Die Informationskrise
Wie ein Triathlon Trainer die Informationskrise unserer Zeit versteht

In den letzten Jahren hat sich unsere Welt rasant verändert. Als Triathlon Trainer beobachte ich nicht nur Entwicklungen im Sport, sondern auch in der Art, wie Menschen Informationen aufnehmen, verarbeiten und weitergeben. Genau hier entsteht eine Verbindung zwischen Training, Gesellschaft und der Frage, warum wir heute trotz aller Technologie anfälliger für Manipulation und Missverständnisse sind als je zuvor.
Vom gemeinsamen Verständnis zur Informationsfrag-
mentierung
Früher war Information etwas Gemeinsames.
Im Sport wie im Alltag hatten Menschen dieselbe Ausgangslage: dieselben Nachrichten, dieselben Fakten, dieselben Grundlagen. Diskussionen waren möglich, aber sie basierten auf einer gemeinsamen Realität.
Heute ist das anders.
Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Informationswelt, zusammengestellt aus kurzen Clips, Schlagzeilen und algorithmisch gefilterten Inhalten. Als Triathlon Trainer sehe ich täglich, wie stark das Verhalten von Athleten davon beeinflusst wird, welche Informationsfetzen sie konsumieren.
Was der Triathlon über unsere Informationskrise verrät
Triathlon gilt als Einzelsport, doch die meisten erfolgreichen Athletinnen und Athleten trainieren in Gruppen. Schwimmteams, Radgruppen, Laufgemeinschaften und Trainingscamps schaffen Struktur, Feedback und Orientierung. Ohne diese gemeinsame Basis würde Training schnell chaotisch werden.
Man stelle sich eine Trainingsgruppe vor, die so funktioniert wie unsere digitale Informationswelt:
- Der eine glaubt, die Einheit sei locker, der andere denkt, es sei ein hartes Intervalltraining.
- Eine Athletin folgt einem Ernährungstrend aus Social Media, der nächste dem exakten Gegenteil.
So entsteht kein Fortschritt.
So entsteht Verwirrung.
Ein Triathlon Trainer sorgt dafür, dass alle dieselben Ziele, dieselben Grundlagen und dieselben Trainingsprinzipien verstehen. Genau dieses gemeinsame Fundament fehlt unserer Gesellschaft zunehmend.
Die Illusion der Informiertheit
Wir leben in einer Zeit, in der jeder glaubt, informiert zu sein. Doch Information ist nicht gleich Verständnis.
Als Triathlon Trainer sehe ich, wie Athleten sich auf kurze Videos oder Trends verlassen, die weder physiologisch noch logisch sind. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die glauben, drei Sätze seien eine wissenschaftliche Wahrheit.
Das Problem ist nicht der Zugang zu Informationen, sondern die Geschwindigkeit, mit der sie konsumiert werden. Tiefe wird durch Tempo ersetzt, Analyse durch Emotion.
Warum diese Entwicklung gefährlich ist
Konflikte entstehen selten aus Fakten, sondern aus Erzählungen.
Wenn Menschen nicht mehr dieselbe Realität teilen, wird es leicht, sie gegeneinander auszuspielen. Das gilt im Sport, im Alltag und im globalen Kontext.
Unsere Informationskrise ist gefährlich, weil sie Vertrauen zerstört.
Nicht weil Menschen weniger intelligent geworden sind, sondern weil die Welt zu laut geworden ist.
Was wir tun können
Als Triathlon Trainer bin ich kein Weltverbesserer. Ich bin jemand, der faktenbasiert arbeitet, der Trainingsprozesse versteht und der weiß, wie wichtig klare Strukturen sind. Und genau deshalb glaube ich, dass wir im Kleinen beginnen können.
Ich würde es phantastisch finden, wenn wir wieder lernen würden:
- längere Texte zu lesen statt nur Überschriften
- Gespräche zu führen statt nur zu scrollen
- unterschiedliche Perspektiven zuzulassen
Das ist kein moralischer Appell, sondern eine Einladung.
Im Sport wie im Leben entsteht Stabilität dort, wo Menschen dieselbe Realität teilen und bereit sind, einander zuzuhören.









