendlichen und Anfänger meine heißeste Empfehlung!

Mit leicht Profilierten Reifen, Schutzbleche und gute Winterklamotten – DER KLASSIKER unter den Radfahrern!

 

Laufen:

Immer nur Grundlagen im Winter zu laufen macht nicht immer Spaß und ist auch nicht immer die Beste Training wenn es nur „Lang und Locker“ ist! Um das Ganze auf-zu-pimpen, um an den Lauftechnik zu arbeiten und um gezielt die Laufmuskulatur zu stärken könntest du Laktatfreie Bergsprints in dein Programm einbauen.

Wichtig wäre hier das die Sprints unter 10 Sek. lang sind und das der Berg nicht so steil ist das du dein Lauftechnik ändern musst! Nach jeder Sprint solltest du dich vollständig erholen z.B. erst 30s gehen dann 5-10 Min. ganz locker traben vor die nächste Wiederholung. Gesamtlänge bis zu 90´ wäre OK wenn es zu lang wird werden die Muskeln so müde das ein maximales laufen nicht mehr möglich ist! Es hört sich nicht so hart an aber es belastet die Muskulatur ordentlich.

JETZT in Januar und Februar passen diese Einheiten in jeder Leistungsklasse rein und bereitet den Körper gut an das umfangreiche und harte Frühjahrstraining vor!

Hau rein!!!

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Wintertriathlon Inzell, Bennie Lindberg bei skaten

Wintertraining 3.

Herbst- und Wintertraining 3.

Abschalten vom Trainingsalltag (Teil 3.)

Das Wintertraining der Radfahrer ähnelt sehr stark dem Schwimmen. Arbeiten Sie an Ihrer allgemeinen körperlichen Athletik. Gehen Sie ins Fitnessstudio und stärken Sie Ihre Muskeln an den Geräten und Freihanteln. Üben Sie auf dem Ergometer oder der (freien) Rolle zusätzlich den runden Tritt, auch einbeinig.

Nach zwei Monaten sollten verstärkt Ausdauereinheiten einbezogen werden. Mountainbike und Crossrad bieten denjenigen, die gar nicht auf das Zweirad verzichten können, genügend Abwechslung, neue Gebiete im Wald und zwischen den Feldern für sich zu entdecken. Die Glücklichen, die in schneesicheren Regionen leben, können alle Sportarten, die die weiße Pracht möglich macht, in ihr Training einbeziehen. Mit Spinning, Rudergerät, Step- und Crosstrainer können auch Schönwetterathleten abwechslungsreich überwintern. Spätestens ab Mitte März sollten dann die Ersatztrainingsformen definitiv für die nächsten acht Monate aus dem Plan verbannt werden. DerTriathlet sollte sich dann wieder auf der Straße zeigen.

Laufen

Laufen unterscheidet sich stark von den vorher beschriebenen Disziplinen Schwimmen und Radfahren. Durch die Stoßbelastungen und der dadurch erhöhten Verletzungsanfälligkeit sollten Sie nie richtig mit den Laufen aufhören, es sei denn, Sie kurieren eine Verletzung aus. Laufen Sie ein- bis zweimal pro Woche locker um Ihren Häuserblock. Als Ersatz bieten sich alle Ballsportarten an, aber auch Skilanglauf (klassisch), Schneewandern und Nordic Walking. Aquajogging eignet sich dann,wenn Sie die Sehnen und Gelenke schonen wollen.

Krafttraining

Neben Stretching und Rumpfstabilisation, die einen Multisportler das ganze Jahr über begleiten, bieten im Herbst und Winter einige ausgewählte Kraftübungen mit Freihanteln und/ oder Geräten eine ideale Ergänzung zum wöchentlichen Training, insbesondere in den ersten Wochen des Grundlagenaufbaus. Manch einer bezeichnet das Krafttraining bereits als vierte Disziplin und spricht dabei weniger vom „Eisenbiegen“ als von der Aktivierung und Sensibilisierung des Zusammenspiels des menschlichen Gehirns, des Nervensystems und der Muskulatur. Krafttraining sollen dem menschlichen Körper neue körperliche Reize geben. Aus diesem Grund macht es auch keinen Sinn, triathlonspezifische Abläufe nachzustellen, indem Sie mit sehr geringem Gewicht 50 und mehr Wiederholungen durchführen. Schließlich arbeiten Sie ja an der Verbesserung Ihrer Kraft und nicht an Ihrer Ausdauer. Steigern Sie nach einer Eingewöhnungsphase von zwei bis vier Wochen, in denen Sie die einzelnen Stationen jeweils mit drei Sätzen zu je 15-20 Wiederholungen absolvieren. Legen Sie dabei nur 50 Prozent Ihres möglichen Potenzials an Gewichten auf. Nach dieser Zeit erhöhen Sie die Gewichte auf 70 Prozent Ihres Potenzials. Reduzieren Sie die Wiederholungen auf acht bis zehn. Zwischen den einzelnen Sätzen ruhen Sie sich bis zu zwei Minuten aus. Die Kraftübungen sollten den ganzen Körper einbeziehen, jedoch nicht mehr als sieben bis zehn verschiedene Übungen je Training beinhalten. Lassen Sie sich im Fitnessstudio Ihrer Wahl von einem kompetenten Trainer beraten und die korrekte Ausführung zeigen. Anfängern empfehle ich zweimal und Fortgeschrittenen einmal pro Woche das Studio aufzusuchen.

Fazit

Auch wenn der Winter für viele die klimatisch unangenehmste Zeit des Jahres ist, bietet er Zeit und Raum, die leeren Akkus wieder aufzuladen. Bringen Sie Abwechslung in Ihr Training und stellen Sie in den Monaten November und Dezember den Spaß an der Bewegung und das persönliche Wohlbefinden in den Vordergrund. Im Januar und Februar gewöhnt Ihr Körper sich durch ein abwechslungsreiches Programm zielgerichtet an die angestrebte Ausdauerfähigkeit. Ab März beginnt dann das eigentliche Triathlon-Training, das Sie in einem mental guten Zustand und bestens motiviert mit genügend Kraft und Energie angehen.

LINK: Herbst-und Wintertraining: Abschalten vom Trainingsalltag (Teil I)
LINK: Herbst-und Wintertraining: Abschalten vom Trainingsalltag (Teil II)

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im: Tritime Magazin

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Rollenfahren, Ruderergometer und Bankdrücken

Wintertraining 2.

Herbst- und Wintertraining 2.

Abschalten vom Trainingsalltag (Teil 2.)

Wenn Ihnen zur Erreichung Ihres Saisonzieles, zum Beispiel das erfolgreiche Finishen einer Mitteldistanz im Juli, maximal zehn Stunden Training pro Woche zur Verfügung stehen, sollten Sie im November mit der langfristigen Vorbereitung beginnen. Damit sich Ihr Körper langsam an die steigenden Belastungen gewöhnt, erhöhen Sie jeden Monat den Trainingsaufwand pro Woche um eine Stunde. Während Sie im November „nur drei Stunden“ für Ihr Hobby aufwenden, sind Sie im Juni bei zehn Stunden angelangt.

Die obenstehenden Beispiele verdeutlichen die Unterschiede zwischen November und Juni. Einige von Ihnen werden jetzt den folgenden Einwand vortragen. „Ich trainiere nie weniger als sechs Stunden pro Woche. Einmal gehe ich mit meiner Frau gemeinsam in das Fitnessstudio, einmal schwimmen und einmal spiele ich Fußball mit der Altherrenmannschaft. Das sind bereits vier Stunden und ich habe das Gefühl, ich habe nichts gemacht. Mache ich etwas falsch oder muss ich unter Berücksichtigung der angestrebten Progressivität mein Training komplett ändern?“ Nein, sicherlich nicht. Mit Ausnahme der Entlastungswoche können Sie auch das ganze Jahr über zehn Stunden pro Woche trainieren und trotzdem eine Steigerung erzielen. Dieses erreichen Sie dann bei gleicher Stundenzahl durch Erhöhung der Belastungsintensität sowie durch die Umstellung vom allgemeinen Training zum Triathlon spezifischen Training.

In dem Fallbeispiel würde eine Trainingswoche im November dann folgendermaßen aussehen:

Wintertraining

Was sind jetzt, unter Berücksichtigung der einleitenden Gedanken die geeigneten Ersatz und Ergänzungstrainingsformen für die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen? Und wie baue ich diese optimal in das Training ein?

Schwimmen

Bei der Auftaktdisziplin eines jeden Triathlons handelt es sich um eine sehr vielseitige und abwechslungsreiche Sportart, die flexiblen und lernwilligen Athleten bei jeder Übungseinheit neue Wege und Möglichkeiten bietet.

Wie sieht es bei Ihnen mit Brust, Rücken oder gar Delfin aus?

Haben Sie schon einmal die Kombination aus Brust – Arme und Kraul – Beine oder Delfin – Arme und Brust – Beine ausprobiert?

Kennen Sie für die verschiedenen Lagen auch die dazugehörigen technischen Übungen?

Binden Sie neben den üblichen Paddles und Pull-Buoy auch Flossen und das Schwimmbrett ein?

Wissen Sie, dass bestimmte Übungen mit einem Trainingspartner doppelt Spaß bringen und ganz nebenbei die Körperstabilität fördern?

Beispiel gefällig? Der Vordermann schwimmt Kraul nur mit den Armen und der Hintermann hält sich in gestreckter Körperhaltung an den Füßen fest und führt lediglich den Kraulbeinschlag aus. Viele von Ihnen denken jetzt bestimmt, „Triathleten bewegen sich im Wettkampf am schnellsten im Kraulen fort. Was soll das also?“. Das Schwimmen der anderen Lagen und die dazugehörigen technischen Übungen schulen Ihr Gespür, die unterschiedlichen Bewegungsmuster (Gleit- und Zugphasen, An- und Entspannung der Muskulatur) zu fühlen. Dieses wiederum hilft Ihnen dabei, Ihren Kraulstil durch effektiven Einsatz von Armen, Beinen und Rumpf zu verbessern. Neben dem regelmäßigen Schwimmen, bei dem insbesondere die Anfänger ein Gefühl für das Wasser bekommen sollten, eignen sich in den ersten beiden Monaten des Trainingsaufbaus idealerweise die Sportarten als Ergänzung, bei denen auch der gesamte Oberkörper in die Bewegung einbezogen wird. Skiken, Nordic Walking, Rudern, Skitouren, Skilanglauf, Krafttraining, Klettern, Boxen und so weiter. Im Anschluss an diesen Zeitraum erhöht sich dann der Schwimmanteil am Gesamtprogramm und im Speziellen das Kraulschwimmen.

Anfänger Aufgepasst: Wenn du nicht erklären kann (also weißt) wie kraulen genau geht, wie solltest du es dann lernen? Ein Kraulkurs bietet hier Hilfe! Ich habe speziell für Kraulanfänger einen online Kraulkurs entworfen!

Logo Koyawa Kraulkurs für Einsteiger

LINK: Herbst-und Wintertraining: Abschalten vom Trainingsalltag (Teil I)
LINK: Herbst-und Wintertraining: Abschalten vom Trainingsalltag (Teil III)

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im: Tritime Magazin

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Alternative Sportarten zu Triathlon

Wintertraining 1.

Herbst- und Wintertraining 1.

Abschalten vom Trainingsalltag (Teil 1.)

Eine alte Regel besagt, dass gerade im Ausdauersport das Trainieren ohne Erholung (viel hilft viel) den menschlichen Organismus mehr belastet als diesen zu Höchstleistungen animiert. Idealerweise sollte einer harten Einheit ein lockerer Übungstag folgen, einem anstrengenden Trainingsblock eine Entlastungswoche.Viele von Ihnen haben sich mit diesen Grundregeln bestimmt schon einmal auseinandergesetzt beziehungsweise einiges darüber in der Fachliteratur gelesen. Aber wie steht es um die Planung der Erholungsphase am Ende einer langen Saison?

Eine Faustformel gibt es hierfür nicht. Auch hängt die Dauer nicht vom Alter des Athleten ab, sondern vielmehr davon,wie lange jemand bereits regelmäßig Sport treibt und wie intensiv die abgelaufene Saison war. Anfänger können ohne Probleme bereits nach zwei Wochen Pause mit den Vorbereitungen auf die neue Saison beginnen. Gerade bei dieser Gruppe von Athleten stimmt in aller Regel die Motivation, die gesteckten Ziele durch eine moderate Erhöhung der Umfänge zu erreichen.Gepaart mit einer qualitativen Anpassung der Inhalte sind auf diesem Wege Leistungssteigerungen vorprogrammiert. Triathleten und Duathleten mit mindestens fünf Jahren Erfahrung auf dem Buckel sollten sich schon bis zu vierWochen Pause gönnen. Wie bei den Anfängern bedeutet Pause nicht, gar nichts mehr zu tun. Bewegung und Sport nach Lust und Laune ist erlaubt, jedoch keinTraining. Alte Haudegen und Athleten, die schon über 8 Jahre dem Ausdauersport verfallen sind, sollten wirklich Abstand nehmen. Die meisten Menschen, die dieser Gruppe von Sportlern angehören, besitzen neben einer ausgebildeten Muskulatur ein stabiles und gut entwickeltes Herz-Kreislauf- System, das den schnellen Wiedereinstieg in das Training sicherstellt. Vier Wochen Pause, denen eine zweimonatige Wellness- und Aufbauphase folgt, sind keine Seltenheit. Das Abschalten vom Trainingsalltag steht imVordergrund, den strapazierten Körper physisch und mental wieder aufzubauen, neue Wege gehen und auch einmal Alternativsportarten ausprobieren. Olympioniken, die an mehreren Spielen erfolgreich teilgenommen haben, legten aus diesen Gründen zum Teil ganze Erholungsjahre ein.

Analyse der abgelaufenen Saison

Bevor Sie jedoch gut erholt und hochmotiviert wieder in das Training einsteigen und die neue Saison einläuten, empfehle ich Ihnen, die vergangenen Monate ausführlich zu analysieren. Dazu reicht eine ganz einfache Zusammenstellung Ihrer Aufzeichnungen. Datum, Soll-Stunden pro Woche, Ist-Stunden pro Woche sowie die Zwischensummen für die Monatswerte reichen dazu völlig aus. Beantworten Sie für sich die folgenden Fragen.

Habe ich die Anzahl von Stunden/Umfängen/Intensitäten absolviert wie geplant?

Wenn nicht, welche Gründe führten dazu und wie habe ich dem entgegengewirkt?

Habe ich mein Training im Februar anders gestaltet als im November?

Konnte ich meine Trainingsumfänge in den Monaten März, April und Mai kontinuierlich steigern oder war ich nach demTrainingslager im April körperlich und mental so ausgelaugt, dass ich den Mai zur Erholung benötigte?

War eine Progressivität in der Anzahl von Stunden/ Umfängen/ Intensitäten festzustellen?

Stand mir neben der Arbeit und dem Sport auch noch genügend Zeit für Familie, Freunde und weitere Hobbies zurVerfügung?

Musste ich auf lieb gewordene Dinge verzichten?

Aber was hat das alles mit Wintertraining zu tun? Eine ganze Menge. Denn erst, wenn ein Athlet weiß, wie viel Zeit ihm zur Verfügung steht, kann er sich (gemeinsam mit seinem Trainer) überlegen, wie sein Training verbessert werden kann! Hinzu kommt, dass im Rahmen der langfristigen Planung nicht nur eine Steigerung von Monat zu Monat zu erfolgen hat, sondern auch von Jahr zu Jahr.

LINK: Herbst-und Wintertraining: Abschalten vom Trainingsalltag (Teil II)
Herbst-und Wintertraining: Abschalten vom Trainingsalltag (Teil III)

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im: Tritime Magazin

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Bennie Linbergin harjottelupäiväkirja

Ein Blick in der Vergangenheit

Ein Blick in der Vergangenheit (Qualität und Umfang)

Das du nicht viel trainieren musst um hart zu trainieren zeigt eine Seite in mein Trainingstagebuch von 1992. (drei Wochen vor der Ironman in Neuseeland)

Ich habe die Wintermonate in Neuseeland mit mein Freund Pauli Kiuru verbracht. Ich glaube nicht dass wir viel härter hätte trainieren können, wahrscheinlich war es sogar für mich ein Tick zu hart.

Etwa 70% von der Training haben wir gemeinsam gemacht nur das Laufen hat jeder für sich alleine gemacht!

Das wir etwas richtig gemacht haben zeigt meine 5. Platz drei Wochen später in Ironman New Zeeland und in Sommer in Roth neue PB mit 8.23.

Rechts habe ich mein Gefühl aufgeschrieben und  unten übersetzt mit meine Kommentare von heute in Klammern.

Maanantai (Montag): 2 Std. 40 min.
Schwimmen + Zirkeltraining (= 50 Minuten immer jede Übung 20 Sek. Explosiv mit 40 Sek. Pause dazwischen) etwas zäh ich war müde
Laufen später OK (Mit die lokale Laufgruppe 3 x 10´ Sanddünen Interwalle, also hoch und runter)

Tiistai(Dienstag):  3 Std. 30 min.
Bergzeitfahren mit Pauli, ging gut aber er war 30 Sek. schneller
Das Laufen ging ganz gut (8 km in 27.53) aber ich konnte den Puls nicht hoch bekommen.

Keskiviikko (Mittwoch): 4 Std. 30 min.
(Ein Koppeltraining)
Schwimmen OK ( 3 x 1000m ohne Pause in 13.50-13.45-13.12) im Wasserschatten von Pauli mit Neo.
Radfahren ging wie der Teufel (2,5 Std. Schnitt 35,6 km/h Puls 110-120 ohne Windschatten)
Laufen war zäh, ich spürte gestern in den Beinen (kein Wunder!)

Torstai (Donnerstag): 1 Std. 45 min.
Schwimmen zäh (und später Krafttraining)

Perjantai (Freitag): 3 Std. 45 min.
Schwimmen OK! (2000 kr progressiv ohne Pause 1000m=13.59 + 1000m=13.31)
Radfahren ging sehr gut (90´= 38,2 Schnitt, Puls 130-140)
(Laufen am Nachmittag 90´= mit 4.03-04  min/km)

Lauantai (Samstag) 3 Std.
Schwimmen ging nicht! (aber 10 x 200 in 2.32-34 LOL)
(30´ Rad + Krafttraining am Nachmittag)

Sunnuntai (Sonntag) 3.Std. 30 min.
Radfahren ging ziemlich zäh. Es war schwierig den Puls hoch zu bekommen
(Total etwa 140 km davon 3 Std. mit ein Schnitt von 36,5 km/h)

Wochensaldo = 22 Std. 50 min.

Legende:
Pyörä = Radfahren
Uinti = Schwimmen
Juoksu = Laufen
Voimailu = Krafttraining
KP=Zirkeltraining

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Titelbild Trainingessentials

Wettkampfvorbereitung

Unmittelbare Wettkampfvorbereitung

Ein weiterer Artikel von den Triathlon Coach geschrieben für Tritime. Diesmal über die Zeit kurz vor den Hauptwettkampf:

Endlich steht der Sommer vor der Tür. Und da die ersten Saisonhighlights ebenfalls immer näher rücken, beschäftige ich mich im zweiten Teil meiner Coaching-Serie „Training Essentials“ mit der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung. Unabhängig von Ihrem Leistungsniveau mache ich Sie damit vertraut, wie Sie Ihre Form in den letzten vier bis acht Wochen vor Ihrem persönlichen Saisonhöhepunkt noch verbessern können.

Sollten Sie es aufgrund des ausgesprochen langen Winters nicht geschafft haben, in den vergangenen Monaten in ausreichend großen Umfängen zu trainieren, wird es jetzt höchste Zeit, damit anzufangen. Überlegen Sie sich aus diesem Grunde genau, ob ein Saisonhöhepunkt im Juni oder Juli wirklich Sinn macht. Halten Sie lieber nach Wettkämpfen im August oder Anfang September Ausschau, um Kilometer zu machen.

Olympische Distanz

Alle Kurzdistanzler, die trotz des langen kalten Winters in den vergangenen sechs Monaten aktiv waren, können jetzt die Früchte ernten. Bei der Kurzdistanz handelt es sich nicht nur um ein Ausdauerevent, auch das im Wettkampf angeschlagene Tempo kann ganz schön flott sein. Wie schnell Sie jedoch dabei unterwegs sein können, hängt in erster Linie von Ihrer anaeroben Schwelle ab. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um den Bereich, in dem Ihre Oberschenkel oder die Lunge anfangen zu brennen, wenn Sie versuchen, noch einen Tick schneller zu laufen oder zu fahren. Diese Grenze können Sie in sechs bis acht Wochen mit einem gezielten Training „nach oben verschieben“. Das damit einhergehende Training ist sehr kurz und extrem intensiv. Die Praxis hat gezeigt, dass auch im Triathlon nicht mehr als zwei hochintensive Trainingstage pro Woche sinnvoll erscheinen. Dies bedeutet, dass Sie an einem Tag mindestens zwei Sportarten miteinander kombinieren müssen. Am besten lassen sich hinsichtlich eines hochintensiven Trainings die Disziplinen Schwimmen und Radfahren miteinander kombinieren. Hochintensive Trainingseinheiten könnten folgendermaßen aussehen:

Schwimmen
Einschwimmen inklusive Technikschulung und einer nicht zu langen/intensiven Hauptserie. Zum Ende des Schwimmtrainings folgen 200, 100 und 50 Meter Kraulen mit maximaler Belastung. Zwischen den Distanzen haben Sie eine auf den ersten Blick recht lange Pause von drei bis fünf Minuten. Diesen Zeitraum benötigen Sie jedoch, um sich für das nächste Intervall hinreichend zu erholen. Dabei lohnt es sich, das Wasser zu verlassen und sich warmzuhalten. Nach spätestens vier Wochen spüren Sie eine deutliche Formverbesserung. Insbesondere fällt es Ihnen deutlich leichter, das hohe Tempo zu halten. Und nach dem Schwimmen nicht das Radintervall vergessen.

Radfahren
Auf den Zeitfahrad können Sie natürlich auch mehrere unterschiedlich lange Intervalle in Ihr Training einbinden, aber am einfachsten ist es, eine zehn Kilometer lange Strecke abzumessen, auf der Sie jede Woche einmal ein Zeitfahren absolvieren. Sie werden sehr schnell Ihre Fortschritte feststellen. Ganz wichtig dabei ist jedoch, dass sie wirklich jedes Mal so schnell fahren, wie es nur eben geht. Nur so ist diese Trainingsform wirklich effektiv. Nach vier bis sechs Wochen sind Sie in der Lage, diese Geschwindigkeit auf der Olympischen Distanz fast durchzufahren

Den kompletten Artikel kannst du hier unten Herunterladen.

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Titelbild Koppeltraining

Koppel und Wechseltraining

Koppel und Wechseltraining

Wechseltraining Triathlon in Fuerteventura

Hier ein Artikel das ich für den DTU Verbandszeitschrift Tritime geschrieben habe. Wechsel- und Koppel-Training ist ein elementarer Baustein für jeden Triathlon Trainer. Ich habe es immer in meine eigene  Triathlon Training eingebaut, ich baue es ein in der Training von meine Athleten ein und auch im Trainingslager z.B. von Hannes Hawaii Tours ist Wechsel- und Koppeltraining Standard. Triathlon ist also nicht drei Sportarten es ist ein Sportart der auch so trainiert werden muss aber mit drei unterschiedliche Teile.

Zeit für Veränderungen

Triathleten trainieren Schwimmen, Radfahren und Laufen. Meistens jedoch jede Sporart für sich voneinnder getrennt und an verschiedenen Tagen. Es ist jedoch ein Trugschluss, sich einzig und allein auf diese Art und Weise erfolgreich auf einen Wettkampf vorbereiten zu können. Denn Triathlon ist weitaus mehr, eine Sportart, bei der neben der allgemeinen körperlichen Fitness auch der Übergang von einer Disziplin zur nächsten dem Organismus einiges mehr abverlangt als zum Beispiel nur das Laufen. Und das nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach. Dies ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied, der im Rahmen der Vorbereitung im täglichen Training berücksichtigt werden sollte. In den letzten Jahren haben sich neben den reinen Übungseinheiten der Einzeldisziplinen Koppeleinheiten und Wechseleinheiten etabliert. Was aber verbringt sich hinter diesen Begrifflichkeiten und was hat es damit auf sich? 

Beim Koppeltraining werden mindestens zwei Disziplinen miteinander kombiniert. Die zeitliche Pause zwischen den Einheiten sollten maximal 5 bis 10 Minuten andauern. Eine typische Koppeleinheit besteht beispielweise aus zwei Stunden Radfahren, gefolgt von einem einstündigen Dauerlauf. Zahlreiche Variationen bezüglich Dauer, Intensität und Trainingsinhalt – im Winter kann auch Schnee- und Eis-Sportarten integriert werden – bietet dem Athleten abwechslungsreiche Gestaltungsmöglichkeiten!

Den kompletten Artikel kannst du im PDF Format lesen wenn du den Link unten anklickst!

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High Intensity Intervall Training auf Strandboulkevard in Playitas mit Angela Lindberg

HIIT

HIIT im Triathlon: Wirkung, Training und Beispiele

Alter Schuh in neuem Gewand – oder unverzichtbarer Bestandteil eines modernen Triathlontrainings?

High Intensity Intervall Training auf Strandboulkevard in Playitas mit Angela Lindberg

High Intensity Interval Training, kurz HIIT, gehört heute zu den bekanntesten Trainingsformen im Ausdauersport.

Kurze oder längere intensive Belastungen wechseln sich dabei mit Erholungsphasen ab. Das Training ist anstrengend, vergleichsweise kompakt und kann deutliche Leistungsreize setzen.

Ganz neu ist diese Idee allerdings nicht.

Intervalltraining wurde bereits lange vor der Bezeichnung HIIT erfolgreich eingesetzt. Neu sind vor allem die wissenschaftliche Untersuchung verschiedener Belastungsformen, die genauere Steuerung und die große Zahl unterschiedlicher Protokolle.

Für Triathleten stellt sich deshalb nicht die Frage, ob intensives Intervalltraining grundsätzlich funktioniert.

Die entscheidenden Fragen lauten:

  • Welche Form von HIIT passt zu welchem Athleten?
  • Wie intensiv müssen die Intervalle wirklich sein?
  • Wie viel Erholung ist notwendig?
  • In welcher Trainingsphase ist HIIT sinnvoll?
  • Wie lässt es sich mit Grundlagentraining und langen Einheiten verbinden?

Mehr über mein Triathlon Coaching

Was ist HIIT?

HIIT steht für High Intensity Interval Training.

Dabei wechseln sich intensive Belastungsabschnitte mit aktiven oder passiven Erholungsphasen ab. Die Länge der Intervalle kann je nach Trainingsziel stark variieren.

Möglich sind beispielsweise:

  • kurze Intervalle von 20 bis 60 Sekunden
  • mittellange Belastungen von ein bis drei Minuten
  • längere Intervalle von vier bis sechs Minuten
  • wiederholte Belastungen knapp unter oder nahe der maximalen Sauerstoffaufnahme

HIIT ist deshalb keine einzelne Trainingsmethode mit einem festgelegten Verhältnis von Belastung und Pause.

Es ist vielmehr ein Oberbegriff für verschiedene Intervallformen, bei denen die Belastung hoch genug ist, um gezielt starke Reize auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und die arbeitende Muskulatur zu setzen.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:

  • Sportart
  • Trainingszustand
  • Wettkampfdistanz
  • Trainingsphase
  • Ziel der Einheit
  • Erfahrung des Athleten
  • verfügbarer Erholungszeit

Aktuelle sportwissenschaftliche Arbeiten betonen genau diese Variabilität: HIIT lässt sich nicht auf ein einziges „optimales“ Protokoll reduzieren. Intensität, Intervalldauer und Pausen müssen als zusammenhängendes System betrachtet werden.

HIIT, HIT und Sprint Interval Training sind nicht dasselbe

Die Begriffe werden im Sport nicht immer einheitlich verwendet.

HIT bedeutet zunächst nur High Intensity Training. Im Krafttraining wird der Begriff häufig für ein sehr intensives Krafttrainingssystem mit wenigen, stark ausbelastenden Sätzen verwendet. Im Ausdauersport kann HIT aber auch allgemein als Abkürzung für hochintensives Training verwendet werden.

HIIT bezeichnet ein Intervalltraining mit hoher Intensität und wiederkehrenden Erholungsphasen.

Sprint Interval Training, kurz SIT, ist eine besonders intensive Variante. Hier werden meist sehr kurze Belastungen mit maximalem oder sogar supramaximalem Einsatz absolviert.

Der Unterschied liegt also nicht nur in der Dauer, sondern vor allem in der Intensität.

Bei klassischem HIIT soll der Athlet eine hohe Leistung über mehrere Wiederholungen möglichst stabil halten. Beim Sprinttraining geht es stärker um maximale Leistung, Beschleunigung und anaerobe Kapazität.

Für einen Triathleten können beide Trainingsformen sinnvoll sein. Sie erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben und sollten nicht beliebig gegeneinander ausgetauscht werden.

Eine aktuelle Metaanalyse deutet darauf hin, dass längere HIIT-Intervalle für die Entwicklung der aeroben Leistungsfähigkeit Vorteile gegenüber sehr kurzen Sprintintervallen haben können. Die Qualität der zugrunde liegenden Evidenz ist allerdings nicht bei allen untersuchten Ergebnissen hoch.

Was bewirkt HIIT?

Richtig eingesetzt kann HIIT verschiedene Bereiche der Leistungsfähigkeit verbessern.

Dazu gehören insbesondere:

  • maximale Sauerstoffaufnahme
  • maximale aerobe Leistung
  • Leistungsfähigkeit im Bereich hoher Intensitäten
  • Belastungsverträglichkeit
  • Geschwindigkeit und Leistung bei kurzen Wettkampfformen
  • Fähigkeit, sich zwischen intensiven Belastungen zu erholen

HIIT kann sowohl aerobe als auch anaerobe Anpassungen auslösen. Welche Anpassung überwiegt, hängt vom konkreten Protokoll ab.

Sehr kurze maximale Belastungen beanspruchen das anaerobe System besonders stark. Längere Intervalle von mehreren Minuten führen dagegen zu einer längeren Beanspruchung im Bereich einer hohen Sauerstoffaufnahme.

Überblicksarbeiten zeigen, dass HIIT die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit bei unterschiedlichen Personengruppen verbessern kann. Auch bei bereits trainierten Athleten sind Leistungssteigerungen möglich, wobei die Effekte naturgemäß kleiner und individueller ausfallen können als bei Untrainierten.

Das Tabata-Training: vier Minuten, aber kein Wundermittel

Eine der bekanntesten Varianten ist das sogenannte Tabata-Training.

Die ursprüngliche Untersuchung aus dem Jahr 1996 verglich ein moderates Ausdauertraining mit einem hochintensiven Intervallprogramm. Das intensive Protokoll bestand aus wiederholten 20-Sekunden-Belastungen mit nur zehn Sekunden Pause.

Die Studie wurde häufig vereinfacht mit der Aussage wiedergegeben, vier Minuten Tabata-Training seien genauso wirksam wie eine Stunde Ausdauertraining.

So einfach ist es nicht.

Die Athleten absolvierten zusätzlich ein Aufwärmprogramm, trainierten mehrmals pro Woche und waren während der Belastungen extrem gefordert. Außerdem wurden bestimmte aerobe und anaerobe Messgrößen untersucht – nicht sämtliche Anpassungen, die für einen Triathleten wichtig sind.

Die Studie zeigte, dass ein sehr intensives Intervallprogramm sowohl aerobe als auch anaerobe Anpassungen auslösen kann. Sie zeigte jedoch nicht, dass vier Minuten Training ein vollständiges Ausdauertraining oder den langfristigen Aufbau für einen Triathlon ersetzen.

Für gut trainierte Triathleten kann ein Tabata-ähnliches Protokoll ein gezielter Reiz sein. Es ist aber nicht automatisch die beste HIIT-Variante für jede Trainingsphase und jede Wettkampfdistanz.

HIIT bedeutet nicht immer Vollgas

Bei Sprintintervallen kann tatsächlich ein maximaler Einsatz verlangt werden. Bei längeren HIIT-Intervallen wäre völliges Vollgas in der ersten Wiederholung meistens kontraproduktiv.

Das Ziel besteht vielmehr darin, über alle Intervalle eine hohe und möglichst stabile Qualität zu erreichen.

Ein Beispiel:

Wer fünfmal vier Minuten trainiert, sollte die erste Belastung nicht so schnell beginnen, dass die Leistung anschließend stark einbricht. Die letzte Wiederholung darf sehr hart sein. Trotzdem sollte die Einheit kontrolliert bleiben.

Je nach Intervallform kann die Intensität gesteuert werden über:

  • Leistung in Watt
  • Laufgeschwindigkeit
  • Schwimmtempo
  • Herzfrequenz mit zeitlicher Verzögerung
  • subjektives Belastungsempfinden
  • Geschwindigkeit oder Leistung im Verhältnis zur Wettkampfleistung

Hart bedeutet nicht automatisch unkontrolliert.

Ein gutes HIIT ist so intensiv wie nötig, aber so kontrolliert, dass das geplante Trainingsziel erreicht wird.

Warum kurze und längere HIIT-Intervalle unterschiedlich wirken

Ein Intervall von 20 Sekunden stellt andere Anforderungen als eine Belastung von fünf Minuten.

Kurze Intervalle

Kurze Belastungen von etwa 15 bis 60 Sekunden können geeignet sein für:

  • Beschleunigung
  • neuromuskuläre Aktivierung
  • anaerobe Leistungsfähigkeit
  • hohe Leistungsspitzen
  • Rekrutierung zusätzlicher Muskelfasern
  • Abwechslung im Training

Je kürzer das Intervall ist, desto höher kann in der Regel die Leistung sein.

Mittellange Intervalle

Belastungen von etwa ein bis drei Minuten verbinden hohe aerobe und anaerobe Anforderungen.

Sie können unter anderem eingesetzt werden für:

  • Entwicklung der maximalen aeroben Leistung
  • Verbesserung der Belastungsverträglichkeit
  • Vorbereitung auf kurze Wettkampfformen
  • gezielte intensive Trainingsblöcke

Längere Intervalle

Intervalle von vier bis sechs Minuten ermöglichen es, relativ viel Zeit bei einer hohen Sauerstoffaufnahme zu verbringen.

Sie eignen sich besonders zur Entwicklung von:

  • VO₂max
  • aerober Leistungsfähigkeit
  • Tempoausdauer
  • kontrollierter Leistung nahe der maximalen aeroben Belastung

Welche Form die beste ist, lässt sich nicht allgemein beantworten. Selbst bei sehr gut trainierten Athleten hängt die Wirkung von Intervalllänge, Erholung, Trainingsphase und sportartspezifischer Umsetzung ab.

HIIT ist Intervalltraining – aber nicht jedes Intervalltraining ist HIIT

Intervalltraining existierte lange vor dem Begriff HIIT.

Der deutsche Leichtathletiktrainer Woldemar Gerschler entwickelte bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts systematische Formen des Intervalltrainings.

Auch Emil Zátopek wurde für seine enormen Wiederholungszahlen bekannt. Arthur Lydiard kombinierte dagegen zunächst umfangreiches Grundlagentraining mit späteren intensiven und wettkampfspezifischen Phasen.

Diese historischen Beispiele zeigen:

Die Grundidee, Belastung und Erholung systematisch abzuwechseln, ist nicht neu.

Neu sind heute vor allem:

  • genauere physiologische Messungen
  • bessere Belastungssteuerung
  • Leistungsmesser und Trainingsplattformen
  • differenziertere Intervallprotokolle
  • bessere Kenntnisse über Regeneration
  • individuellere Periodisierung

Auch ich habe bereits Ende der 1980er-Jahre Schwimmeinheiten absolviert, die heute vermutlich als hochintensives Intervalltraining bezeichnet würden.

Ein Beispiel war:

  • 100 Meter Kraul maximal
  • fünf Minuten Pause
  • 75 Meter Kraul maximal
  • fünf Minuten Pause
  • 50 Meter Kraul maximal

Damals nannten wir das nicht HIIT, sondern Laktattoleranztraining.

Der Name hat sich verändert. Der starke Trainingsreiz ist geblieben.

Was ist am modernen HIIT wirklich neu?

Die wichtigste moderne Erkenntnis ist nicht, dass ein paar Minuten Training sämtliche langen Einheiten ersetzen.

Interessant ist vielmehr, wie viel Wirkung ein relativ kleiner Umfang an gezieltem intensivem Training entfalten kann.

Ein Athlet muss also nicht ständig hart trainieren.

Oft reichen wenige sorgfältig platzierte intensive Einheiten, um einen zusätzlichen Leistungsreiz zu setzen.

Das bedeutet aber auch:

Je intensiver eine Einheit ist, desto weniger Umfang wird innerhalb dieser Einheit benötigt.

Und:

Je intensiver das Training ist, desto wichtiger werden Vorbereitung und Erholung.

HIIT ist deshalb kein Mittel, mit dem beliebig viele harte Belastungen in eine Woche gepackt werden sollten.

Es ist ein hochwirksames Werkzeug, das dosiert eingesetzt werden muss.

Warum HIIT das Grundlagentraining nicht ersetzt

Viele HIIT-Studien dauern nur wenige Wochen. Oft werden Personen untersucht, deren bisheriges Trainingsniveau und Trainingsvolumen deutlich unter dem eines erfahrenen Triathleten liegen.

Bei wenig trainierten Personen kann ein neuer intensiver Reiz schnell zu großen messbaren Verbesserungen führen.

Ein erfahrener Langdistanzathlet braucht jedoch zusätzlich Anpassungen, die sich nicht durch kurze HIIT-Einheiten ersetzen lassen.

Dazu gehören:

  • muskuläre Ermüdungsresistenz
  • stabile Technik über mehrere Stunden
  • Fettstoffwechsel
  • Verpflegungsstrategie
  • Belastbarkeit des Bewegungsapparates
  • aerobe Effizienz
  • Sitzposition und Komfort auf dem Rad
  • Pacing über lange Zeiträume
  • mentale Ausdauer

HIIT kann die obere Leistungsgrenze anheben.

Lange und lockere Einheiten helfen dem Athleten dagegen, einen möglichst großen Anteil seiner Leistungsfähigkeit über viele Stunden nutzbar zu machen.

Für Triathleten sind beide Bereiche wichtig.

Eine Ente wird nicht sofort zum Ferrari

Ein bereits ausreichend trainierter Körper kann durch eine gezielte Phase mit intensiven Intervallen relativ schnell einen neuen Impuls erhalten.

Das funktioniert jedoch nur, wenn die Grundlage vorhanden ist.

Ohne ausreichende Belastbarkeit können die zusätzlichen PS schnell zu Problemen führen:

  • muskuläre Beschwerden
  • Sehnenreizungen
  • außergewöhnliche Müdigkeit
  • nachlassende Trainingsqualität
  • Motivationsverlust
  • Verletzungen

HIIT verstärkt nicht nur die gewünschte Trainingswirkung. Es verstärkt auch Fehler in der Trainingssteuerung.

Für welche Triathleten eignet sich HIIT?

HIIT kann grundsätzlich für verschiedene Leistungsniveaus sinnvoll sein. Die Ausführung muss aber angepasst werden.

Einsteiger

Einsteiger benötigen nicht sofort maximale Sprintintervalle.

Bereits kurze, kontrollierte Abschnitte oberhalb des normalen Dauertrainingstempos können einen ausreichenden Reiz darstellen.

Wichtiger sind zunächst:

  • regelmäßiges Training
  • saubere Technik
  • stabile Grundlagenausdauer
  • langsamer Belastungsaufbau
  • ausreichende Erholung

Erfahrene Age-Grouper

Für erfahrene Athleten kann HIIT helfen:

  • ein Leistungsplateau zu überwinden
  • trotz begrenztem Zeitbudget gezielte Reize zu setzen
  • VO₂max und maximale aerobe Leistung zu entwickeln
  • Abwechslung in das Training zu bringen
  • sich auf kurze und intensive Wettkämpfe vorzubereiten

Leistungsorientierte Athleten

Bei sehr gut trainierten Athleten muss HIIT besonders präzise geplant werden.

Da bereits ein hohes Trainingsniveau besteht, sind die möglichen zusätzlichen Fortschritte kleiner. Gleichzeitig können schlecht platzierte intensive Einheiten die Qualität des übrigen Trainings beeinträchtigen.

Metaanalysen zeigen zwar mögliche Vorteile bei gut und sehr gut trainierten Athleten, aber die Reaktion bleibt individuell. Besonders wichtig ist daher die Einbindung in das bestehende Training statt eines isolierten „Mehr ist besser“-Ansatzes.

Wann sollte HIIT vorsichtig eingesetzt werden?

HIIT ist eine hohe körperliche Belastung.

Vorsicht ist insbesondere angebracht:

  • nach längeren Trainingspausen
  • bei akuten Schmerzen oder Verletzungen
  • während oder unmittelbar nach einem Infekt
  • bei außergewöhnlicher Erschöpfung
  • bei unklaren Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • nach einer deutlichen Steigerung des übrigen Trainings
  • bei fehlender technischer Stabilität
  • wenn mehrere andere harte Einheiten geplant sind

Bei gesundheitlichen Risiken oder ungeklärten Beschwerden sollte vor hochintensivem Training eine medizinische Abklärung erfolgen.

Auch ein gesunder Athlet sollte HIIT nicht unvorbereitet beginnen.

Je höher die Geschwindigkeit und Leistung, desto wichtiger sind:

  • gutes Aufwärmen
  • saubere Bewegungsausführung
  • sportartspezifische Vorbereitung
  • ausreichende Erholung
  • schrittweise Steigerung

Wie oft sollte ein Triathlet HIIT trainieren?

Für viele Age-Grouper genügt zunächst eine echte HIIT-Einheit pro Woche. In einem gezielten Trainingsblock können vorübergehend zwei Einheiten sinnvoll sein.

Dabei muss allerdings das gesamte Training betrachtet werden.

Ein hartes Radtraining, ein intensiver Tempolauf und eine anspruchsvolle Schwimmeinheit können zusammen bereits drei intensive Belastungen darstellen – auch wenn nur eine davon ausdrücklich HIIT genannt wird.

Wichtiger als die Bezeichnung ist deshalb die Gesamtbelastung der Woche.

Ein Coach sollte prüfen:

  • Wie viele harte Reize gibt es bereits?
  • Welche Disziplin hat Priorität?
  • Wie erholt sich der Athlet?
  • Wie hoch ist die berufliche und familiäre Belastung?
  • Welche Wettkampfdistanz wird vorbereitet?
  • In welcher Trainingsphase befindet sich der Athlet?

individuelle Trainingsplanung

Beispiel für ein Lauf-HIIT

Eine mögliche Einheit für einen vorbereiteten und beschwerdefreien Athleten könnte so aussehen:

Aufwärmen

  • 15 bis 20 Minuten lockeres Laufen
  • Mobilisation
  • drei bis vier kurze Steigerungsläufe

Hauptteil

  • vier- bis sechsmal drei Minuten zügig bis sehr hart
  • jeweils zwei bis drei Minuten lockeres Traben

Auslaufen

  • 10 bis 15 Minuten sehr locker

Die Intensität sollte so gewählt werden, dass das Tempo über alle Wiederholungen weitgehend stabil bleibt.

Ein deutliches Einbrechen nach der ersten oder zweiten Wiederholung spricht meist dafür, dass der Athlet zu schnell begonnen hat.

Für erfahrene Läufer sind auch längere Intervalle möglich. Bei weniger belastbaren Athleten kann der Hauptteil zunächst deutlich kürzer sein.

Beispiel für ein Rad-HIIT

Auf dem Rad lässt sich HIIT besonders gut über Leistung steuern.

Eine mögliche Einheit:

Aufwärmen

  • 20 Minuten locker
  • einige kurze Steigerungen

Hauptteil

  • fünfmal vier Minuten mit hoher, kontrollierter Leistung
  • jeweils vier Minuten sehr locker fahren

Ausfahren

  • 10 bis 20 Minuten locker

Die letzte Belastung darf sehr schwer sein. Trotzdem sollte der Athlet die geplante Leistung technisch sauber halten können.

Ein Vorteil des Radfahrens besteht darin, dass hohe Herz-Kreislauf-Belastungen häufig mit einem geringeren orthopädischen Risiko als beim maximalen Lauftraining verbunden sind.

Beispiel für ein Schwimm-HIIT

Beim Schwimmen darf die Technik nicht vollständig auseinanderfallen.

Eine mögliche Serie:

  • gründliches Einschwimmen
  • Technikübungen
  • zwölfmal 50 Meter schnell
  • ausreichende Pause, damit die Schwimmtechnik kontrolliert bleibt
  • lockeres Ausschwimmen

Alternativ können längere Intervalle eingesetzt werden, beispielsweise:

  • sechsmal 100 Meter zügig bis sehr hart
  • mit individuell angepasster Pause

Im Wasser ist nicht nur die Belastung wichtig. Entscheidend ist auch, ob Wasserlage, Zuglänge und Bewegungsrhythmus unter hoher Intensität erhalten bleiben.

Schlechtes Sprinten trainiert sonst vor allem eine schlechte Technik bei hoher Geschwindigkeit.

Die häufigsten Fehler beim HIIT

HIIT funktioniert nicht automatisch, nur weil das Training sehr anstrengend ist.

Typische Fehler sind:

  • zu viele intensive Einheiten
  • jedes Intervall maximal beginnen
  • unzureichendes Aufwärmen
  • zu kurze Erholung zwischen den Trainingstagen
  • schlechte Technik akzeptieren
  • Schmerzen ignorieren
  • HIIT zusätzlich auf einen bereits vollen Trainingsplan setzen
  • jede Disziplin gleichzeitig intensiv trainieren
  • Grundlagentraining vernachlässigen
  • Trainingspläne aus Studien ungeprüft übernehmen

Besonders problematisch ist es, HIIT einfach als Zusatz zu betrachten.

Wer eine intensive Einheit ergänzt, muss häufig an anderer Stelle Belastung reduzieren.

Qualität steht vor Quantität

Bei HIIT zählt nicht, wie viele Intervalle irgendwie überstanden werden.

Entscheidend ist, ob der geplante Reiz mit ausreichender Qualität gesetzt wurde.

Eine gute HIIT-Einheit endet nicht zwingend erst dann, wenn der Athlet vollkommen erschöpft ist.

Sie endet dann, wenn:

  • das Ziel erreicht wurde
  • die Leistung deutlich abzufallen beginnt
  • die Technik nicht mehr stabil bleibt
  • die geplante Belastungszeit absolviert ist
  • ein weiteres Intervall keinen zusätzlichen sinnvollen Nutzen mehr verspricht

Mehr ist auch beim HIIT nicht automatisch besser.

Mehr ist nicht automatisch besser

Fazit: HIIT ist ein starkes Werkzeug, aber kein vollständiges Trainingssystem

HIIT ist keine völlig neue Erfindung.

Intensives Intervalltraining gehört seit Jahrzehnten zum Ausdauersport. Moderne Forschung hat jedoch unser Verständnis dafür verbessert, wie unterschiedlich Intervalldauer, Intensität und Erholung wirken können.

Richtig eingesetzt kann HIIT:

  • die aerobe Leistungsfähigkeit verbessern
  • neue Trainingsreize setzen
  • trotz begrenzter Zeit wirksam sein
  • Geschwindigkeit und Belastungsverträglichkeit entwickeln
  • Abwechslung in das Training bringen
  • ein Leistungsplateau überwinden helfen

HIIT ersetzt aber weder das Grundlagentraining noch die spezifische Vorbereitung auf eine Mittel- oder Langdistanz.

Die Kunst liegt in der Kombination:

  • locker genug, um sich zu entwickeln
  • hart genug, um neue Reize zu setzen
  • spezifisch genug für das Wettkampfziel
  • individuell genug für den jeweiligen Athleten

Ein Triathlet, der schneller werden möchte, sollte hohe Intensitäten nicht grundsätzlich vermeiden.

Er sollte sie aber gezielt, vorbereitet und sinnvoll dosiert einsetzen.

In diesem Sinne:

Let’s HIIT the road – aber mit Plan.

Der nächste Schritt

Du möchtest HIIT sinnvoll in dein Training integrieren, ohne Grundlage, Regeneration und Wettkampfanforderungen aus den Augen zu verlieren?

Auf Ad Extremum findest du weitere Informationen zu meinem individuellen Triathlon Coaching und zu persönlich erstellten Trainingsplänen.

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