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17. Lecher Mountail Trophy

Viele Ausdauersportler ergänzen ihr alternatives Wintertraining durch Skitouren. Relativ unbekannt hingegen ist, dass am 25.04.2015 in Lech am Arlberg bereits zum siebzehnten Mal die Lecher Mountain Trophy, eine Art Wintertriathlon bestehend aus Mountainbike, Skitourengehen und Laufen, stattfand.

Der späte Zeitpunkt eignet sich ideal, dem Winter endlich adieu zu sagen und den Frühling zu begrüßen. Veranstalter ist die Lech Zürs Tourismus GmbH, die seit letztes Jahr Verantwortung  für die Traditionsveranstaltung zeichnet.

Mit dem Mountainbike sind gleich zu Beginn des Wettkampfs auf fünf Kilometer knapp 300 Höhenmeter zwischen Lech und Zürs zu absolvieren, allerdings auf technisch einfach zu fahrenden „Waldautobahnen“. Während die Topathleten auf Leichtbau getrimmte Mountainbikes ohne Federung Vollgas dem ersten Wechsel entgegen fahren, lassen es die Jedermänner auf ihren ganz normalen „Baumarkt-Mountainbikes“ gemütlich angehen. Es geht zu wie bei jedem Wettkampf: Vorne fighten die Asse um den Sieg, dahinter hecheln die ambitionierten Athleten um neue Bestzeiten oder bessere Platzierungen, und ganz hinten kommen die coolen Lifestyle-Athleten mit den eigenartigen Klamotten, allerdings mit dem breitesten Grinsen im Gesicht.

In Zürs erfolgt dann der Wechsel vom Mountainbike auf die Tourenski. Erlaubt sind jedoch alle Arten von Wintersportfortbewegung. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand zu Fuß, auf Langlauf- oder auf Tourenski die nächste Etappe absolvieren möchte. In diesem Jahr habe ich jedoch nur Athleten auf Tourenski gesehen. Die anstehenden 7,5 Kilometer haben es mit 750 Höhenmetern hinauf zum Madlochjoch in sich. Und auch beim Tourenskigehen spielt das Material eine wichtige Rolle. Vom professionellen Leichtgewicht bis hin zur ausgeliehenen Ausrüstung beim Skiverleih ist alles vertreten.

Aufstieg und Abfahrt der zweiten Etappe sind so geplant, dass auch Anfänger, die vorher nur ein paar Mal auf Tourenskier gestanden haben, „technisch problemlos“ mithalten können. Physisch ist es jedoch wie bei jedem Wettkampf: wer hat die besten Beine? Auf dem Madlochjoch in knapp 2.400 Metern Höhe angekommen, merken besonders die Flachlandtiroler die dünne Luft. Die Bronchen schreien und die Muskeln zittern, wenn die Felle von den Skiern gezogen und im Rucksack verstaut werden. Und trotzdem muss gerade bei der Abfahrt ein kühler Kopf behalten werden: Mach nur keinen Blödsinn! Wie beim Mountainbiken gilt auch hier die Regel, seinen technischen Fähigkeiten entsprechend „schnell“ den Berg hinab zu fahren. Ich persönlich stand in diesem WInter zum ersten Mal auf Tourenski. Nach dem Aufstieg hatte ich mehr Brei in den Beinen als mir lieb war und ich musste mich sehr konzentrieren, die Kontrolle zu behalten. Trotzdem konnte ich jeden Schwung genießen und war froh, als ich mit brennenden Oberschenkeln und ohne Sturz in Zug die zweite Wechselzone erreichte, um dort meine Laufschuhe anzuziehen.

Triathleten kennen das Gefühl mit lädierten Oberschenkeln zu laufen, in Kombination mit den Tourenski ist es vielleicht sogar noch einen Tick schlimmer. Schließlich lässt sich die Reihenfolge ja nicht so leicht und oft trainieren. Der abschließende Lauf über knapp drei Kilometer war nach einer kurzen steilen Passage glücklicherweise bis zum Ziel in Lech größtenteils abfällig.

Mein Fazit: Ein toller Wettkampf in einer familiären Atmosphäre, mit hohem Fun-Faktor, gleichzeitig aber auch mit einer Prise Abenteuer! Sehr Empfehlenswert.

Text: Bennie Lindberg
Fotos: lech-zuers.at/mountaintrophy