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Autor: Bennie Lindberg

Mentale Stärke als Bilder

Tritime: Reine Kopfsache (Teil 1.)

Mentaltraining -Grundlegendes

„Gewonnen oder verloren wird zwischen den Ohren.“ Dieser Spruch machte Boris Becker berühmt. Beim Aufeinandertreffen von zwei gleich starken Gegnern, wie beim Tennis, mag diese Aussage sicherlich zutreffen – aber können wir diese Aussage auch auf den Triathlon übertragen und im Speziellen auf die Lang-Distanz?

Bis zu 2.500 Athleten stürzen sich gleichzeitig ins Wasser. Eventuell entwickelt sich im Wettkampfverlauf ein hart umkämpftes Rennen um Sieg oder Niederlage zwischen maximal zwei bis drei ebenbürtigen Gegnern. Nur ein einziger Athlet wird gewinnen und als Erster die Ziellinie überqueren.Was aber passiert mit den restlichen Startern? Wie motivieren die sich, wenn es nicht um die Plätze eins bis drei in den Altersklassen oder die Hawaii-Qualifikation geht? Benötigen sie das Selbstbewusstsein eines Chris McCormack, um am Ende doch „nur“ auf Rang 378 zu landen?

 Basics

Ähnlich wie beim „körperlichen“ Training geht es beim Mentaltraining um die Erreichung des gleichen Ziels.Wie werde ich schneller,wohlwissend, dass die einem Menschen zur Verfügung stehenden 100 Prozent an Leistung unerreichbar sind? Ein paar Prozent sind immer für die sogenannten Notreserven „geblockt“ und auch nur in absoluten Extremsituationen abrufbar. Es sei denn, diese körpereigenen Warnsysteme werden bewusst durch den Einsatz von Drogen ausgeschaltet. Mentaltraining macht Sie folgerichtig nicht schneller als Ihr Körper es erlaubt. Aber es verhilft Ihnen dazu, das körperliche Potenzial voll auszuschöpfen.

Zielsetzung

Im Sport wird zwischen zwei Zielsetzungen unterschieden. Die klassische Variante ist das Erfolgsziel. „Ich möchte den Ironman auf Hawaii gewinnen. Ich möchte eine Top-10-Platzierung in meiner Altersklasse erreichen. Ich möchte bei der Challenge die Ziellinie in weniger als 11 Stunden überqueren.“ Die zweite Variante beinhaltet das Leistungsdenken. „Ich möchte das Ziel erreichen und wissen, dass ich heute meine maximale Leistung gegeben habe. Oder ich möchte einfach nur Spaß haben und mich gut fühlen.“

Persönlichkeitsfrage

Die wenigsten Athleten können mit Erfolgszielen konstruktiv umgehen. Wenn sogar ein Chris McCormack regelmäßig ankündigt, die Ironman- Weltmeisterschaften zu gewinnen, es aber erst beim x-ten-Anlauf schafft, benötigt er viel mentale Stärke, um bei der Nichterreichung des groß angekündigten Ziels nicht unter den Erwartungen der anderen Athleten, Familie, Freunde und der Medien zu zerbrechen. Heutzutage ist Mentaltraining im Spitzensport Bestandteil des Trainings. Fast jeder Top-Sportler oder Olympiateilnehmer nimmt eine sportpsychologische Betreuung in Anspruch. Dies ist am deutlichsten bei den verschiedenen Pressekonferenzen zu erkennen. Sehr selten sprechen Athleten vorher ein konkretes Erfolgsziel offen aus. Die Aussagen „Ich werde mein Bestes tun“ oder „Ich hoffe, dass ich am Wettkampftag topfit ins Rennen gehe und alles geben kann“ sind an der Tagesordnung. Den Medien gefällt dies natürlich nicht. Nichts ist schöner, als über einen vorangekündigten Sieg berichten zu können – wenngleich es für viele fast genau so schön ist, über die zerplatzte Ansage eines vorangekündigten Siegs zu schreiben.

Tatsache

Tatsache ist und bleibt jedoch:Wenn jemand 100 Prozent Leistung in einem Wettkampf abrufen kann, besser trainiert und/oder mehr Talent hat, wird er dich schlagen, egal, was du tust. Das sind Faktoren, die wir als Athleten nicht kontrollieren können.Wenn Athleten sich jedoch auf ihre eigene Leistung konzentrieren und am Wettkampftag auch alles umsetzen und abliefern,was in ihnen steckt, dann spielt es keine Rolle, ob sie als Zweiter, 378. oder 2499. in der Ergebnisliste geführt werden.Alle sind Gewinner! Egal wie Sie Ihr Ziel formulieren, Mentaltraining bedeutet auch Training. Nur wenn Sie hart daran arbeiten, können Sie auch die Früchte ernten. Beim Mentaltraining unterscheide ich dabei die Bereiche vor und während eines Wettkampfes.

Vor dem Wettkampf

Bevor ich auf das Mentaltraining konkret eingehe,möchte ich, dass Sie verstehen, dass auch unser Verhalten vor einem Wettkampf unsere Leistung und mentale Stärke beeinflusst. „Mach dein tägliches Training zur Hölle, dann kannst du zum Wettkampf gehen und dich ausruhen.“ Ganz so schlimm wie einige Hartgesottene müssen Sie es sicher nicht nehmen.Aber nichts macht einen Athleten (vor dem Start) unsicherer als sich eingestehen zu müssen, in der Aufbauphase ein paar Trainingseinheiten aus Faulheit weggelassen zu haben. Aussagen „die anderen sehen so gut trainiert aus“ höre ich in den Wechselzonen, im Race Office oder auf der Pasta-Party immer wieder. Triathlon ist eine sehr anspruchsvolle Sportart. Ganz normale Hobby-Sportler verwenden mehr Zeit für ihre Passion als Spitzensportler in anderen Sportarten. Es ist daher nur menschlich, dass Sie dafür Anerkennung „erwarten“.Aber nicht nur unser eigenes Verhalten am Wettkampftag ist wichtig, sondern auch das gegenüber Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen im Vorfeld. Manchem von Ihnen genügt ein ausgefülltes Trainingstagebuch mit vielen bunten Kurven auf dem PC.Andere wiederum suchen den Erfolg im Wettkampf.Aber fast alle versuchen diese Anerkennung bereits im Voraus, quasi als Kredit, in Anspruch zu nehmen. Aus einer 100 Kilometer langen Radtour werden schnell 120 Kilometer.Die 44:59 Minuten eines 10-Kilometer-Volkslaufes verkaufen viele als einen 10er in etwas über 40 Minuten. Gleiches gilt für die bislang trainierten Gesamtumfänge.Wohlwissend, zum Teil maßlos übertrieben zu haben, baut dies einen enormen Druck auf. Ihr Umfeld erwartet jetzt selbstverständlich bessere Ergebnisse im Wettkampf, als Sie zu erreichen eigentlich in der Lage sind. In neun von zehn Fällen ist dies nicht leistungsfördernd. Alte Füchse machen es genau umgekehrt. Die erholen sich gerade von einer Lungenentzündung oder haben zuletzt nur zweimal pro Woche trainieren können. Nach dem Start sehen Sie dann nur noch deren Rücken und das strahlende Gesicht am Finisher-Buffet. Auch hier ist es in erster Linie eine Frage Ihrer Persönlichkeit.Wie vermeide ich am besten den belastenden Druck oder brauche ich diesen, um überhaupt Höchstleistungen erzielen zu können. Die Kombination aus erfolgsorientierter Visualisierung vor und leistungsorientiertem Denken während des Wettkampfes haben sich als äußerst hilfreich erwiesen.

Teil 2: Praktische Tipps, Visualisierungsdrehbuch und Renntaktik

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen in: Tritime Magazin

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Langtest Schwimmstart Bahn eins und zwei

erste Langdistanz (Teil 9.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 9.)

Trainingsplan Mai

Mit dem Monat Mai geht die Vorbereitung auf die erste Langdistanz in die heiße Phase. Die nächsten 6-8 Wochen können Sie auch in unseren Breitengraden endlich lange Trainingseinheiten absolvieren, und die ersten Wettkämpfe geben Aufschluss über die Form.

Die größte Herausforderung beim Langdistanztraining ist das persönliche Zeitmanagement. Letztendlich dreht sich alles nur um die eine Frage: „Wie schaffe ich es, in einer normalen Arbeitswoche 10–14 Stunden Training zusätzlich unterzubringen?“ Rein rechnerisch sollte dies kein Problem darstellen, wenn man berücksichtigt, dass jeder Deutsche im Durchschnitt mindestens drei Stunden vor der Flimmerkiste sitzt. Täglich! Wenn Sie die Hälfte Ihres Trainingspensums auf das Wochenende verlegen, reicht an den Werktagen schon eine Stunde aus, die Sie vor der Arbeit, in der Mittagspause, direkt nach der Arbeit oder spät am Abend einplanen können. Wichtig ist dabei nur, dass Sie diese Trainingszeiten auch einhalten und allen Betroffenen wie Familie, Arbeitsgeber und Bekannten gegenüber kommunizieren. Und an dieser Stelle kommt die Disziplin ins Spiel, die Sie spätestens ab diesem Zeitpunkt an den Tag legen müssen. Der Akzeptanz und Anerkennung durch Ihr direktes Umfeld hinsichtlich Ihres großen Ziels können Sie sich sicher sein, jedoch das Training bei allen Wetterkapriolen auch konsequent durchzuhalten, steht auf der Rückseite der Medaille. Schließlich ist es sehr einfach, einen 90-minütigen Lauf von 5.30-7.00 Uhr einzuplanen, diesen jedoch regelmäßig, das heißt auch bei minus fünfzehn Grad Celsius durchzuziehen, ist nicht immer einfach!

 Ernährung

Gerade Ausdauersportanfänger und Triathloneinsteiger werden bei diesen beiden Begriffen hypernervös und unsicher. Aber zunächst die gute Nachricht. Als Triathlet tun Sie genau das, wofür der menschliche Körper geschaffen wurde: sich bewegen. In aller Regel dürfen und können Sie sich auf Ihren „Instinkt“ verlassen. Wenn Sie Lust auf Salat und Kartoffeln haben, essen Sie bitte Salat und Kartoffeln. Hören Sie auf Ihren Körper, er wird Ihnen schon „erzählen“, was er essen möchte. Allerdings sollten Sie sich bei Ihren Essgewohnheiten an die folgende Regel halten: Verzehren Sie möglichst keine oder nur wenig behandelte Lebensmittel. Essen Sie Kartoffeln und keine Pommes Frites. Verzichten Sie zugunsten eines Steaks auf die geliebte Currywurst und anstatt einer Orangenlimonade greifen Sie lieber auf Wasser und eine Orange zurück. So wie Ihr Körper für Bewegung geschaffen wurde, verlangt der Organismus nach natürlichen Lebensmitteln. Wenn Sie sich an diese Grundregeln halten, machen Sie alles richtig und ich garantiere Ihnen, schlank, topfit und energiegeladen an den Start zu gehen.

Zieldefinition

Während es zu Beginn eines Trainingsjahres sehr leicht ist, über die eigene semiprofessionelle Trainingseinstellung zu sprechen, kann diese bei nasskalten Temperaturen im Frühjahr bereits ganz anders aussehen. Setzen Sie sich dann am Wochenende tatsächlich vier Stunden auf das Rad, um die wichtigen Kilometer zu sammeln? Und fällt es Ihnen immer leicht, jeden zweiten Tag um fünf Uhr in der Früh aufzustehen, um vor der Arbeit im Schwimmbad Ihre Bahnen zu ziehen? Es liegt in erster Linie an Ihnen und Ihrer Einstellung, wie wichtig die Erreichung Ihres Zieles für Sie persönlich ist. Letztendlich dürfen Sie sich bei einem Scheitern Ihres Vorhabens auch nicht dazu verleiten lassen, anderen Umständen wie Kälte, Regen oder zu viel Arbeit die Schuld zuzuweisen, Sie von Ihrem so enthusiastisch geplanten Weg ferngehalten zu haben. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und setzen Sie sich realistische Trainings- und Zielvorgaben.

Tipps und typische Fehler

Triathlon ist ein Outdoorsport. Daran lässt sich nicht rütteln, auch nicht an der Tatsache, dass wir in Mitteleuropa leben und vier Jahreszeiten mit Hitze, Kälte, Regen und Schnee erleben. Während ein Profi den überwiegenden Teil des Winters in südlichen Gefilden im Trainingslager weilt und ideale Voraussetzungen vorfindet, müssen Sie sich mit so manchen Wetterkapriolen arrangieren. Die Aussage „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ kann ich als Finne sofort unterschreiben. Deutschland und seine Nachbarländer bieten grundsätzlich gute Trainingsmöglichkeiten. Ausrüstung ist hier das Schlüsselwort! Wenn Sie in gute Bekleidung investieren, sind Sie wetterunabhängig. Sicherlich werden Sie das eine oder andere Mal nass, aber solange Sie nicht unterkühlt trainieren – was wiederum in direktem Zusammenhang mit der Bekleidung steht – riskieren Sie auch keinen Infekt, auch wenn Letzteres in Verbindung mit Regen gerne als Grund für eine ausgefallene Radeinheit vorgeschoben wird. Bedenken Sie bitte, dass Sie beim Warten auf schönes Wetter die Linie in Ihrer Vorbereitung verlieren. Wenn Sie jedoch Triathlon „just for fun“ und ohne Leistungsziele ausüben, dann können Sie auch auf die Sonne und wärmere Temperaturen warten.

Mai

Mit den einsetzenden warmen Temperaturen werden die Radumfänge gesteigert. Zusätzlich wird eine kurze knackige Koppeleinheit (eine Stunde) mit allen drei Disziplinen eingeplant. Um die Pausen möglichst kurz zu halten, ist es ratsam, als Ausgangspunkt ein Freibad oder einen See für den Minitriathlon auszuwählen. Die Wochenumfänge betragen jetzt 12–13 Stunden. Diejenigen, die unter der Woche einen trainingsfreien Tag benötigen, können das Schwimmtraining auf das Wochenende (vor den langen Lauf) verschieben.

Laufen
1 x 2 Stunden: erste Hälfte locker nach Gefühl, zweite Hälfte zügig (10–15 Sekunden (s) pro Kilometer schneller); nach der Hälfte und am Ende 3 x 100 m Steigerungsläufe mit 60 s gehen, um der Monotonie entgegenzuwirken
1 x 1 Stunde progressiv: Tempo im Viertelstunden-Rhythmus von ruhig (etwas langsamer als LD-Tempo) bis zügig (etwas schneller als LD-Tempo) steigern. (nach dem Radfahren)
1 x 0,75 Stunde locker joggen (regenerativ)
1 x 0,25 Stunde maximales Tempo als Koppeleinheit nach Schwimmen und Radfahren.

Krafttraining
Einmal wöchentlich (wie gehabt 3 x 10 x 70%)

Schwimmen
Einmal wöchentlich:
200 m beliebig einschwimmen
4 x 50 m: 25 technische Übungen + 25 kr beschleunigen von locker bis maximal + 30 Sekunden Pause
2 x 1.000 m kr Dauerschwimmen: erste 1000 m locker, zweite 1000m zügig + 30 Sekunden Pause
100 m beliebig
2 x 50 m kr so maximales Tempo + 45 s Pause
Beliebig ausschwimmen
Zusätzlich: Einmal wöchentlich 15 Minuten kr Dauerschwimmen im See oder Becken (mit anschließendem Radfahren und Laufen)

Rennrad
1 x 4 Stunden ruhig mit hoher Trittfrequenz, nach der Hälfte und am Ende 3 x 1 km schnell + 1 km locker kurbeln
1 x 2 Stunden: 1 Stunde locker + 1 Stunde zügig (etwas langsamer als LD-Tempo) + Laufen
1 x 0,5 Stunden maximales Tempo

Bauch- und Rückengymnastik (Stabi)
2 x nach einer Trainingseinheit 10 Minuten

Beispiel Trainingswoche 1–3: Mai

Montag        Bauch & Rücken + Krafttraining
Dientag        Schwimmen 15 Minuten + Radfahren 30 Minuten + Laufen 15 Minuten
Mittwoch      Laufen 0,75 Stunden + Bauch- und Rückengymnastik
Donnerstag   Koppel Lang: Rad 2 Stunden + Laufen 1 Stunde
Freitag         Schwimmen (oder als zweite Einheit am Wochenende)
Samstag       Radfahren: 4 Stunden
Sonntag       Laufen: 2 Stunden

Trainingswoche 4: Mai
60–70 Prozent der Umfänge der Belastungswochen 1–3

 TEIL 8. <-  -> TEIL 10.

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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Radfahren auf Mallorca

erste Langdistanz (Teil 8.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 8.)

Trainingsplan April

Die letzten drei Monate vor einem Langdistanztriathlon entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. In diesen zwölf Wochen müssen Sie all Ihre körperlichen und mentalen Kräfte mobilisieren, um ein für Sie optimales Ergebnis zu erreichen. 

Hielten sich bis März Ihre Umfänge und Intensitäten noch in Grenzen, dürfen Sie jetzt die Risiken eines Übertrainings beziehungsweise die Verletzungsgefahr nicht unterschätzen. Und wenn Sie es mit dem Training zu Beginn des Jahres doch ein wenig übertrieben haben, sollten Sie berücksichtigen, dass durch eine weitere Erhöhung des Trainings Ihre Akkus schnell leer werden und eine verminderte Leistungsfähigkeit sich negativ auf Ihre Motivation auswirkt. Spätestens jetzt werden Sie feststellen, dass nur ein langsam aufeinander aufbauendes strukturiertes progressives Training ein Garant für eine erfolgreiche erste Langdistanz ist. In dem vor Ihnen liegenden Artikel möchte ich kurz auf einige Aspekte aus den Bereichen Training, Ernährung, Zeitmanagement und persönliche Zielsetzungen eingehen, die nicht nur für Langdistanzrookies von Bedeutung sind, sondern auch für erfahrene Triathleten.

Training und Wettkämpfe

Für einen Anfänger macht ein Trainingslager erst in den letzten drei Monaten vor dem geplanten Saisonhöhepunkt wirklich Sinn. Sicherlich bringt ein Camp im Januar oder Februar jede Menge Spaß und es motiviert, mit Gleichgesinnten wie ein Profi in südlichen Gefilden zu trainieren, aber letztendlich hat es praktisch null Einfluss auf das Ergebnis der allerersten Langdistanz im Juli. Ein Trainingslager ist aus meiner Erfahrung frühestens dann sinnvoll, wenn dieses die Radsaison auch tatsächlich einleitet. Denn nichts ist schwieriger, als nach einem vermeintlich erfolgreichen Trainingslager in der tief verschneiten oder eiskalten Heimat ein qualifiziertes Radtraining zu absolvieren. Sollte auch das Fahren auf dem Ergometer/ der Rolle nicht infrage kommen, sollten Sie bezüglich des Termins für ein Trainingslager ihre Strategie überdenken. Eine erfolgversprechende Alternative ist zum Beispiel die Aufteilung eines Fünf-Tage-Urlaubes in zehn halbe Tage. Somit können Sie über einen längeren Zeitraum problemlos eine weitere längere Trainingseinheit auch unter der Woche absolvieren.

Die wichtigsten Kerneinheiten für eine Langdistanz sind ohne Zweifel die wöchentlichen langen Rad- und Laufeinheiten. Ich behaupte sogar, dass erfahrene Ausdauersportler und gute Schwimmer mit nur drei Trainingseinheiten in der Woche auskommen können: je eine lange Rad- und Laufeinheit sowie eine Koppeleinheit bestehend aus allen drei Disziplinen. Allerdings empfehle ich in diesem Fall aus Gesundheits- und Leistungsgründen noch ein zusätzliches Krafttraining.

Das Koppeltraining gehört zu den entscheidendsten Trainingseinheiten im Triathlonsport. Durch das Koppeln lernen Sie den Übergang von einer Sportart zur nächsten, außerdem verbessern Sie durch die erhöhten Umfänge Ihre Ausdauer. Eine gute Koppeleinheit besteht aus einer Stunde Schwimmen, 1–2 Stunden Radfahren und einem einstündigen Lauf. Die Pause zwischen den Disziplinen darf maximal zehn Minuten betragen. Zusammen mit einer 4- bis 5-stündigen Radausfahrt und einem langen Lauf über zwei Stunden können erfahrene Athleten ohne große Zeitambitionen im Rennen ihr Training in den letzten drei Monaten minimalistisch gestalten. Beim Wechseltraining sollten Sie öfter zwischen den verschiedenen Disziplinen wechseln, beispielsweise Rad – Lauf – Rad – Lauf – Rad – Lauf. Sicherlich bringt diese abwechslungsreiche Form des Trainings jede Menge Spaß, ist jedoch für Einsteiger eher uninteressant, handelt es sich dabei in erster Linie um ein Trainingsmittel für den (fortgeschrittenen) Kurzdistanzathleten.

Wenn Sie sich Ihr persönliches Ziel gesetzt haben und gewissenhaft an dessen Umsetzung arbeiten, werden Sie plötzlich mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert. Wind und Wetter, Krankheiten, sich verändernde Arbeitszeiten, private Verpflichtungen, Seminare und Dienstreisen. Auch der Umgang mit Vereins- und Trainingskameraden spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Triathleten sind zugegebenermaßen sehr speziell. Viele investieren weitaus mehr Zeit in ihren geliebten Sport als mancher Profi in anderen Sportarten. Während ein kleiner Teil sich damit zufrieden gibt, einfach zu finishen, um ein paar anerkennende Worte von Familie, Bekannten und Kollegen zu bekommen, versuchen viele sich bereits im Training zu profilieren, so im Sinne „ich bin der Schnellste“ oder „ich habe das neueste Equipment“. Andere wiederum müssen immer wieder erzählen, wie viel und wie schnell sie trainiert haben. Ganz egal, zu welcher Gruppe Sie sich hinzuzählen, gehen Sie immer respektvoll miteinander um, schließlich sind alle Triathleten auf ihre ganz persönliche Art Sieger, egal ob Sie als Erster oder Letzter die Ziellinie erreichen.

Training April – Juni

Mit zwei Einheiten am Samstag und einer langen Radeinheit am Sonntag werden die Wochenenden jetzt vermehrt zum spezifischen Triathlontraining genutzt. Unter der Woche wird das Training um eine längere ruhigere Koppeleinheit ergänzt. Gegen Ende dieses Vorbereitungszyklus runden kurze knackige „Vollgas-Koppeleinheiten“ das Wochenpensum ab. Zusätzlich wird vor dem langen Lauf eine kurze Radeinheit und nach der langen Radeinheit ein kurzer Lauf eingeschoben. Beim Krafttraining geben Sie der Muskulatur nur noch einen kurzen, jedoch intensiven Reiz in Form eines Maximalkrafttrainings.

April: Erhöhung der Umfänge – den langen Radeinheiten sei dank – auf etwa 10–11 Trainingsstunden pro Woche.

Laufen
1 x 2 Stunden: erste Hälfte locker nach Gefühl, zweite Hälfte zügig (10–15 Sekunden (s) pro Kilometer schneller); nach der Hälfte und am Ende 3 x 100 Meter (m) Steigerungsläufe mit 60 s gehen, um der Monotonie entgegenzuwirken
1 x 1 Stunde progressiv: Tempo im Viertelstunden-Rhythmus von ruhig (etwas langsamer als Langdistanz (LD)-Tempo) bis zügig (etwas schneller als LD-Tempo) steigern
1 x 1 Stunde im anvisierten LD-Tempo (nach dem Radtraining)

Krafttraining
Einmal wöchentlich: 3 x 10 x 70 Prozent 

Schwimmen
Einmal wöchentlich:
400 m beliebig einschwimmen inklusive technische und koordinative Übungen
1.000 m Kraulen (kr) Dauerschwimmen locker bis zügig Dauerschwimmen: zweite Hälfte 300 Sekunden schneller
100 m beliebig (kein Kraul)
4 x 100 m kr so schnell wie möglich, jedoch ohne zu pressen + 45 Sekunden (s) Pause, beliebig ausschwimmen

Rennrad
1 x 3–4 Stunden ruhig mit hoher Trittfrequenz, nach der Hälfte und am Ende 3 x 1 Kilometer (km) schnell + 1 km locker Kurbeln
1 x 1 Stunde kraftintensiv (Trittfrequenz 80-85), jedoch ohne zu drücken + 1 Stunden Laufen LD-Tempo

Bauch- und Rückengymnastik
2 x nach einer Trainingseinheit 10 Minuten

Beispiel Trainingswoche 1–3: April

Montag         Krafttraining
Dientag         Laufen: 1 Stunde progressiv + Bauch- und Rückengymnastik
Mittwoch       Ruhetag
Donnerstag    Radfahren: 1 Stunde zügig + Laufen: 1 Stunden LD-Tempo
Freitag          Ruhetag (Bauch- und Rückengymnastik)
Samstag       Schwimmen und Laufen (2 Stunden)
Sonntag       Radfahren: 3–4 Stunden

Trainingswoche 4: April
60–70 Prozent der Umfänge der Belastungswochen 1–3

TEIL 7.<- -> TEIL 9.

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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Tunnelmia Triathlonleiriltä

Tunnelmia Triathlonleiriltä

Järjestämme kansainvälinen Triathlonleirni aurinkoisella Fuerteventuralla!
Matkajärjestänä toimii yksi Euroopan kokeneimmista triathlon matkojen järjestäjä:
Hannes Hawaii Tours, joka on järjestänyt triathlon matkoja jo vuodeste 1987.
Itse toimin tämän Hannes Hawaii Toursin leirin urheilu ohjelman johtajana. Lisäksi leireilläni toimii kokenut valmennus- ja opastus-tiimini, joka mahdollistaa osallistujille aina yksilöllisen valmennussuunnitelman koko leirin ajaksi, jopa suomen kielellä, vaikkakin leirin pääkieli on Saksa.

Pyrimme mukauttamaan valmennussuunnitelmasi yksilöllisesti, jotta voit ennenkaikkea nauttia lomastasi ja keskittyä urheiluun.Seuraava Triathlon leiri Fuerteventuuralla on vuonna 2023 mutta jo tämän vuoden toukokuussa (07-14.05.2022) Triathlon aloittelijoilla on varta vasten heille suunnitelu Triathlon leiri Mallorcalla samoja periaatteita noudattaen! 

Tule mukaan oppimaan miten maaimanluokan huipputriathloniostit harjoittelevat  ja tietenkin harjoittelemaan ja pitämään hauskaa espanjan lämmössä.

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Takaisin

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Beispiel für Zirkeltraining, Bennie Lindberg

HIIT CrossFit Zirkeltraining

HIIT ODER CROSSFIT – WIR NANNTEN ES ZIRKELTRAINING

Hier ein Übung das wir (meine finnische Triathlon Profi-Team) früher das ganze Jahr gemacht haben. Sicher haben wir hier etwas richtig gemacht da wir alle mit etwas über 20 Std. Training in der Woche sehr schnell auf der Langdistanz waren.

Natürlich habe ich es auch hier in mein Coaching eingebunden und viele von euch haben es auch zu spühren bekommen! In der Gruppe – einfach eine geile Einheit!

Diesem Training empfehle ich für Athleten die über 35 Jahre alt sind, nicht Vollgas zu machen, dafür ist es einfach zu brutal aber wenn du jünger bist und es verkraftest -> try it!

Heutzutage nennt man so was HIIT Training oder Crossfit aber wir haben es damals einfach Zirkeltraining genannt.

Während den Wintermonaten war es unsere einzige anaerobe Einheit, während den Sommermonaten hat es uns die nötige muskuläre Ausdauer gegeben um den Ironman Marathon noch deutlich unter 3 Std. zu laufen!

Einsatzzweck heutzutage: Überall machbar, sogar in ein Hotelzimmer und nach 30 bis 50 Minuten bist zu garantiert durch!

Somit ist effektives Training überall und jederzeit machbar!

Merk: Es ist kein Krafttraining und kann Krafttraining nicht ersetzen… aber optimal ergänzen!

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Laufintervalle auf Las Playitas Strandboulevard

erste Langdistanz (Teil 7.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 7.)

Trainingsplan März

Nachdem Sie im Februar die ersten Grundlagenkilometer gesammelt haben, beginnt mit dem meteorologischen Frühlingsanfang endlich das richtige Training. 

 März: Erhöhung der Umfänge auf 9–10 Trainingsstunden pro Woche. Mit Beginn des Frühlings startet endlich das richtige Triathlontraining. 

 Laufen

1 x 2 Stunden locker nach Gefühl; nach der Hälfte und am Ende 3 x 100 m Steigerungsläufe mit 60 s gehen, um der Monotonie entgegenzuwirken
1 x 1 Stunde progressiv: Tempo im Viertelstunden-Rhythmus von ruhig bis zügig steigern
1 x 0,5 Stunden zügig bis schnell (nach dem Radtraining) 

Krafttraining
Einmal wöchentlich

Schwimmen
Einmal wöchentlich:
200 m beliebig einschwimmen
10 x 50 m kr : 25 m technische Übungen + 25 m kr beschleunigen + 30 s Pause
Pyramide: 400-300-200-100m kr locker + Pullbuoy + 15 s Pause
100 beliebig (kein Kraul)
5 x 100 m kr schnell + 30 s Pause
Beliebig ausschwimmen 

MTB/Crossrad/Spinning/Ergometer
1 x 3 Stunden ruhig mit hoher Trittfrequenz, nach der Hälfte und am Ende 3 x 1 km (Kilometer) schnell + 1 km locker Kurbeln
1 x 1 Stunde kraftintensiv (Trittfrequenz 80-85), jedoch ohne zu drücken + 0,5 Stunden Laufen 

Bauch- und Rückengymnastik (Stabi)
2–3 x nach einer Trainingseinheit 5–10 Minuten 

Beispiel März: Trainingswoche 1–3
Montag         Krafttraining
Dientag         Laufen: 1 Stunde progressiv
Mittwoch       Schwimmen und Bauch- und Rückengymnastik
Donnerstag    Radfahren: 1 Stunde zügig + Laufen: 0,5 Stunden zügig
Freitag          Ruhetag (Bauch- und Rückengymnastik)
Samstag        Radfahren: 3 Stunden
Sonntag        Laufen: 2 Stunden

Beispiel März: Trainingswoche 4
60–70 Prozent der Umfänge der Belastungswochen 1–3

TEIL 6. <- -> TEIL 8.

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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Bennie Lindberg beim radfahren in Ironman Roth 1992

Konsequenz als Erfolgsfaktor

Konsequenz als Erfolgsfaktor in Triathlon Training

Kürzlich habe ich einen Triathlon Beitrag in Facebook über Aerodynamik in der 80/90er kommentiert und dann habe ich angefangen zu überlegen was wir damals schon für Ausrüstung im Training und Wettkampf hatte. 

Enge Triathlon Anzüge, mit oder ohne Ärmel aus Lycra gab es schon in den Anfangszeiten, und von Radsport waren solche Anzüge auch längst bekannt. 

Aerohelme waren vorhanden in viele verschiedene Formen, damals sicher noch nicht im Windkanal getestet und optimiert aber der Grundgedanken war da. 

Aerodynamische Überschuhe sind ebenso uralt, genauso wie Aero Trinkflaschen und Trinksysteme. 

Aerodynamische Rennlenker mit Flügelprofil gab es auch schon in den 80er, Ende 80er kamen dann die DH Scott Lenker. 

Triathlon Bennie Lindberg im Jahr 1986

Scheibenräder waren Gang und Gebe in den 80er ebenso Tri-Spokes und andere aerodynamische Vorderräder mit hohen Profil und auch die Bedeutung von Messer Speichen hat man verstanden. 

Leichtbaumaterialien und Teile gab es ohne Ende alles von Sattel, Lenker, Pedale zu Laufräder usw. 

Athleten mit einen sehr Aerodynamische Radpositionen gab es auch schon immer, auch viele mit eine exzellente Kraftübertragung (ohne perfekter Aerodynamik). 

Carbon als Rad Material ist zwar auch alt (80er) aber in die Optimierung von den Eigenschaften, da hat sich wirklich viel getan.

Jetzt gab es in den letzten Jahren viele kommerzielle Erneuerungen die das Radfahren nicht unbedingt schneller gemacht hat aber sicher bequemer (wie z.B. eSchaltung und Scheibenbremsen). 

Das „Messen“ ist deutlich leichter geworden. Zwar gab es schon in den 80er z.B. Wattmessungssysteme, umfassende Lactatleistungsdiagnostik sowie Spirometrie und die eine oder andere Windtunnel aber nur wenige könnten davon profitieren. 

Durch Erfahrung, Wissen und vor allem konsequente Verwendung von bessere Ausrüstung gab es in den letzten 10-20 Jahren in Summe große Änderungen. 

Was früher gang und gebe war kommt heutzutage eher selten vor. Eine „top of the art“ Rennmaschine geritten in ein Schlabber Shirt sieh man jetzt eher selten. Ein Scheibenrad kombiniert mit eine aufrechte Radposition ebenso sehr selten. 

Wenn du heutzutage optimal auf den Rad sitzen möchtest dreht sich alles um Aerodynamik und Kraftübertragung. Dementsprechend ist es natürlich das die Radzeiten schneller geworden sind. Ob es dann 10, 20 oder 30 Minuten sind, ist sicher davon abhängig was du in den 80/90er als „normal“ definierst. 

Konsequente Durchführung ist nicht nur wenn es um schnellere Radzeiten geht wichtig. 

In Trainingsaufbau ist es genau so wichtig konsequent zu sein. Jeden Tag nur 5 Minuten weniger als geplant zu trainieren bedeutet im Jahr 30 Std. Training die nicht stattgefunden hat! Auf 10 Jahre macht das 300 Std. Das kann dann schon der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg sein. 

Bei der Gewichtskontrolle bedeutet jeden Tag nur 40-50 kcal (z.B. eine kleine Praline) zu viel eine Gewichtszunahme von 3 kg im Jahr. In 10 Jahren sind wir bei 30 kg Übergewicht ohne dass wir es bewusst merken. 

Auch bei der Verletzungsvorbeugung ist es ähnlich. Wir sind nur so stark wie das schwächste Glied in der „Gesundheits-Kette“. Wenn langsam Defizite entstehen egal ob in der Bewegungsapparat oder z.B. in das Immunsystem müssen wir pausieren, darum müssen wir vorbeugen und da wir nicht wissen wo die Kette reißt, müssen wir flächendeckend vorbeugen, sonst machen wir langfristig gesehen ein Fehler. 

Jeder der einen größeren Kredit durchgerechnet hat kennt auch wie große Summen zustande kommen kann wenn das Zeitperspektive lang genug ist. Sport ist identisch, die Summe von viele kleine erst unscheinbare Faktoren hat am Ende eine große Bedeutung!  

Hau rein!

Bennie Lindberg beim radfahren in Ironman Roth 1992

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Was ist besser in Training? Rennrad oder Zeitfahrmaschine?

Rennrad oder Zeitfahrrad

Rennrad und oder Zeitfahrrad in Triathlon Training?

Es gibt viele Sachen die Profis machen und Amateure denken dann die müssen 1:1 dasselbe machen.  Jetzt sehe ich es oft (in sozial Media) bei Thema Rennrad oder Zeitfahrrad.

Eine Profi fährt etwa 15-20.000 km / Jahr und da kommt genug Kilometer auf der Zeitfahrhobel zusammen, das er oder sie sich einige entspannte Kilometer auf der Rennrad leisten kann.

In Training geht es nicht nur um Stoffwechsel, Sauerstoffaufnahme oder Muskelausdauer/Kraft. Ein sehr wichtiger Faktor ist Effizienz, oder Ökonomie.

Eine einzige Kurbelumdrehung muss von unserem Hirn erst optimiert werden! Welche Reinfolge ziehen sich die Muskelfasern zusammen wie viele Muskelfasern sind beteiligt? Wie ist der Übergang zu den nächsten Muskeln. Bremsen die sich gegenseitig oder entspannt sich der andere Muskel rechtzeitig. Wenn es NICHT der Fall ist kostet es uns unnötige Sauerstoff und Kalorien. Übung macht den Meister und erst wenn genug Wiederholungen (= Rad Kilometer) absolviert sind, kann unsere Hirn das optimieren!

Wenn jetzt z.B.- bei der Rennrad die Sattel 0,5-0,75 cm niedriger ist und senkrecht gemessen von der Sattelspitze in Relation zum Tretlager der 3-5 cm weiter nach hinten ist als bei der Zeitfahrmaschine, „feuern“ unsere Muskeln ganz anders!

Unökonomisches arbeiten ist übrigens auch der Grund warum eine Weltklasse Läufer NICHT  in einen Jahr einen Weltklasse Radfahrer werden kann! Die Zeit würde nicht ausreichen für unsere Hirn das zu optimieren, obwohl vielleicht die Ausdauer stimmt. Alle Golfspieler die später mit der Sport angefangen haben können das bestätigen! In einen Jahr ist zwar die Lernkurve steil, aber nach ein Jahr bist du noch meilenweit entfernt von jemand das es gut kann.

Also was tun?

Unbedingt anfangen mit einen klassischen Rennrad! So lernst du das Radfahren am besten und nach einen oder zwei Jahren kannst du dein Rennrad zu dein Winterrad/Rollenrad machen, mit oder ohne Aeroaufsatz.

Danach solltest du versuchen möglichst viele Kilometer in der Zeitfahrposition zu sammeln. Irgendwann hast du dann genug Kilometer und dein Hirn hat seine „Optimierungs“ Aufgabe gemacht und DANACH  es ist praktisch egal wie viele Kilometer oder wie du deine Kilometer sammelst du wirst wahrscheinlich relativ gesehen sehr schnell sein, nur du musst so viel in der Aeroposition fahren das dein Rücken es aushält und da dein Kraft in den Pedalen transportieren kannst!

Was man AUCH immer denken muss ist: Zeitfahrradfahren sollte man alleine! Wenn du mit andere Leute z.B. in eine Gruppe fahren möchtest dann solltest du ein Rennrad benützen oder auf Zeitfahrrad immer die Hände an den Bremsgriffe halten.

Und zum Letzt: Motivation ist ja auch eine Thema, wenn du einfach kein Lust hast Zeitfahrrad zu fahren ist es besser Rennrad zu fahren als nichts zu machen. Gilt auch für MTB, Gravelbike, Touringrad…usw.

Von alles diese Faktoren muss dann jeder für sich die passende Lösung finden, egal on nur Zeitfahrrad oder eine Mischung Zeitfahrrad und Rennrad oder Zeitfahrrad/MTB/RR oder Zeitzfahrrad/MTB/RR/Gravelbike oder Zeitzfahrrad/MTB/RR/Gravelbike/Crossrad oder Zeitzfahrrad/MTB/RR/Gravelbike/Crossrad/Spinning…tourenrad/Arbeitswegpendeln… oder, oder…

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Bennie Lindberg Wintertriathlon Inzell

erste Langdistanz (Teil 6.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 6.)

Trainingsplan Februar

Nachdem Sie im Januar mit dem eigentlichen Training begonnen haben, sollten sich insbesondere beim Schwimmen die vielen Technikmeter der vergangenen Wochen mit einer verbesserten Wasserlage bemerkbar machen.

 Dank des mittlerweile wieder milden Winters können Sie die ersten längeren Radeinheiten auch auf ihrem Rennrad, Crosser oder Mountainbike absolvieren.

 Februar: Erhöhung der Umfänge auf sieben bis acht Trainingsstunden pro Woche

Laufen
1 x 1,75 Stunden locker nach Gefühl; nach der Hälfte 3 x 100 m Steigerungsläufe mit 60 s gehen, um der Monotonie entgegenzuwirken
1 x 1 Stunde progressiv: Tempo im Viertelstunden-Rhythmus von ruhig bis zügig steigern
1 x 0,5 Stunden zügig (nach dem Radtraining)

Krafttraining
Einmal wöchentlich: Wärmen Sie sich 10–15 Minuten mit verschiedenen Bauch- und Rückenübungen auf. Führen Sie die beschriebenen Krafttrainingsübungen dreimal mit jeweils zehn Wiederholungen bei 70 Prozent des Maximalgewichts aus. Halten Sie zwischen den Sätzen und Übungen eine Pause von mindestens 90 Sekunden ein.
Übungsübersicht

Schwimmen Einmal wöchentlich:
200 m beliebig einschwimmen
10 x 50 m kr : 25 m technische Übungen + 25 m kr locker + 30 s Pause
6 x 100 m kr + Pullbuoy + 30 s Pause
4 x 100 m kr zügig + 30 s Pause
100 beliebig (kein Kraul)
4 x 100 m kr beschleunigen (25 m ganz locker, 25 m locker, 25 m zügig, 25 m schnell) + 30 s Pause
Beliebig ausschwimmen

Skilanglauf oder MTB/Crossrad/Ergometer/Spinning
1 x 2–3 Stunden Skilanglauf
1 x 2–3 Stunden Radfahren ruhig mit hoher Trittfrequenz, gegen Ende 3 x 5 Minuten kraftintensiv (Trittfrequenz 80-85) + 3 Minuten locker Kurbeln
1 x 1 Stunde Spinning (wenn Zeit und Kraft vorhanden ist)

Bauch- und Rückengymnastik (Stabi)
2–3 x nach einer Trainingseinheit 5–10 Minuten

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Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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Langlaufen in finnischen Lappland

erste Langdistanz (Teil 5.)

Fit für die erste Langdistanz (Teil 5.)

Trainingsplan januar

Endlich, das disziplinspezifische Training kann beginnen. Neben den Empfehlungen für die kommenden drei Monate beantwortet Trainer Bennie Lindberg Fragen zu den Rahmenbedingungen und Veränderungen im Tagesablauf, die es in den kommenden Monaten zu berücksichtigen gilt.

 Dabei geht es weniger um Trainingsmethoden, Distanzen, Umfänge und Herzfrequenzen, sondern vielmehr um Ihre persönliche Work-Sport-Life-Balance, Zeitmanagement und optimale Vorgehensweisen.

Herr Lindberg, in der heutigen schnelllebigen Zeit bestimmen lange Arbeitstage, volle Terminkalender, Dienstreisen, E-Mails, die jederzeitige Erreichbarkeit über Smartphones sowie die Informationsflut des Internets und der Medien das Leben beruflich engagierter Menschen. Wie passt da die Planung einer Langdistanz hinein und welche Fehler dürfen Neueinsteiger auf der Langdistanz gar keinen Fall begehen?

Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass erfahrene und gesunde Ausdauersportler, die ihrem Hobby bereits über mehrere Jahre nachgehen, bei ihrem ersten Triathlon-Wettkampf eine Langdistanz erfolgreich finishen werden, empfehle ich niemandem, ein Training von „0 auf 226“ zu planen. Insbesondere nach den emotionalen Berichten über Hawaii, Frankfurt oder Roth ist die Gefahr, das Projekt „Langdistanz“ übermotiviert und viel zu blauäugig anzugehen, sehr groß. Der Wettkampftag selbst ist die Belohnung für monatelanges Training und all seine Entbehrungen. Damit Sie Ihren Zieleinlauf auch richtig genießen können, ist es ratsam, eine Vorbereitungszeit von mindestens zwei Jahren einzuplanen. Der gesamte Organismus, das Herz-Kreislauf-System, Muskeln, Gelenke und Sehnen müssen sich langsam und kontinuierlich an die höheren Belastungen gewöhnen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Sie sich im Vorfeld gründlich von einem Sportarzt und Kardiologen untersuchen lassen. Schließlich geht es um die Königsdisziplin des Ausdauersports.

Geduld ist also angesagt!

Richtig. Auch wenn uns in den Medien häufig eine etwas zu heile Welt mit schlanken, immer gut aussehenden und erfolgreichen Menschen vorgegaukelt wird, die Softgetränke, fettes Essen und Süßigkeiten zuhauf verzehren, so wird doch schnell vergessen, dass dahinter jahrelanges Training und eine eiserne Disziplin steht. Gleiches gilt auch für die durchtrainierten Körper zahlreicher Triathleten. Viele Neueinsteiger wollen auch so aussehen und eifern diesem Ideal nach, indem sie in kürzester Zeit alles auf einmal wollen: Schnell abnehmen, einen muskulösen Körper mit Waschbrettbauch und passable Trainingsergebnisse. Es wird – nach dem Motto „viel hilft viel“ – auf Teufel komm raus trainiert und am Ende wundern sich viele, dass sie bereits nach wenigen Wochen in ein Loch fallen, sich im Übertraining befinden und die Motivation sich auf dem Nullpunkt befindet. Erschwerend hinzu kommt auch, dass viele die Auswirkungen auf das private Umfeld häufig außer Acht lassen.

Und die wären?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Training, je nach Ambition, in den letzten beiden Monaten vor dem Wettkampf bis zu 15 Stunden wöchentlich oder auch mehr betragen kann. Jemand, der einen anspruchsvollen Job mit zehn Arbeitsstunden täglich innehat und bei dem außerdem noch Dienstreisen und Seminare im Terminkalender stehen, erreicht schnell seine zeitlichen und körperlichen Grenzen. Insbesondere dann, wenn der Athlet Vater oder Mutter einer Familie ist, die Pflege von Freundschaften oder weiteren Hobbys einmal außen vor gelassen. Nur wenn das ganze Umfeld hinter dem Projekt steht und über die möglichen Auswirkungen des vielfach unterschätzten Trainingsaufwandes informiert ist, wird es von dieser Seite aus auch keine Probleme geben. Ansonsten ist zusätzlicher Stress vorprogrammiert, der sich auf das Training, die Arbeit und die Beziehung auswirken kann.

Für viele Triathleten stellt das Schwimmen die größte Herausforderung dar. Sehen Sie das ebenso?

Eine gute Technik ist das A und O für eine stressfreie und erfolgreiche Auftaktdisziplin. Leider verwenden gerade die älteren Einsteiger viel zu wenig Zeit darauf, die Schwimmtechnik richtig zu erlernen oder zu verbessern. Die wenigsten Triathleten können genau erklären, wie ein perfekter Kraulstiel aussieht. In vielen Köpfen schwirren häufig illusorische Umfänge herum. Gepaart mit dem Irrglauben, durch harte Einheiten auch schneller zu werden, beginnt der Weg in die falsche Richtung. Die Gefahr, dass neben dem Angewöhnen einer falschen Technik auch langwierige Verletzungen im Schulter- und Oberkörperbereich auftreten können, wird ignoriert. Ähnlich ist es beim Laufen. Auch dort wird viel zu wenig Wert auf Abwechslung im Training gelegt. Lauf-ABC und Bahntraining ist häufig ein Fremdwort. Stattdessen laufen die Athleten im Einheitstrott lieber zwei Stunden lang durch den Wald.

Und was kann man Ihrer Meinung nach dagegen tun?

Bei der Vorbereitung auf eine Langdistanz treffen viele Dinge aufeinander: theoretisches Wissen, Erfahrungen und die persönliche Einstellung. Auch hängt einiges davon ab, ob jemand einfach nur das Ziel erreichen möchte oder eine bestimmte Zeit beziehungsweise Platzierung anstrebt. Man kann die im Ausdauersport so wichtigen Trainingserfahrungen selber sammeln, auswerten und in neue Strategien umsetzen oder einen externen Berater, sei es einen Personal Coach oder die erfahrenen Mitglieder eines Triathlonvereins, zurate ziehen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Sportler hinsichtlich seines Trainings oder seiner grundsätzlichen Einstellung und Lebensweise nicht beratungsresistent ist und Vertrauen in die ihm vorgeschlagene Vorbereitungsphilosophie hat. Denn Vertrauen bedeutet auch Sicherheit für eine erfolgreiche Premiere.

Herr Lindberg, ich danke Ihnen für Ihre Ausführungen.

Trainingsplan

Nachdem durch die regelmäßigen Einheiten der letzten Wochen der erste Grundstein gelegt wurde, beginnt im Januar das eigentliche Training: Dabei bleibt das Krafttraining unverändert im Programm. Auch sollten sich die Schwimmtechnikübungen der vergangenen Monate mit einer verbesserten Wasserlage bemerkbar machen. Bewahren Sie jedoch Geduld, die richtige Technik erlernen Sie nicht von jetzt auf gleich. Neben dem Laufen, bei dem nicht nur die Umfänge erhöht werden, sondern auch eine deutlich längere Einheit zu absolvieren ist, beginnt auch das Radtraining. Triathleten, die aus Sorge vor Erkältungen lieber drinnen auf dem Ergometer trainieren, sollten allerspätestens im März auf ihrem Rennrad, Crosser oder Mountainbike die frische Frühlingsluft genießen.

Januar: Gemäßigte Erhöhung der Umfänge auf sechs bis sieben Trainingsstunden pro Woche

Laufen
1 x 1,5 Stunden locker nach Gefühl
1 x 1 Stunde progressiv: Tempo im Viertelstunden-Rhythmus von ruhig bis zügig steigern
1 x 0,5 Stunden locker (nach dem Radtraining)

Krafttraining
Einmal wöchentlich: Wärmen Sie sich 10–15 Minuten mit verschiedenen Bauch- und Rückenübungen auf (siehe TRITIME 2/2011, Seite 110 f.). Führen Sie die beschriebenen Krafttrainingsübungen (siehe TRITIME 4/2011, Seite 97) dreimal mit jeweils zehn Wiederholungen bei 70 Prozent des Maximalgewichts aus. Halten Sie zwischen den Sätzen und Übungen eine Pause von mindestens 90 Sekunden ein.

Schwimmen
Einmal wöchentlich:
200 m beliebig einschwimmen
10 x 50 m kr (Kraulen): 25 m technische Übungen + 25 m kr locker + 30 s (Sekunden) Pause
4 x 100 m kr + Pullbuoy + 45 s Pause
2 x 3 x 100 m kr (2 x (100 locker, 100 zügig, 100 schnell) + 45 s Pause (nach 100 m)
Beliebig ausschwimmen

Skilanglauf oder MTB/Crossrad/Ergometer/Spinning
1 x 1–2 Stunden Skilanglauf
1 x 1–2 Stunden Radfahren ruhig mit hoher Trittfrequenz

Bauch- und Rückengymnastik (Stabi)
2–3 x nach einer Trainingseinheit 5–10 Minuten

TEIL 4. <- -> TEIL 6.

Text: Bennie Lindberg, Triathlon Trainer, Triathlon Coach
Erschienen im:  Tritime Magazin

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