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Training oder Wettkampf? Bleib bei deinem Plan

Mentale Stärke zeigt sich im Training oft darin, nicht jedes Duell anzunehmen.

Mentale Stärke in Triathlon. The nordic Edge

Viele Triathleten machen aus Trainingseinheiten unbewusst kleine Wettkämpfe.

Beim Schwimmen wird versucht, an der Nachbarbahn dranzubleiben. Auf dem Rad darf niemand vorbeifahren. Beim Lauftraining werden lockere Kilometer plötzlich immer schneller.

Das kann motivieren. Es kann aber auch den Sinn der Einheit zerstören.

Training dient dazu, bestimmte Fähigkeiten zu entwickeln. Der Wettkampf zeigt später, wie gut diese Fähigkeiten geworden sind.

Jede Trainingseinheit hat eine Aufgabe

Eine lockere Einheit soll locker sein. Ein Intervalltraining soll einen klaren intensiven Reiz setzen. Eine lange Einheit entwickelt andere Fähigkeiten als ein kurzer Wettkampf.

Deshalb ist nicht entscheidend, ob du im Training andere Athleten schlägst.

Entscheidend ist, ob du die geplante Aufgabe erfüllst.

Wenn eine lockere Radausfahrt vorgesehen ist und dich jemand überholt, kann es mentale Stärke erfordern, diese Person einfach fahren zu lassen.

Wer ständig auf andere reagiert, trainiert nicht mehr nach Plan, sondern nach Ego.

Trainingsergebnisse sind nicht direkt vergleichbar

Nicht jede Einheit fühlt sich gleich an.

Die Leistung wird beeinflusst durch:

  • vorherige Trainingstage
  • Schlaf
  • beruflichen und privaten Stress
  • Wetter
  • Ernährung
  • zunehmende Ermüdung innerhalb eines Trainingsblocks

Eine etwas langsamere Einheit bedeutet deshalb nicht automatisch, dass deine Form schlechter geworden ist.

Wichtiger ist, ob die Belastung zum Trainingsziel gepasst hat und wie dein Körper darauf reagiert.

Gruppentraining kann helfen oder schaden

Eine passende Trainingsgruppe kann motivieren und zusätzliche Leistungsreize setzen.

Problematisch wird es, wenn:

  • jede Einheit zum Rennen wird
  • schwächere Athleten ständig überziehen
  • lockere Tage nicht mehr möglich sind
  • Gruppendruck den individuellen Plan ersetzt
  • niemand zeigen möchte, dass er müde ist

Die beste Gruppe ist nicht unbedingt die schnellste.

Sie ist diejenige, in der unterschiedliche Leistungsniveaus respektiert werden und jeder den vorgesehenen Trainingsreiz umsetzen kann.

Im Wettkampf zählt ebenfalls der eigene Plan

Auch im Wettkampf ist es nicht immer sinnvoll, sofort auf andere Athleten zu reagieren.

Besonders auf der Langdistanz kann eine zu frühe Jagd nach Konkurrenten oder Zwischenzeiten später teuer werden.

Wer sich in den ersten Stunden ständig fragt, was die anderen machen, verliert leicht den Fokus auf:

  • eigene Intensität
  • Verpflegung
  • Technik
  • Körpergefühl
  • Renneinteilung

Leistungsziele helfen dabei, beim eigenen Plan zu bleiben.

Statt zu denken:

Ich muss an dieser Person dranbleiben.

ist die bessere Frage:

Welche Leistung ist jetzt für mein gesamtes Rennen sinnvoll?

Mentale Stärke bedeutet nicht immer Vollgas

Mentale Stärke zeigt sich nicht nur darin, Schmerzen auszuhalten und sich maximal zu belasten.

Sie zeigt sich auch darin:

  • bewusst langsam zu trainieren
  • einen Trainingspartner ziehen zu lassen
  • eine Einheit bei Bedarf anzupassen
  • das eigene Ego zu kontrollieren
  • den langfristigen Plan wichtiger zu nehmen als einen kurzfristigen Vergleich

Manchmal ist Zurückhaltung die stärkere Entscheidung.

Fazit: Training ist Vorbereitung, kein täglicher Leistungsvergleich

Ein Training muss nicht gewonnen werden.

Es soll dich auf deinen Wettkampf vorbereiten.

Bleibe deshalb bei der Aufgabe der Einheit:

  • locker, wenn locker geplant ist
  • konzentriert, wenn Qualität gefragt ist
  • kontrolliert, wenn das langfristige Ziel wichtiger ist als der Moment

Der Wettkampf ist der Ort für den Leistungsvergleich.

Im Training zählt, ob du die richtige Arbeit zur richtigen Zeit erledigst.

Der nächste Schritt

Du möchtest dein Training gezielter steuern und vermeiden, dass jede Einheit unbewusst zum Wettkampf wird?

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