Widerstand.
Ein Wort, das viele mit Kampf verbinden. Mit Gegenwind. Mit Mühe.
Aber eigentlich ist Widerstand etwas anderes: Er ist die Voraussetzung dafür, dass wir uns entwickeln — geistig wie körperlich.
Im Sport ist das offensichtlich.
- Ohne Widerstand keine Kraft.
- Ohne Belastung keine Ausdauer.
- Ohne Reiz keine Anpassung.
Doch was für Muskeln gilt, gilt genauso für das Leben.
Wenn wir älter werden, passiert etwas Spannendes:
Bleiben wir ohne Widerstand, ohne Herausforderungen, ohne Aufgaben, die uns fordern, dann entsteht kein Stillstand — sondern Rückschritt.
Der Körper baut ab.
Der Geist wird träge.
Die Seele verliert Spannung.
Widerstand ist also kein Feind.
Er ist ein Trainingspartner.
Er zwingt uns, wach zu bleiben.
Er erinnert uns daran, dass wir lebendig sind.
Aber — und das ist entscheidend — Widerstand allein reicht nicht.
Im Sport wie im Leben entsteht Entwicklung nur dann, wenn Belastung und Erholung im Gleichgewicht sind.
Wer immer nur drückt, brennt aus.
Wer immer nur ruht, rostet ein.
Die Kunst liegt dazwischen: im Rhythmus aus Fordern und Loslassen.
Und es gibt einen Schmierstoff, der diesen Prozess leichter macht. Einen, den wir überall nutzen können — im Beruf, im Privatleben, im Training:
- Motivation.
- Spaß.
- Anerkennung.
Wenn diese drei Faktoren stimmen, dann läuft unser innerer Motor fast wie eine Maschine, die scheinbar unendlich Energie erzeugt. Ein emotionales perpetuum mobile. Physikalisch unmöglich — aber menschlich absolut real.
Und das Spannende ist:
In jeder Herausforderung, in jedem Widerstand, steckt genau dieses Potenzial. Man kann darin Spaß finden.
Man kann darin Motivation finden.
Ich habe das selbst erlebt.
Als ich nach meinem Unfall zum ersten Mal wieder meinen Arm bewegen durfte — nach drei Monaten im externen Fixateur — habe ich Freude in jedem einzelnen Millimeter Beweglichkeit gefunden.
Jeder Fortschritt, so klein er war, hat mich getragen.
Widerstand war plötzlich kein Gegner mehr, sondern ein Wegweiser.
Heute erlebe ich das wieder, auf eine ganz andere Art.
Ich arbeite am Buch meines Vaters.
Korrigieren, formatieren, strukturieren — es ist viel Arbeit.
Aber es hat Sinn.
Und jedes fertige Kapitel macht Lust auf das nächste.
Auch das ist Widerstand: nicht körperlich, sondern geistig.
Und auch hier gilt: Jeder kleine Schritt motiviert für den nächsten.
Widerstand ist nicht das Problem.
Er ist der Weg.
Wir wachsen nicht trotz Widerstand.
Wir wachsen durch ihn.