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Autor: Bennie Lindberg

Laktattest als Diagnostik in Triathlonsport

Trainingssteuerung

Wie kann ich mein Trainingsbelastung messen?

Ein altes Dilemma in Ausdauersport ist: Wie kann ich mein Trainingsbelastung messen und dadurch mein Training optimal steuern um in Wettkämpfe den bestmöglichen Erfolg zu haben?

Letztes Jahr ist eine Studie zu genau diesem Thema veröffentlicht worden! Der sportwissenschaftliche Chef von das Profi Radteam Sunweb,  Teun van Erp und seine Kollegen von den Universitäten in Wisconsin und Amsterdam haben das untersucht.

 Als Material benützten sie knapp 12.000 Trainingseinheiten die alle mit Wattdaten aufgezeichnet waren. Davon haben die noch 7.500 Trainingseinheiten analysiert wo der Athlet auch ein Pulsmesser getragen hat und 5.500 Einheiten wo der Athlet sein Anstrengungsgefühl zusätzlich bewertet hat.

Generell hast du zwei Möglichkeiten wie du den Belastung messen kannst. Du kannst es extern analysieren also „außerhalb“ dein Körper, bedeutet also feststellen was habe ich heute geleistet. Oder du kannst es intern also „innerhalb“ dein Körper messen bedeutet wie hart war es für mich.  

In dieser Studie hat man als ein externer Faktor die verbrannte Energie gemessen. Mit Wattmesssysteme ist es leicht das exakt festzuhalten, und die Unterschiede in Team zwischen den Fahrern sind bezüglich Gewicht und Aerodynamik (was den Energieverbrauch beeinflussen könnte) sehr gering.

Als zweiter externer Faktor haben die Forscher die normalisierte Wattwerte genommen und die in Relation zu den persönlichen FTP Wert gewertet. Dieser Wert ist dann zwar persönlich aber immer noch ein externer Wert!

Als interner Wert haben sie die Pulswerte analysiert und gerechnet wie viele Minuten man im welchen Bereich trainiert hat und den Intensiveren Bereichen mehr gewertet als den lockeren. In sich ja auch hier nichts Neues.

Der andere interne Wert war noch einfacher! Die Athleten haben auf eine Skala von 6 (locker) bis 20 Maximum gleich nach den Training bewertet wie hart der Einheit war und dann diese Nummer mit den Dauer von den Einheit multipliziert.

Wenn man dann den Unterschieden zwischen den verschiedenen Methoden statistisch vergleicht kommt ein Korrelationsfaktor von 0.97 raus! Eine absolute Übereinstimmung hat ein Korrelationswert von 1,0.

Ich finde diese Untersuchung und das Ergebnis GENIAL!

Erstens: Bedeutet es Training/Coaching ist keine Raketenwissenschaft und wenn du die Sachen kompliziert machen möchtest kannst du es, aber du hast davon keine Vorteile, eher ein Nachteil da vieles dann unübersichtlich werden kann!

Zweitens: Unterstreicht es meine Vermutung dass die Verbesserungen in den Zeiten (hier würde ich Radsport, wegen der Doping-Ding nicht berücksichtigen), speziell in der Triathlon Sport auf verbesserte Material und mehr Talenten zurückzuführen ist und nicht auf mehr und komplizierteren Trainings-Wettkampf-Daten-Auswertungen-Steuerungen!

Drittens: Wie du dein Training steuerst ist ziemlich egal Hauptsachen du verstehst dein Handwerk!

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Titelbild Mitteldistanz

Erste Mitteldistanz

Der 12-Wochen-Trainingsplan von Bennie Lindberg

Folgende Text habe ich für Tritime geschrieben! Viel Spaß beim lesen!

„Ein geliebtes Kind trägt viele Namen.“ Diese Redewendung trifft auch in Triathlon Sport auf das Rennformat „Mitteldistanz, Halbdistanz oder 70.3“ zu. Alle begriffe umschreiben ein und die gleiche sportliche Herausforderung. Ein Athlet hat beim Schwimmen Distanzen zwischen 1,9 und 2,5 km, beim Radfahren zwischen 80 und 90 Kilometer und beim Laufen entweder 20 oder 21,1 Kilometer zu bewältigen. Die Unterschiede sind klein und für einen Anfänger kaum von Interesse. Um jedoch eine Mitteldistanz erfolgreich zu finishen, sollte Ihr Körper über eine Zeitraum von mindestens zwei Jahre an ein regelmäßiges Ausdauertraining gewöhnt sein. Darunter verstehe ich ein wöchentliches Training von bis zu vier Einheiten. Die Umfänge belaufen sich dabei auf insgesamt vier Stunden. Wenn diese Basis vorhanden ist, können Sie mit einem dreimonatigen gezielten Training Ihre Muskulatur und Ausdauer dahingehend aufbauen und stärken, dass Sie mit einer vernünftigen Kräfteeinteilung lächelnd über die Ziellinie laufen können.

Das wichtige an diesen Trainingsaufbau ist, dass Sie sich auf die wesentlichen Elemente konzentrieren. Dementsprechend liegt auch der Schwerpunkt im März beim Schwimmen, im April beim Laufen und im Mai beim Radfahren. Der größte Stolperstein für viele Einsteiger auf der Mitteldistanz ist ohne Zweifel das Schwimmen. Ganz unsichere und schlechte Schwimmer sollten deshalb eine Mitteldistanz wählen, bei der das tragen eines Neoprenanzugs höchstwahrscheinlich erlaubt ist. Ein kurzer Anruf beim Veranstalter oder ein Blick auf frühere Rennberichte verschaffen Klarheit.

Weiter geht es in das PDF Dokument das du hier unten herunterladen kannst!

DOWNLOAD PDF und TRAININGSPLAN

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Zufriedener Schwimmer in Playitas

erste Langdistanz (Teil 12.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 12.)

Tapering (letzte drei Wochen)

Auch die regenerativen Maßnahmen dürfen nicht unterschätzt werden. Wenn eben möglich, nehmen Sie sich die letzten Tage vor Ihrer (ersten) Langdistanz frei oder gehen Sie zeitig nach Hause. 

Nach einem stressreichen Arbeitstag geht die Erholung wesentlich langsamer vonstatten als normal und die Topform lässt auf sich warten. Wenn Sie es gewöhnt sind, Massagen zu bekommen, sollten Sie darauf achten, sich immer von dem gleichen Physiotherapeuten behandeln zu lassen. Wenn nicht, lassen Sie es sein, schließlich muss sich Ihre Muskulatur an die Massage gewöhnen und gerade zu Beginn kann die Massage zunächst mehr belasten als guttun.

Das Gleiche gilt beim Dehnen. Behalten Sie die Gewohnheiten bei, mit denen Sie auch in der Vergangenheit gute Erfahrungen gesammelt haben. Wenn Sie regelmäßig dehnen, kann Ihnen dieses Ritual bis zu einem Tag vor dem Rennen das Gefühl nehmen, steif und träge zu sein (was allerdings damit zu tun hat, dass die Muskulatur Energie (Kohlenhydrate) und Flüssigkeit speichert, aber gleichzeitig kaum oder wenig verbraucht).

Ernährung
In den letzten vier bis sechs Wochen vor dem Wettkampf sollten Sie besonders auf Ihre Ernährung achten. „Leere Kalorien“ wie gezuckerte Getränke, Kuchen, Süßigkeiten, Chips und Junkfood sollten nicht mehr auf Ihrer Ernährungsliste stehen. Weiterhin sollten Sie alles, was direkt den Körper belastet, ebenfalls von der Speisekarte streichen, wie zum Beispiel Alkohol. Wenn Sie anstelle eines Bierchens ein Mineralwasser trinken oder den Schokoriegel durch einen Apfel oder Banane austauschen, sind Sie Ihrem Ziel wieder ein kleines bisschen näher gekommen. Durch diese kleinen Veränderungen verlieren die meisten Athleten weitere ein bis zwei Kilogramm Körpergewicht. Bei Sportlern, die dagegen ein Problem mit einem zu niedrigen Gewicht haben, hilft nur eins: futtern, futtern, futtern. In Ergänzung zu den in der Literatur zahlreichen Ernährungstipps möchte ich an dieser Stelle eine Variante vorstellen, von denen Langdistanzrookies sicherlich profitieren werden. Generell sollten Sie in der letzten Woche das essen, womit Sie grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht haben, jedoch sollten Sie auf folgende Kleinigkeiten achten (Annahme: der Wettkampf findet an einem Sonntag statt)

Montag bis Mittwoch
Essen Sie normal, versuchen Sie jedoch nur etwa 50 Prozent der sonst üblichen Kohlenhydratmenge zu sich zu nehmen. Stattdessen weichen Sie auf hochwertige Eiweiße aus. Am Donnerstagmorgen sollten Sie Ihr Idealgewicht erreicht haben.

Donnerstag bis Samstag Mittag
Essen Sie normal und vermeiden Sie möglichst Fette und Eiweiß, greifen Sie stattdessen bei den Kohlenhydraten etwas mehr zu und trinken Sie zusätzlich einen Liter Traubensaft.

Samstag Abend
Essen Sie etwas weniger als üblich, dafür aber gerne relativ fettreich. Eine Tomaten-Käse-Pizza mit extra Olivenöl oder Spagetti mit Knoblauch und Olivenöl sind eine gute Alternative, aber auch hier sollten Sie auf das zurückgreifen, von dem Sie sicher sind, dass Sie es vertragen und es Ihnen schmeckt. Durch diese Ernährung bringen Sie am Sonntagmorgen bis zu zwei Kilogramm mehr auf die Waage, ein gutes Zeichen dafür, dass Ihre Muskulatur und Leber mit ausreichend Kohlenhydraten gefüllt und circa 1,5 Liter Flüssigkeit gebunden sind. Alles Faktoren, die Ihnen im Wettkampf sicherlich zugute kommen.

Wettkampftag
In den vergangenen Tagen haben Sie nur wenig trainiert, dafür aber umso mehr gegessen. Am Wettkampfmorgen stehen Sie vor einem „kleinen Problem“. Sie haben partout keinen Hunger, sollten aber noch etwa 400–500 Kalorien essen. Nach einer warmen Dusche kommt häufig der Hunger. Wichtig ist, dass Sie, auch wenn es schwerfällt, früh genug aufstehen, idealerweise drei Stunden vor dem Startschuss. Beim Frühstück schwören viele auf Spagetti al dente mit etwas Käse und Olivenöl, andere vertrauen auf Brot mit Butter und Käse oder einem Müsli. Auch die ehemaligen erfolgreichen Triathlonprofis vollzogen ihre „besonderen Rituale und leistungsfördernden Geheimrezepte am Wettkampfmorgen“ wie Brötchen mit Butter und Käse (Stefan Holzner), eine Tasse Olivenöl und ein Energieriegel (Olivier Bernhard), sechs Rühreier mit Brot (Peter Kropko) oder eine Packung Squeezies, bestehend aus zehn Gels (Pauli Kiuru). (ergänzt um Statement von Timo Bracht) So unterschiedlich können Ironmansieger sich vor dem Wettkampf ernähren. Ein weiterer Beweis dafür, dass kein Allheilmittel existiert: Essen Sie das, was Ihnen guttut, essen Sie es einfach und glauben Sie daran.

Die letzten drei Wochen
Der Saisonhöhepunkt steht kurz bevor. Da die Intensitäten locker sind und es jetzt in erster Linie auf die Ausdauer ankommt, sind die Umfänge in der drittletzten Woche vor dem Saisonziel sind noch relativ hoch. Danach beginnt das „kontrollierte Herunterfahren“ der Trainingsumfänge.

Drittletzte Trainingswoche (Belastung)
Montag Bauch & Rücken Gymnastik + Krafttraining
Dienstag Koppel kurz: Schwimmen 15 Min. + Rad 30 Min. + Laufen 15 Min.
Mittwoch Bauch- und Rückengymnastik
Donnerstag Koppeleinheit (lang): Radfahren 2 Stunden + Laufen 1 Stunde
Freitag Schwimmen
Samstag Radfahren 5 Stunden + Laufen 0,5 Stunden
Sonntag Radfahren 0,5 Stunden + Laufen 2 Stunden

Laufen
1 x 2 Stunden: erste Hälfte locker nach Gefühl, zweite Hälfte zügig (10–15 Sekunden (s) pro Kilometer schneller); nach der Hälfte und am Ende 3 x 100 m Steigerungsläufe mit 60 s gehen, um der Monotonie entgegenzuwirken. Idealerweise laufen bei gleichem Puls der Monate Februar/März um 20–30 Sekunden pro Kilometer schneller (vorher 0,5 Stunden Radfahren)
1 x 1 Stunde progressiv: Tempo im Viertelstunden-Rhythmus von ruhig (etwas langsamer als LD-Tempo) bis zügig (etwas schneller als LD-Tempo) steigern1 x 0,5 Stunden zügig in geplanten LD-Tempo
1 x 0,25 Stunden maximales Tempo als Koppeleinheit nach Schwimmen und Radfahren.

Krafttraining
Einmal wöchentlich
JEDOCH jede Übung nach folgendem Belastungsschema:
5 Wiederholungen mit 70 % des Maximalgewichtes + 90 s Pause + 4 Wiederholungen mit 80 % des Maximalgewichtes + 90 s Pause + 3 Wiederholungen mit 90 % des Maximalgewichtes; Vorher unbedingt aufwärmen (10–20 Minuten locker joggen, Rad fahren oder Bauch- und Rückengymnastik)

Schwimmen
Einmal wöchentlich:
200 m beliebig einschwimmen
4 x 50 m: 25 kr technische Übungen + 25 kr beschleunigen von locker bis maximal + 30 s Pause
3.000 kr Dauerschwimmen progressiv (1.000 locker + 1.000 zügig + 1.000 schnell)
Beliebig ausschwimmen

Zusätzlich einmal wöchentlich 15 Minuten kr Dauerschwimmen (mit Neoprenanzug, sofern dieser im Wettkampf erlaubt ist) im See (mit anschließendem Radfahren und Laufen)

Rennrad
1 x 5 Stunden: 3 Stunden ruhig mit hoher Trittfrequenz + 2 Stunden zügig im LD-Tempo + 0,5 Stunden Laufen
1 x 2 Stunden: zügig, jedoch etwas langsamer als im Wettkampf
1 x 0,5 Stunden maximales Tempo(vorher schwimmen und nachher laufen)
1 x 0,5 Stunden locker kurbeln mit hoher Trittfrequenz (vor dem Laufen)

Vorletzte Trainingswoche (Entlastung)
Entlastungswoche mit 50 Prozent der Umfänge der drittletzten Trainingswoche, jedoch mit der gleichen Intensität.

Wettkampfwoche (Tapering)
Montag
Krafttraining (5 Wiederholungen bei 70 Prozent des Maximalgewichts + 4 Wiederholungen bei 80 Prozent des Maximalgewichts + 3 Wiederholungen bei 90 Prozent des Maximalgewichts)
Dienstag
Schwimmen 15 Minuten + Radfahren 30 Minuten + Laufen 15 Minuten (schnelle Wechsel; mit Wettkampfausrüstung; in jeder Disziplin 1/3 locker, 1/3 zügig bis schnell (kein drücken!) und 1/3 locker)
Mittwoch
Radfahren 0,75–1 Stunde locker kurbeln + Bauch- und Rückengymnastik
Donnerstag RUHETAG
Freitag
Schwimmen 15 Minuten (inklusive 2×100 Meter im Wettkampftempo und 60 Sekunden Pause) + Laufen 15 Minuten locker
Samstag
Radfahren 20–30 Minuten locker (inklusive 5 Minuten zügig bis schnell/im Wettkampftempo)
Sonntag
Genießen Sie Ihre erste Langdistanz!

TEIL 11. <- 

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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Genuß am Strand

erste Langdistanz (Teil 11.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 11.)

Tapering (erster Teil)

Der vielleicht schwierigste Abschnitt auf die erste Langdistanz ist das „kontrollierte Herunterfahren“ der Trainingsumfänge: das Tapering. Dieser kurze Zeitraum entscheidet darüber, ob Sie am Tag X auch in der Lage sind, Ihr Potenzial auszuschöpfen. 

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom, jedoch ist die „achtspurige Autobahn“ nicht immer gleichzusetzen mit der schnellsten Route zum Ziel. Auf Ihre (erste) Langdistanz übertragen bedeutet dies, dass Sie zum Abrufen Ihrer bestmöglichen Leistung möglichst entspannt und ausgeruht, jedoch mit einer gehörigen Portion „des Nicht-abwarten-Könnens“ an der Startlinie stehen. Voraussetzung hierfür ist, dass Körper und Geist mitspielen.Im Gegensatz zum Zustand des Nervensystems sind die Abläufe im Organismus eines Triathleten, dessen Energiespeicher gefüllt sind und dessen Körperzellen die Belastung des absolvierten Trainings verarbeitet haben sollten, einfach zu planen und zu handhaben. Dabei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass die mannigfaltigen Mechanismen, die die erforderliche Energie und Kraft liefern, unterschiedlich lange Zeit benötigen, um sich zu regenerieren.

Ein niedriger Blutzucker lässt sich bekanntlich innerhalb weniger Minuten beheben. Ein dehydrierter Körper dagegen benötigt bereits einige Stunden und sehr niedrige Kohlenhydratspeicher werden in bis zu drei Tagen vollständig aufgeladen. Selbst kleinere leichte Muskelschäden sind innerhalb einer Woche auskuriert. Und trotzdem reichen sieben Tage in aller Regel nicht aus, um perfekt zu tapern. Grund sind die Nerven, die die Muskeln „sozusagen antreiben“ und teilweise mehrere Wochen brauchen, um sich zu regenerieren, um erneute Höchstleistung abrufen zu können. Wird in dieser Zeitspanne – nach einer Langdistanz kann diese Phase bis zu sechs Wochen dauern – erneut ein Wettkampf bestritten, so wirkt sich dies auf die Leistung aus. Die Aussage „der letzte Wettkampf steckte mir noch in den Knochen“ stimmt nur bedingt, denn ein zu intensives Training kurz vor einem Rennen bewirkt das Gleiche. Ich halte mich dann doch lieber an die alte Trainerweisheit: Lieber etwas untertrainiert als ein Prozent übertrainiert!

Wenn Sie Ihr Training ohne Periodisierung und ohne Entlastungswochen aufbauen, dann sollten Sie eine längere Erholungs- und Taperingperiode einplanen. Selbst wenn Sie einzelne regenerative Tage berücksichtigen, entsteht eine Belastung, die viele mit „gut in Form“ verwechseln, aber definitiv nichts anderes ist als ein quantitatives Übertraining. Sie sind Trainingweltmeister, jedoch müssen Sie, um die Herzfrequenz zu erhöhen, auf dem Zeitfahrrad „drücken wie ein Stier“ und so schnell laufen wie Haile Gebrselassie. Und wenn Sie jetzt einen Wettkampf bestreiten, würden Sie Ihre normale Trainingsleistung kaum übertreffen. Im Ziel hört man dann oft „Die Distanz war viel zu kurz für mich!“ oder „Das Tempo hätte ich auch doppelt so lang halten können.“ All dies sind typische Anzeichen dafür, dass Sie noch nicht einmal ansatzweise in die Nähe davon gekommen sind, was Ihre Muskeln, Herz und Lunge leisten könnten, wenn Ihr Nervensystem es (bereits) zugelassen hätte.

Wenn Sie über einen Zeitraum von acht Wochen progressiv Umfänge und Intensitäten erhöhen, erfordert es – je nach Alter – eine Reduzierung der Trainingsintensitäten und -umfänge von drei bis sechs Wochen, um in Höchstform zu gelangen. Eine typische vierwöchige Taperingphase könnte dann folgendermaßen aussehen:

5 Wochen vor der Langdistanz: 100 Prozent Umfang/Intensitäten
4 Wochen vor der Langdistanz: 80 Prozent der Umfänge/Intensitäten
3 Wochen vor der Langdistanz: 60 Prozent der Umfänge/Intensitäten
2 Wochen vor der Langdistanz: 40 Prozent der Umfänge/Intensitäten
In der Wettkampfwoche reduzieren sich die Umfänge auf maximal drei kurze Einheiten im Bereich des angepeilten Wettkampftempos. Diese relativ lange Taperingphase ist deshalb erforderlich, um die Muskelnerven am Wettkampftag richtig „befeuern“ zu können.

Wenn Sie sich im Rahmen des 10-Monats-Plans an den von mir empfohlenen klassischen Trainingsaufbau – auf drei Belastungswochen folgt eine Entlastungswoche – gehalten haben, werden Sie nicht „ausgebrannt“ und erreichen schneller Ihre Höchstform. Selbst Trainingswettkämpfe können in dieser Planung berücksichtigt werden, am besten am Ende eines Belastungsblocks, inklusive einer zweitägigen Taperphase und einer Entlastungswoche. Jedoch sollten nicht zu viele Vorbereitungswettkämpfe bestritten werden, denn diese sind gleichbedeutend mit weniger Training. Die Aussage „Wettkampf ist das beste Training“ gilt in erster Linie für die Kurzdistanzler, Triathleten mit dem Ziel Ironman oder Challenge sollten immer ein Auge auf die absolvierten Umfänge haben. Ein Triathlon über die olympische Distanz ist in maximal drei Stunden beendet, allerdings ersetzt das Wettkampftempo nicht das „ausgefallene“ vier- bis sechsstündige Langdistanztraining.

Tapern mit System
Viele Amateure, die neben ihrer Vollzeitbeschäftigung ein wöchentliches Trainingspensum von bis zu 25 Stunden bewältigen, glauben, trotz dieser Belastung ihrem Körper die notwendige Zeit für die Regeneration geben zu können. Dies ist jedoch leider ein großer Irrtum, denn schließlich muss auch unser Geist mitspielen. Stress im Beruf oder in der Familie sowie Verpflichtungen im Freundeskreis wirken sich negativ auf die Erholung und somit auch auf die Leistungsfähigkeit aus. Leider ist unser Organismus nicht in der Lage, zwischen mentalem (Arbeit und Freizeit) und körperlichem (Training) Stress zu unterscheiden. Stress ist Stress! Folgendes „Taperingsystem“ hat sich in der Praxis bewährt:

Steigern sich die Intensitäten und die Umfänge – je nach Leistungsniveau liegt der maximale Trainingsumfang bei 12–15 Wochenstunden – in dem von mir empfohlenen und dargestellten 3:1-Rhythmus, sollten in der vorletzten Trainingswoche die normalen Umfänge bereits um etwa 50 Prozent reduziert werden. In der Wettkampfwoche vermindert sich – bei gleichen Intensitäten – der Trainingsaufwand nochmals auf die Hälfte. Kürzere Intervalle im Wettkampftempo sorgen in jeder Disziplin für den erforderlichen Reiz, während an den restlichen Tagen entweder gar nichts oder nur sehr locker trainiert wird. Wenn das ganze Tapering bereits an dieser Stelle enden würde, dann könnten in dieser rennentscheidenden Phase ja nicht so viele Fehler gemacht werden. Eigentlich. Aber zu einem perfekt getimten Tapering gehört noch viel mehr, schließlich möchten die meisten Athleten im Vorfeld auch noch den einen oder anderen Vorbereitungswettkampf bestreiten. Hierzu sollte ein Athlet, der eine sehr gute Basis hat – also im Winter und Frühjahr qualitativ gut trainiert hat – am Ende des vorletzten Belastungsblocks, also vier Wochen vor dem Hauptwettkampf eine Mitteldistanz einplanen.

Mit Hinblick auf den bevorstehenden Saisonhöhepunkt ändert sich auch das Krafttraining. In den letzten vier bis sechs Trainingswochen reicht ein kurzer intensiver Kraftreiz aus, um die Nervenbahnen für die „Befeuerung der Muskeln offen zu halten“. Haben Sie bislang beispielsweise drei Sätze mit zehn Wiederholungen und 70 Prozent Ihrer Maximalkraft ausgeführt, sollten Sie nach einer kurzen Aufwärmphase (10–20 Minuten locker joggen oder auf dem Ergometer radeln beziehungsweise Bauch- und Rückengymnastik machen) folgendes Vorgehensweise befolgen:

5 Wiederholungen mit 70 Prozent Ihres Maximalgewichts + 90s Pause, danach
4 Wiederholungen mit 80 Prozent Ihres Maximalgewichts + 90s Pause, danach
3 Wiederholungen mit 90 Prozent Ihres Maximalgewichts. Das Krafttraining sollte in der letzten Trainingswoche nicht näher als fünf Tage vor dem Wettkampf stattfinden.

TEIL 10. <- -> Teil 12

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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Nahaufnahme Triathlon Radfahrer

erste Langdistanz (Teil 10.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 10.)

Trainingsplan Juni

Im Juni befinden Sie sich auf der Ziellinie Ihrer mehrmonatigen Vorbereitungsphase. Ihre erste Langdistanz steht kurz bevor und die letzten Trainingseinheiten stehen an. 

Die bekannte Redewendung „Viele Köche verderben den Brei!“ ist im übertragenen Sinne auch auf den Langdistanzrookie übertragbar. An den letzten Wochenenden vor dem großen Tag sollten Sie sich auf Ihr Training und die langen Einheiten konzentrieren. Unter Berücksichtigung der An- und Abreise und der Regeneration bedeutet jeder zusätzliche Wettkampf ein verlorenes Trainingswochenende. Bedenken Sie, dass Sie für eine Langdistanz vor allem eines benötigen: Umfänge. Und zu viele kurze Veranstaltungen hindern Sie daran. Ein Wettkampf über zwei bis drei Stunden ist sicherlich ein gutes intensives Training, aber er ersetzt keinesfalls die erforderlichen Trainingskilometer.

Diese Empfehlung schließt jedoch nicht aus, dass Sie vier bis sechs Wochen vorher einen Vorbereitungswettkampf auf der Kurz- oder Mitteldistanz absolvieren, um neben Ihrem Material und den Abläufen in der Wechselzone auch die Ernährung unter Belastung und Stress einem letzten Härtetest zu unterziehen. Ein weiterer positiver Begleiteffekt ist die Erkenntnis über Ihren aktuellen Leistungsstand. Idealerweise kann dieser Test in der Erholungswoche stattfinden, mit drei lockeren Trainingstagen vor- und nachher.

Mentaltraining

Mentaltraining kann und wird nie ein normales Ausdauertraining ersetzen, es wirkt ergänzend und hilft dabei, nicht nur den Trainingsalltag mit all seinen Facetten der Work-Life-Balance zu bestehen, sondern auch und insbesondere während des Wettkampfes mental nicht zusammenzubrechen. Schließlich stärkt jede überstandene Trainingseinheit, egal bei welchen Witterungsbedingungen, Tempo oder Intensität, nicht nur Ihre Ausdauer, sondern auch Ihre Moral, die sie im Rennen ausspielen können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Viele Athleten lassen sich von Vereinskollegen verunsichern und anstacheln. Ein großer Fehler! Nur keine Schwäche zeigen hat schon viele gute Ansätze und Ideen im Ansatz scheitern lassen. Sich bereits im Training mit den Kollegen zu „messen“ führt immer dazu, weit über der eigenen Leistungsfähigkeit zu trainieren und sich zu verbrennen. Gerade im gemeinsamen Training wird sehr viel taktiert und geblufft. Wissen Sie tatsächlich, ob Ihr Partner nur 80 Prozent gibt, während alle anderen bereits am Limit sind? Rückschlüsse aus den Trainingswettfahrten auf das Wettkampfergebnis gehen fast immer „in die Hose“. Aussagen wie „Schon komisch, dass ich gegen den Schorschi im Rennen keine Chance hatte, wo ich ihn im Training immer besiegt habe!“ sind keine Seltenheit.

Gut gemeinte Ratschläge von erfahrenen Triathleten helfen gerade den Einsteigern weiter, ihren Weg zu finden. Jedoch besteht für den Rookie die Kunst darin, das große Ganze und die persönlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Sicherlich führen unterschiedliche Wege zum Erfolg, aber nur wenn Sie geduldig sind und lange genug Ihrer festgelegten Strategie treu bleiben, stellt sich auch der angestrebte Erfolg ein. Ansonsten erklimmen Sie – bildlich gesprochen – letztendlich nicht den Berg, sondern laufen nur im Kreis um ihn herum.

Juni: Der Saisonhöhepunkt steht kurz bevor. Die Umfänge können Sie noch bis zu 2 Wochen vor der Langdistanz relativ hoch halten, da die Intensitäten locker sind und es in erster Linie auf die Ausdauer ankommt. Optimal wäre, wenn der letzte dreiwöchige Trainingszyklus genau zwei Wochen vor dem Wettkampf endet. Danach folgt eine normale Entlastungswoche, gefolgt von einer „Taperingwoche“. Während die Umfänge kaum ansteigen, wird die durch Koppeleinheiten und Intensitäten verursachte Gesamtbelastung insgesamt größer. Im Mittelpunkt des Trainings steht speziell das Laufen nach der langen Radeinheit und das Radfahren vor dem langen Lauf.

Laufen
1 x 2 Stunden: erste Hälfte locker nach Gefühl, zweite Hälfte zügig (10–15 Sekunden (s) pro Kilometer schneller); nach der Hälfte und am Ende 3 x 100 m Steigerungsläufe mit 60 s gehen, um der Monotonie entgegenzuwirken. Idealerweise laufen bei gleichem Puls der Monate Februar/März um 20–30 Sekunden pro Kilometer schneller (vorher 0,5 Stunden Radfahren)
1 x 1 Stunde progressiv: Tempo im Viertelstunden-Rhythmus von ruhig (etwas langsamer als LD-Tempo) bis zügig (etwas schneller als LD-Tempo) steigern
1 x 0,5 Stunden zügig in geplanten LD-Tempo
1 x 0,25 Stunden maximales Tempo als Koppeleinheit nach Schwimmen und Radfahren.

Krafttraining
Einmal wöchentlich, JEDOCH jede Übung nach folgendem Belastungsschema:
5 Wiederholungen mit 70% des Maximalgewichtes + 90s Pause + 4 Wiederholungen mit 80% des Maximalgewichtes + 90s Pause + 3 Wiederholungen mit 90% des Maximalgewichtes;
Vorher unbedingt aufwärmen (10–20 Minuten locker joggen, Rad fahren oder Bauch- und Rückengymnastik)

Schwimmen
Einmal wöchentlich:
200 m beliebig einschwimmen
4 x 50 m: 25 technische Übungen + 25 kr beschleunigen von locker bis maximal + 30 s Pause
3.000 kr Dauerschwimmen progressiv (1.000 locker + 1.000 zügig + 1.000 schnell)
Beliebig ausschwimmen
Zusätzlich: einmal wöchentlich 15 Minuten kr Dauerschwimmen (mit Neoprenanzug, sofern dieser im Wettkampf erlaubt ist) im See (mit anschließendem Radfahren und Laufen)

Zeitfahrrad
1 x 5 Stunden: 3 Stunden ruhig mit hoher Trittfrequenz + 2 Stunden zügig im LD-Tempo (+ 0,5 Stunden Laufen gekoppelt)
1 x 2 Stunden: zügig, jedoch etwas langsamer als im Wettkampf
1 x 0,5 Stunden maximales Tempo(vorher schwimmen und nachher laufen)
1 x 0,5 Stunden locker kurbeln mit hoher Trittfrequenz (vor dem Laufen)

Bauch- und Rückengymnastik
Zweimal wöchentlich

Beispiel Trainingswoche 1–3: Juni
Montag       Bauch & Rücken Gymnastik + Krafttraining
Dientag       Koppel kurz: Schwimmen 15 Minuten + Radfahren 30 Minuten + Laufen 15 Minuten
Mittwoch     Bauch- und Rückengymnastik
Donnerstag  Koppeleinheit (lang): Radfahren 2 Stunden + Laufen 1 Stunde
Freitag        Schwimmen
Samstag      Radfahren 5 Stunden + Laufen 0,5 Stunden
Sonntag      Radfahren 0,5 Stunden + Laufen 2 Stunden

Trainingswoche 4: Juni
60–70 Prozent der Umfänge der Belastungswochen 1–3

 TEIL 9. <- -> TEIL 11.

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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Rennrad ungebaut zum Winterfahrrad

Triathlon Rookie Tipp – Fahrrad

Mein erstes Fahrrad.

Wenn du jetzt als angehender Triathlet, dir ein Fahrrad kaufen möchtest, dann hast du speziell jetzt im Herbst viele Optionen.

  1. Kaufe dir einen alten gebrauchten Rennrad für ein paar hundert Euro
  2. Kaufe dir einen neuen günstigen Rennrad, ab etwa € 800
  3. Kaufe dir einen robusten Gravel/Cross Bike, ab etwa € 1500

Kaufe dir einen alten gebrauchten Rennrad.

Diese Rad wird höchst wahrscheinlich nicht dein letztes Rad bleiben, aber du weißt noch nicht ob Radfahren dir Spaß macht! Mit einem gebrauchten Rad kannst du mit wenig Geld herausfinden ob dir diese Sportart taugt. Wenn das der Fall ist brauchst du später sowie so für Winter-, Rollen- und Schlechtwetter-Training ein Trainingsrad.

Jetzt in Herbst kannst du überall gebrauchte Rennräder in den verschiedenen Verkaufsportalen finden. Entscheidend ist aber die richtige Größe zu kaufen.

Hier eine grobe Anhaltspunkt das sicher für Anfänger gut genug ist:

Körpergröße (cm)           Rahmengröße (cm)

155-160                               47-49

160-165                               49-51

165-170                               51- 53

170-175                               53-55

175-180                               55-57

180-185                               57-60

185-190                               60- 62

190-195                               62-64

195 +                                    ab 64

Wenn du unsicher bist gilt die Regel: Lieber ein Nummer zu klein kaufen als ein Nummer zu groß!

JETZT wäre auch der richtige Zeitpunkt so ein Rad zu kaufen!

Warum? Ganz einfach -> Im Frühjahr steigen die Preise wieder UND Triathleten werden in der Winter gemacht! Mit die richtige Ausrüstung kann es sofort mit der Triathlon Training losgehen. Auch hier gibt es aber Alternativen.

Du kannst ganz einfach ein altes Rennrad zum Winterrad umbauen! Kaufe dir gute robuste profilierte Reifen wie z.B. die Schwalbe Marathon Plus in 25 mm Breite die passen auch in ein Rennradrahmen rein. Zusätzlich kaufst du dir Steckschutzbleche z.B. Race Blades von SKS und voila fertig ist dein Winterrad.

Winterradschuhe, wahrscheinlich auch Überschuhe,  Winterradhosen und Winterradjacke rundet das Paket ab. Dann kannst du kannst praktisch immer wenn die Straßen Eisfrei sind außen Rennradfahren.  Irgendwann in Frühjahr, nimmst du dann die Schutzbleche weg machst den normalen Rennreifen drauf  und kaufst dazu einen Aero-Aufsatz. Diesen lässt du dann in besten fall noch von jemand Einstellen der sich damit auskennt, und trallalaa du bist Rennfertig und von Material her sehr gut aufgestellt. Kosten insgesamt etwa € 1000,-

Variante zwei ist ein Rollentrainer zu kaufen, die fangen bei etwa € 150 € an und endet bei über € 2000. Wenn du auf die „Stelle“ fährst ist Animation wichtig sonst wird es schnell einfach viel zu langweilig. Die teuren Rollentrainer sind interaktiv und bieten verschiedene Programme und Animation an, bei den günstigeren Varianten hilft guten Musik, Fernsehen oder verschiedene Intervallprogramme. Dann sparst du dich die Winterklamotten und Winterausrüstung für Fahrrad aber ob du es durchhält für eine Winter, dafür gibt es nur eine Möglichkeit es herauszufinden: Machen!!

Kaufe dir ein neuen günstigen Rennrad.

Hier gelten die gleichen Argumente wie bei einen alten Rennrad kaufen, nur ist es oft in meiner Meinung besser einen guten alten Rennrad zu kaufen als einen günstigen neuen. Ausnahme wäre ein günstiges Rennrad mit Scheibenbremsen, da es bei der Reifenauswahl für Wintertraining vielfältiger ist!

Die günstigen Rennräder halten oft nicht so lang speziell wenn du viel im Winter fährst. Schaltung, Lager etc. sind nicht so gut abgedichtet und gehen schneller kaputt, außer  du pflegst dein Rad sehr gut, aber ganz ehrlich nach ein paar Stunden Radfahren in Winter ist Radpflege nicht das erste was du machen möchtest!

Kaufe dir einen robusten Gravel/Cross Bike

Das Argument für diese Typ von Fahrrad lautet: Wenn du einen guten Rennradreifen auf den Felgen montierst hast du gleich von einen Gravel oder Cross Bike einen Rennrad gemacht. Obwohl die Anschaffungskosten etwas höher ist, ist das ein Fahrrad der du auf jeden Fall auch später  brauchen kannst für Training oder Spaß wenn es so weit ist das du dir einen Triathlonrad kaufst.

Allgemeiner Rookie Tipp:

Am Anfang ist es wichtig das der Fahrrad passt! Wenn du ernsthaft den Sport betreiben möchtest investiere ein paar Euro in ein Radfitting. Wenn du einfach herausfinden möchtest ist Radfahren etwas für dich kannst du auch diesen Schritt überspringen.

Warum empfehle ich zum Anfang kein Triathlon Rad oder MTB zu kaufen. Erstens ist es immer gut mit einen normalen Fahrrad das „Radfahren“ zu lernen, zweitens kommen die Zeitverbesserungen am Anfang größtenteils von Training nicht von optimale Aerodynamik.

Ein Mountainbike als Winter/Zweit/Anfangsrad zu haben ist weiterhin einfach nicht so vielfältig wie die Alternativen oben, und Hand aufs Herz wie oft wird wirklich ein Mountainbike „herausgefahren“. Wenn du aber überzeugte Mountainbiker bist und Spaß daran hast, spricht natürlich nichts dagegen… und auch mit ein Mountainbike kann man sein erstes (kurzes) Triathlon machen!

im Prinzip kannst du von jeden Rad einen funktionierenden Winterrad bauen. Hier ein von meine Lieblings Räder, ein ganz alten Mountainbike .
(Danke Thomas Ellinger für  zusammenbauen)

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Elastisch wie eine Känguru

Elastizität im Triathlon

im Ausdauersport geht es um Ökonomie

Elastizität verknüpfen vielleicht die meisten mit Kängurus die Dank einen genialen Körper „Konstruktion“ gigantische Sprünge mit wenig Energieeinsatz wiederholt über einen längeren Zeit machen können. Je weniger Energie umso weniger Wärme produziert der Känguru was natürlich auch wichtig in der Wüste ist!

Neulich bin ich zurückgekommen von eine kleine Runde joggen und habe verflucht wie es sein kann das ich mich jetzt trotz Anstrengung nicht mal ansatzweise so schnell laufen kann wie vor 25 Jahre. Wenn ich ein bisschen Rad fahre oder schwimme BÄÄM, der Form kommt schnell. Der Körper kennt noch alles und kann sich relativ schnell anpassen!

Beim Laufen, NO CHANCE!

Warum?

Kennst du diese Pogo Stick. Praktisch ein Stab mit ein Feder mit zwei Fußstapfen für die Füße und zwei Griffe für die Hände. Je stärker der Feder ist je leichter, schneller und länger kannst du springen.

Wenn der Feder aber mit der Zeit schwächer wird dann geht das Springen immer schwerer und schwerer.

Je älter wir werden je schwächer wird unsere „Feder“, und da beim Schwimmen und Radfahren kaum Elastizität gebraucht wird merken wir es hauptsächlich beim Laufen.

Der Elastizität ist ein wichtiger Faktor wenn es um Höchstleistung geht!

Bei Sprinter wird Elastizität gebraucht um Top Speed zu erreichen im Ausdauersport geht es um Ökonomie.

Um es noch deutlicher zu machen lass uns z.B. den Ironman Marathon als Beispiel nehmen. Nach mehrere Stunden Wettkampf können viele Faktoren am Ende entscheiden! Dazu gehört auch Elastizität. Wenn der Elastizität geringer wird durch Ermüdung kann physiologisch folgendes passieren:

Mit gleichen Energieverbraucht werden wir einfach langsamer!

Wenn wir mit gleichen Tempo weiterlaufen, ist der Energieverbrauch höher und auch der Wärmeproduktion höher, beides kann ein schnelles Ende bedeuten.

Was ist dann Elastizität und wie kann man es trainieren?

Elastizität sieht man z.B. im Gesicht! Wenn wir jung sind ist alles stramm und elastisch. Wenn wir älter werden kommen die Falten und der schlappe Haut. Genauso verhält es sich mit den Faszien und Sehnen, nur wir sehen es (normalerweise) nicht.

In erster Linie ist das Hormon Testosteron für Elastizität zuständig. Je älter wir werden je weniger Testosteron produzieren wir und der Elastizität nimmt ab. Beim Laufen verschärft es sich noch dadurch das der Muskelmasse auch mit sinkenden Testosteronspiegel abnimmt. Auch wenn du dein Gewicht hältst wächst dein Fettprozent. Alles zusammen: Ein Teufelskreis!

Wir sind aber nicht ohne Gegenmittel:

Um unsere Elastizität zu verbessern haben wir in erster Linie zwei Waffen.

Sprungtraining und Krafttraining.

Sprungtraining beinhaltet wie der Name sagt verschiedene Arten von Sprünge. Dazu gehört auch Lauf ABC richtig gemacht. Bei Sprung Training muss man EXTREM vorsichtig sein da das Verletzungsrisiko enorm ist und ein längerer Gewöhnungszeitraum erforderlich ist.

Eine sicher Variante bietet das Krafttraining an! Krafttraining erhöht die Testosteronproduktion im Körper und verbessert dadurch auch die Elastizität.

HIER noch ein paar Anmerkungen zum Definition von Krafttraining aus mein Blog.

Was ist hier der Quintessenz?

Triathlon erfordert ein vielseitiges „Können“. Nicht nur sind Umfänge und Intensitäten wichtig, auch unterschiedliche Arten von Sprünge (Lauf ABC, Zirkeltraining, Bergsprünge…), Krafttraining und Faszien Pflege gehören zum Trainingsplan.

Schließlich gilt auch für Triathlon: „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied!“

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Wie viel kann ich meine Sauerstoffaufnahme verbessern?

Triathlon Training und VO2 Max

Wie viel kann ich meine Sauerstoffaufnahme verbessern?

maximale Sauerstoffaufnahme.

Eine Sache verwundert mich immer und da scheint immer noch keine Ende zu sein! Das hat mit VO2 Max Training zu tun, also wie kann ich meine maximale Sauerstoffaufnahme am besten trainieren und verbessern.

Ständig, täglich kann man davon lesen sogar (was mich verwundert) in viele Ausdauermagazine! Es ist so als wäre VO2 Max die einzige und wichtigste Indikator für Fitness.

Das stimmt sogar → aber nur für Coach Potatoes! LOL!!!

Für Athleten, die normal, vernünftig Ausdauertraining machen, das heißt alle Bereiche Trainieren, erst vorwiegend den Basis Aufbauen und dann immer intensiver, da entwickelt sich die Maximale Sauerstoffaufnahme praktisch automatisch von sich selbst.

Relativ schnell ist das Maximum was für dich möglich ist erreicht (Je nach Veranlagung spricht man hier von 10-20% Verbesserungspotential). Das heißt nach 2-3 Jahre vernünftiges Training wird das Wert sich kaum mehr ändern (Ich spreche jetzt von Erwachsenen Menschen!). Was sich leicht ändern kann ist die relative Sauerstoffaufnahme da es in Relation zu Körpergewicht steht. Aber das wiederum ist eine andere Thema.

Das man immer VO2 Max Training machen soll und kann – um diese Wert zu verbessern ist also Kuckulores!

Das bedeutet aber nicht das der sogenannte VO2 Max Training nutzlos ist!

Im Gegenteil, du musst hart und schnell trainieren um schneller zu werden aber in VO2 Max tut sich wenig, eher verbessert sich die Effektivität und die Ökonomie.

Das bedeutet im Vergleich zu vorher bist du schneller oder gleich schnell unterwegs aber mit weniger Sauerstoff, und niedrigere Puls und niedrigere Laktatwerte.

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Mentaltraining in Triathlon ohne Hokus Pokus

Mentaltraining – ohne Hokus Pokus

Mentaltraining in Triathlon ohne Hokus Pokus

Mentale Stärke und Stabilität.

Langdistanz Triathlon ist vielleicht der Sportart schlechthin wo mentale Stärke und Stabilität eine übergeordnete Rolle spielt. Als Triathlon Coach habe ich während den Jahren viele Erfahrungen sammeln können, hier eine kleine Zusammenfassung:

Alles fängt an und Endet damit dass man wissen muss warum man den Sport oder den Wettkampf macht! Wir können es auch Ziel nennen.

Das ist wichtig so dass du deine Energie richtig kanalisieren kannst. Warum solltest du wie ein Profi trainieren wann du nur finishen möchtest?

Zum Ziel gehört auch eine Wunschvorstellung. Ich habe es irgendwann auch Traumziel genannt. Das ist wovon du träumst, das gibt dir Motivation, ABER das dient nur der Trainingsvorbereitung! An dein Traumziel daran darfst du nie im Wettkampf denken.

Das nächste Bereich in unserem Mentaltraining ist genauso wichtig:

Was sind deine realistischen Möglichkeiten und was sind deine Bedingungen die du hast um dein Ziel zu erreichen?

Bei den Möglichkeiten geht es um dein Veranlagung, was du in deiner Kindheit gemacht hast, wie alt du bist, familiäre Situation, Finanzielle Situation, Arbeit, Freizeit usw.

Bei den Bedingungen geht es darum: Was bin ich selber bereit zu machen um mein Ziel zu erreichen?

Früh aufzustehen? Auch zu trainieren wenn es kein Spaß macht? Meine berufliche Zukunft im Spiel zu setzen, oder einfach nur versuchen mein bestes zu machen auch wenn ich müde bin.

Wichtig zu wissen ist das es viele unterschiedliche Bedingungen gibt, das ist eine persönliche Sache, und der Schlüssel liegt nicht darin zu kopieren was jemand der Erfolgreich ist macht, sondern du musst für dich deine eigenen Bedingungen finden!

Wenn du nur diese vier Bereiche für dich definieren kannst, dann bist du schon sehr gut.

Wenn du das dann gemacht hast, geht es nur darum den Plan konsequent durch zu führen (Klar dafür braucht man auch ein Trainingskonzept aber das ist ein anderes Thema). Jedes Mal wenn du nach deinem mentalen Plan dich verhältst wirst du mental stärker, jedes Mal wenn du Kompromisse machst wirst du schwächer.

So… und das war es dann eigentlich schon!

Zu diesem Thema habe ich auch zwei Artikkel für „Tritime das Magazin“ geschrieben hier findest du dazu den Links:

Mentaltraining reine Kopfsache, Teil 1

Mentaltraining reine Kopfsache, Teil 2

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Bilder zum mentale Stärke

Tritime: Reine Kopfsache (Teil 2.)

Bilder zum mentale Stärke

Mentaltraining – Praktische Tipps.

Wenn Ihr realistisches Ziel eine Zeit um 12:30 oder 9:15 Stunden ist, träumen Sie von einer Zeit unter 12:15 beziehungsweise neun Stunden. Denken Sie daran, es geht um das Träumen. Etwas schneller ist erlaubt. Aber nicht übertreiben.

Sie sollten sich vorstellen können, dass diese Zeit im Rahmen eines „non plus ultra spezial gelungenen“ Wettkampfes auch tatsächlich möglich wäre. Beginnen Sie danach, diesen perfekten Wettkampftag mit allen Sinnen zu erleben.Wichtig hierbei ist, nicht nur zu denken, sondern sich auch jede Einzelheit bildlich vorzustellen, wie es aussieht, wie Sie sich fühlen, wie es sich anhört, wie es schmeckt und riecht. Studieren Sie alles als Optimum des bestmöglichen Rennverlaufs ein.

Je genauer Sie dies umsetzen und je mehr Gefühl Sie dort einbringen, desto effektiver das Ergebnis.Wichtig dabei ist, nicht die negativen Punkte zu vernachlässigen.Wenn Sie Angst vor dem Schwimmen ohne Neoprenanzug (Neo) haben, sollten Sie diesen Fall durchspielen und sich dabei vorstellen, wie Sie sich auf das Schwimmen freuen. Oder das Wetter.Wenn Sie Regen nicht mögen, stellen Sie sich darauf ein. Dann macht Ihnen schlechtes Wetter am Wettkampftag nichts aus. Die Chance liegt schließlich bei 50 Prozent. Reden Sie sich ein, dass Regen genau Ihr Wetter ist und die anderen Sportler damit ein Problem haben. Aber nicht Sie. Machen Sie visuell aus Ihren Schwächen Stärken und aus Angst Freude.

Visualisierungsdrehbuch

„Gehen“ Sie gedanklich Ihr persönliches Drehbuch visuell durch. Dies kann für den Saisonhöhepunkt folgendermaßen aussehen: Stellen Sie sich vor, wie der Wecker um 3.30 Uhr klingelt, Sie nach einer gut durchschlafenen Nacht freudestrahlend aufstehen und unter die Dusche springen. Dort spüren Sie das warme Wasser auf der Haut und merken, wie Sie mit jeder Sekunde wacher und energiebeladener werden. Hellwach genießen Sie Ihr Frühstück und eine Tasse wohlriechenden Kaffee.Visualisieren Sie auch, was Sie anziehen und welche Gegenstände Sie mitnehmen, wie Sie zum Schwimmstart gelangen, wie Sie sich dort fühlen und welche Stimmung Sie vorfinden. Spielen Sie die unmittelbaren Vorbereitungen durch: Fahrradreifen aufpumpen.Trinkflaschen auffüllen. Gels und Riegel deponieren. Schuhe kontrollieren. Stellen Sie sich Ihr Aufwärmtraining vor, wann und wo Sie Ihren Neo anziehen. Und vergessen Sie dabei nicht, wie Sie sich fühlen möchten: Zuversichtlich. Stark. Energiegeladen. Heiß auf die Veranstaltung. Sehen Sie sich im Wasser an dem für Sie optimalen Startpunkt. Genießen Sie den Countdown. Spüren Sie den Atem Ihrer Nachbarn. Sie sind entspannt und gehen hochkonzentriert ins Rennen. Fühlen Sie bei jedem Schwimmzug den Wasserdruck. Achten Sie auf wichtige technische Details. Schwimmen Sie die gesamten 3,8 Kilometer gedanklich ab. In der Wechselzone schauen Sie auf die Uhr. Sie verspüren ein leichtes Kribbeln auf Ihrer Haut. Bestzeit. Die Zuschauer jubeln Ihnen zu.Von da an läuft alles wie von alleine. Neo ausziehen. Helm und Brille aufsetzen. Startnummernband anlegen. Radschuhe.Verpflegung einstecken und weiter geht´s. Sie spüren den Fahrtwind, Ihre Muskeln arbeiten locker, sind entspannt und Sie fahren verhalten an. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, wenn Sie überholt werden. Lass die sich nur platt machen. Fahren Sie gedanklich weiter Ihr Tempo und die Strecke ab.Vergessen Sie dabei nicht, regelmäßig zu essen und zu trinken. Sie fühlen sich gut. Ihre Leichtlauffelgen singen rhythmisch zu Ihrem runden Tritt. Bei Kilometer 130 beginnen Sie, größere Gruppen zu überholen. Es fängt leicht zu regnen an und der Wind wird stärker. Sie aber auch. Spielen Sie auf diese Weise den ganzen Wettkampf durch. Sie können sich auch alles einmal aufschreiben und sukzessive um weitere Einzelheiten ergänzen.Was einmal auf einem Blatt Papier steht, vergessen Sie auch nicht mehr.

Üben, Üben, Üben

Beginnen Sie in den letzten sechs bis acht Wochen vor einem Wettkampf täglich, Ihren perfekten Wettkampf im Kopf durchzugehen. Fünf bis zehn Minuten sind völlig ausreichend. Am besten eignet sich die Zeit vor dem Schlafengehen. Dieser Zeitaufwand hört sich zunächst nicht nach viel an, bedeutet aber, über zwei Monate betrachtet, viel Disziplin und ein hartes Stück Arbeit.Aber warum ist dies so wichtig und wie hilft es uns weiter? Erstens treffen Sie täglich Hunderte von Entscheidungen. Esse ich ein Stück Kuchen oder eine Banane. Fahre ich mit dem Fahrrad oder mit dem Auto zur Arbeit. Hole ich die Kinder vom Kindergarten ab oder übernimmt dies jemand anders? Wenn Ihr Ziel fest in Ihrem Unterbewusstsein verankert ist und eine so starke Strahlung bewirkt wie ein Magnet, treffen Sie automatisch die Entscheidungen, die Sie immer ein Stück näher an Ihr Ziel heranbringen. Zweitens sind die beiden letzten Monate einer Langdistanzvorbereitung, auch hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben nicht die leichtesten. Hochmotiviert gelingt dies am besten. Diese täglichen fünf bis zehn Minuten übernehmen auch die Funktion eines Motivationsboosters. Drittens. Durch regelmäßiges Wiederholen können Sie auch Ihr Verhaltensmuster beeinflussen. Wenn Sie früher zum Beispiel Angst vor Regen oder Hitze hatten, freuen Sie sich jetzt darüber, denn Sie haben ja gelernt, sich mit den Witterungsverhältnissen gut zu arrangieren. Das Erstaunliche daran ist, dass Sie durch die vielen Wiederholungen unseren Körper überlisten. Denn schließlich steuert das Gehirn ja sämtliche Funktionen im Organismus.

Während des Rennens

Bitte spielen Sie diese Visualisierung nur während der Vorbereitung bis zum Tag vor dem Rennen durch und nicht am Wettkampftag. Dies wäre fatal und bedeutet nur unnötigen Stress. Ihr optimaler Wettkampf ist bereits in Ihrem Gehirn einprogrammiert und steuert Sie durch das Unterbewusstsein weiter. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre eigene Leistung. Egal, was die anderen machen. Egal, wie die Zwischenzeiten sind.Wichtig ist, dass Sie immer an sich selber glauben und die richtige Kräfteeinteilung nicht vernachlässigen. Sie können nicht Ihre Konkurrenten kontrollieren. Auch nicht das Wetter.Viele andere Einflussfaktoren auch nicht. Denken Sie immer daran, das Optimum anzustreben. Dies ist bei einer Wettkampfdauer zwischen acht und fünfzehn Stunden schon schwer genug. Aber gerade das macht den Unterschied zwischen einem guten, mittelmäßigen oder miserablen Wettkampf aus.Wenn also plötzlich 200 Leute schneller sind als Sie, seien Sie zufrieden mit sich und Ihrer Leistung,wenn Sie ziemlich nah an die 100 Prozent gegangen sind. Mehr kann niemand von Ihnen verlangen.Wenn es plötzlich 40 Grad warm ist und Sie bei Laufkilometer zehn feststellen, dass Ihr Kilometerschnitt 20 Sekunden langsamer als geplant ist, lassen Sie sich nicht aus der Bahn werfen. Wahrscheinlich laufen alle anderen auch langsamer. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigene Leistung und versuchen Sie, so schnell zu sein, wie eben möglich.

Auf und ab

Vergessen Sie nicht, dass eine Langdistanz auch eine Berg- und Talfahrt zwischen sich müde und sich stark fühlen bedeutet. Ein schlecht vorbereiteter Sportler gibt vielleicht schon mit dem Auftreten der ersten Müdigkeitsgefühle auf der Schwimmstrecke auf. Weitere Erschöpfungsgefühle treten ab der Hälfte der Radstrecke und ab dann immer häufiger auf. Mental gut eingestellte Sportler kennen diese Situation erst gar nicht. There is no such thing as hitting the wall (in the Marathon), it only means that your mental preparation has snapped. Dave Scotts Aussage ist aktueller denn je. Der entscheidende Punkt ist, richtig zu handeln.An der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sollte es nicht liegen. Im Training haben Sie dies unter ähnlichen Bedingungen oft genug umgesetzt und im Rahmen Ihrer mentalen Vorbereitung ebenfalls fest einprogrammiert. Jetzt müssen Sie den Körper mit Selbstsuggestion „überlisten“.Wenn Sie sich oft genug einreden, dass Sie sich gut fühlen, entspannt und noch voller Energie sind, wird Ihr Gehirn dies nach einer Weile umsetzen und Sie beenden die Talfahrt schneller als geplant. Letztendlich gewinnt derjenige, der die wenigste Zeit im Tal verbracht hat. Und denken Sie daran. Es gibt kaum einen Ironman-Sieger, der während des Rennens nicht gelitten hat.

Plan B

Zum Ende meiner Ausführungen möchte ich Sie noch mit dem Notfallplan vertraut machen.Trotz intensivster Vorbereitungen können Ihnen während des Wettkampfes zum Beispiel folgende Missgeschicke passieren.

• Ich komme „zu spät“ aus dem Wasser.

• Ich habe beim Radfahren einen Plattfuß oder einen anderen Defekt.

• Ich kann mein eigenes Rennen nicht fahren,weil ich von Radgruppen geschluckt werde.

• Ich vertrage mein Essen nicht.

• Ich erhalte nicht mein „Spezial Needs Bag“.

• Ich bekomme beim Laufen Blasen von den Schuhen.

Auf diese Fälle sollten Sie vorbereitet sein und wissen, wie Sie sich zu verhalten haben, wenn es mal nicht nach Plan läuft. Regen sie sich nicht auf.Wenn Sie in den ersten 30 Sekunden nach einem Plattfuß fluchen, bedeutet das nur verschwendete Zeit und Energie und bringt gar nichts. Spielen Sie alles durch und haben Sie eine Lösung parat. Dann wirft eine (reparierbare) Panne Sie während des Rennens nicht aus der Bahn. Versuchen Sie immer Ihr Bestes zu geben.Wenn Ihnen dies gelingt, werden Sie auch Erfolg haben. Schließlich haben Sie alles gegeben und niemand (auch Sie selbst nicht) können mehr von Ihnen verlangen!

Teil 1: Zielsetzung, Persönlichkeitsfrage und Verhalten vor dem Wettkampf

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen in: Tritime Magazin

Tritime

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